Dramatische Momente mit Happy End beim 11. Mercedes-Benz-Cup

Anzeige
Trotz des dramatischen Zwischenfalls konnte Bürgermeister Werner Kolter die Siegerehrung pünktlich vornehmen. (Foto: privat)

Endlich wieder nach drei Jahren Schlechtwettertennis konnten die Protagonisten des 11. Mercedes-Benz Cup in Unna ihre Spiele unter der heißen Augustsonne starten.

Das Wettertiming war so gut, dass am letzten Wettkampftag genau eine Minute nach der Siegerehrung der Regen einsetzte. In insgesamt zwölf Turniertableau wurde auf der roten Asche des TC Unna 02 Grün-Weiß und des TV Unna Blau-Weiß-Rot um Punkte, Ehre und Sieg gefightet.

Von ursprünglich 129 gemeldeten Spielern traten 119 an um die Sieger in den Kategorien Herren-40, Herren-50 und Herren-55 zu ermitteln. Alle drei Altersklassen wurden in eine offene Leistungsklasse und in die Leistungsklassen 12-23 unterteilt. Zusätzlich bot die Turnierleitung allen Spielern, die ihr erstes Match verloren hatten, eine Nebenrunde an, um so wenigsten zwei Spiele pro Teilnehmer zu gewährleisten. Zusammen also zwölf Teilnehmerfelder. Viel Stress für das Turnierbüro unter Klaus Diesner, Rudolf Messner und Uwe Brocks. „Das neue Turnierprogramm des Westfälischen Tennisverbandes ist Jahr für Jahr weiterentwickelt worden und nun sind nur noch einige Kleinigkeiten zu verbessern,“ lobt Diesner die Platz- und Ansetzungvergabe des Programms.

Großes Tennis

„Großes“ Tennis sahen die zahlreichen Besucher im Finale der Herren-40. Hier standen sich Markus von Bohlen, TC Blau-Weiß Werne und Jans Stephan Kemke, TG Westfalia Dortmund gegenüber. Beide hatten zuvor im Halbfinale die Favoriten der vergangenen Jahre Ralph Sonderhüsken und Detlef Roth, beide TuS 59 Hamm geschlagen und lieferten sich im finalen Auftritt einen harten Fight den Markus von Bohlen mit 6:3, 1:6 und 10:6 für sich entscheiden konnte. Bei den Herren-40 in den Leistungsklassen 12-23 standen sich der an vier gesetzte Stefan Güttmann, TV Deiringsen und der an zwei gesetzte Christoph Weber, TC Grävingholz gegenüber und erwartungsgemäß setzte sich Christoph Weber auf Grund seiner hervorragenden Kondition und seiner perfekten Technik mit 6:1 und 6:1 durch.

Sieg mit letzer Kraft

Die längsten und anstrengensten Partien wurden bei den Herren-50, Leistungsklasse 14-23 ausgetragen. Hier kämpfte sich Christian Westebbe, TC Unna 02 GW über Ton van Deursen, TSG Westhoven mit 7:5, 3:6 und 10:5 über 3,5 Stunden ins Finale gegen Christian Rausse, TuS Elch Holzwickede dem es im Halbfinale 6:1, 6:7 und 10:2 gegen Hans-Jürgen Kaiser, TC RW Bochum-Werne aber auch nicht viel besser erging. Und so standen sich schließlichzwei ziemlich erschöpfte Spieler gegenüber von denen Christian Rausse der etwas weniger angeschlagene war. Er setzte sich mit 6:3, 4:6 und 10:8 durch.

Einen klaren Favoritensieg gab es in der offenen Leistungsklasse der Herren-55. Hier standen sich der an eins gesetzte Jörg-Uwe Damm, SV Großburgwedel und der an zwei gesetzte Markus Schwartze vom SV Münster gegenüber. Jörg-Uwe Damm musste seinem langen Halbfinale gegen Erhard Grosse vom Hertener TC Rechnung tragen und so konnte sich Markus Schwartze mit 6:3 und 6:1 durchsetzen. In der Leistungsklasse 14-23 siegte wieder, wie schon im Vorjahr das Club Eigengewächs und jetzt für den TuRa 06 Bielefeld spielende Jochen Wagner gegen Burkhard Dexheimer von der TC Flora Dortmund. Er konnte das Finale souverän mit 6:0 und 6:0 abschließen.

Das Finale der Herren-50, offene Leistungsklasse bestritten Olaf Walter vom TC Holzwickede und Davor Knesevic vom Stadtwald Hilden. Mit seinem offensivem Serve und Volley konnte sich Walter mit 6:2 und 6:2 durchsetzen. Beiden Spielern war neben dem sportlichen Aspekt aber auch eine tragische und eine erfolgreiche Nebenrolle im Laufe des Turniers zugedacht.

So wurde Olaf Walter noch vor seinem Halbfinale gegen Michael Nattkämper vom TV Deiringsen seine Sporttasche mit allen Sportsachen und der Geldbörse auf überaus dreiste Art und Weise vom Platz weg gestohlen. Walter musste daher das Halbfinale und das Finale mit einem Hemd bestreiten und mutmaßte später, dass er seinen Finalgegner auch auf Grund seines Geruchs schlagen konnte.

Dramatischer Zwischenfall auf Leben und Tod

Davor Knesevic fiel, zusammen mit Dr. Christoph Heider, die Rolle zu einen Turnierteilnehmer aus Schwerte wiederzubeleben, nachdem dieser auf dem Platz zusammen gebrochen war. Nach dem Zusammenbruch dauerte es nicht eine Minute bis Christoph Heider und die Frau des Teilnehmers mit der Reanimation begannen und diese fortführten bis Davor Knesevic den Defibrillator des TC Unna 02 Grün-Weiß angeschlossen hatte und dieser die Reanimation fortführte. Nach ca. sieben Minuten war der Notarzt auf der Anlage und übernahm die weitere Behandlung.

Der Schwerter Teilnehmer kam noch auf dem Platz zu Bewusstsein und wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht wo er stabilisiert wurde. Unter den Teilnehmern herrschte natürlich große Betroffenheit und keine Paarung nahm ihr Spiel wieder auf bis Matthias Hartmann von der Turnierleitung einige passende Worte fand und alle diejenigen, die spielen konnten aufforderte ihre Partie wieder aufzunehmen.

Und so konnten am Sonntag wie geplant Bürgermeister Werner Kolter, Mercedes-Benz Repräsentant Gunnar Schröter, Clubchef Dirk Prünte und Turnierdirektor Matthias Hartmann pünktlich die Siegerehrung der Haupt- und Nebenrunden vornehmen. Erfreulich auch in diesem Jahr die Zusage des Hauptsponsors, der Mercedes-Benz Niederlassung Dortmund-Unna- Lünen das Turnier im nächsten Jahr wieder zu unterstützen und vielleicht sogar zusätzlich mit Polo- und T-Shirst auszurüsten.

„Ganz besonders erfreulich ist, dass die Clubleitung unter Dirk Prünte einen Defibrillator angeschafft hat, dessen Kosten sich an diesem Wochenende mehr als bezahlt gemacht haben. Wir können jedem Club nur empfehlen, diese Anschaffung zu tätigen. Die Aussage des Notarztes war eindeutig: Der „Defi“ hat dem Mann das Leben gerettet;“ zieht Matthias Hartmann eine abschließende Bilanz des Turniers.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.