Bester „Cowboy“ kommt aus Heiligenhaus

Anzeige
 

Die 22-jährige Araber-Stute Candy tänzelt wie ein Jungtier. „So ist sie immer“, sagt Carlos Santana Schmitz und sieht das Tier liebevoll an. Die Beiden sind ein tolles Gespann, wie sie zuletzt auf der Deutschen Meisterschaft im Westernreiten in Kevelaer zeigten. Dort gelang dem 36-Jährigen das, wovon er sein Leben lang geträumt hatte: Er sicherte sich den Deutschen-Meister-Titel im „Pole Bending“, eine der Speed-Disziplinen im Westernreiten.

Wenn sich die Hallentüre öffnet, gibt es kein Halten mehr: Mit ihren 22 Jahren gibt Candy Vollgas, galoppiert einmal längs durch die Halle. Am Ende wendet Carlos Santana Schmitz sein Pferd, dann beginnt der schwierige Teil: mit maximaler Geschwindigkeit den Slalomparcours fehlerfrei durchqueren, ein Balanceakt für Mensch und Tier.
„Nach dem ersten Durchgang wusste ich: Heute kann’s was werden“, erinnert sich der 36-jährige Heiligenhauser an die Deutsche Meisterschaft, die Ende November in Kevelaer ausgetragen wurde. Eine Sekunde Vorsprung vor seinem schärfsten Konkurrenten, Herbert Preisach aus Nürnberg, das sind im Pole Bending Welten. „Oft entscheiden Zehntelsekunden“, so Schmitz. Und tatsächlich: Am Ende war der Westernreiter aus Heiligenhaus nicht mehr einzuholen. Ein großer Pokal und eine Schärpe für Candy zeugen von seinem Erfolg, dem Deutsche-Meister-Titel.
„Da habe ich zwei Jahre drauf hin gearbeitet“, berichtet der 36-Jährige, der mit seiner Lebensgefährtin Daniela Gladen die Passion „Westernreiten“ teilt. Auch Daniela hatte bis zur Mitte der Saison an Qualifikationsturnieren für die DM teilgenommen und war eine harte Konkurrentin für Schmitz. Dann starb ihr Pferd und mit ihm alle Träume auf kurzfristig größere Erfolge.
„Das dauert Jahre, bis Pferd und Reiter ein so eingespieltes Team sind“, schildert Gladen. Jetzt haben die zehn Quarterhorses Winterpause, im Februar wird das Training wieder aufgenommen. „Es ist ein ganzheitliches Training, das Pferd reagiert auf kleine Gewichts- oder Schenkelhilfen“, erklärt Gladen das Prinzip des Westernreitens. Und: „Die soziale Komponente zwischen Mensch und Tier ist uns sehr wichtig. Unsere Pferde sind Teil der Familie.“
Santana ist seit 21 Jahren Besitzer von Candy, gemeinsam sind sie groß und immer besser geworden. Und dass, obwohl Schmitz als Autodidakt nie professionellen Reitunterricht erhalten hat. „Ich habe mir einiges abgeguckt. Und Tipps habe ich auch bekommen.“ Seine Lieblingsdisziplinen sind die temporeichen. „Die Geschwindigkeit gibt mir den Kick“, sagt Schmitz. Außerdem liebt er das Reiten gegen die Uhr. „Da ist das Ergebnis Fakt. Das mag ich lieber, als wenn eine Jury mich beurteilt.“
Auch wenn er sich manchmal geschlagen geben muss. So auch bei der DM in der Disziplin „Barrel Race“, in der sich der starke Konkurrent Preisach durchsetzte und Schmitz auf Rang zwei verwies. Dabei geht es darum, drei im Dreieck angeordnete Fässer möglichst schnell und fehlerfrei zu umrunden. „Das geht in Ordnung“, meint der ehrgeizige Westernreiter, dessen Tochter Shirleen (neun Jahre) bereits in Papas Fußstapfen tritt: Bei der DM sicherte sie sich bei den Kindern in der Gesamtwertung Platz drei.
Mit der eigenen Zucht DS Western Horses in Ratingen hat sich das Paar einen weiteren Traum erfüllt. Auf Turnieren, aber auch in Showprogrammen, unter anderem auf der Equitana, zeigen die Heiligenhauser die Ergebnisse ihrer Arbeit. Und sie sind sich einig: „Pferde sind unser Leben.“


TV-Beitrag zur DM im Westernreiten
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.