Philemon und Baucis auf der Xantener Südsee

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Philemon und Baucis....
 
...zum ersten Mal im Wasser...

So fischten die Alten Römer

Stapellauf am Plaza del Mar



Philemon und Baucis - nein, die Rede ist nicht von jenem Ehepaar, dem Jupiter aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft den Wunsch der Unzertrennlichkeit erfüllte und sie in zwei ineinander verschlungene Bäume, eine Eiche und eine Linde, verwandelte, wie der römische Dichter Ovid in seinem Werk „Metamorphosen“ erzählt.
Allerdings ist eine Parallele zu sehen, wegen der dieses Projekt seinen Namen erhielt; denn auch die beiden Einbäume, welche heute ihren Stapellauf auf der Xantener Südsee hatten, gehören zueinander und sind praktisch unzertrennlich. Philemon, ein erweiterter Einbaum von ca. 10,5 m Länge und 1,4 m Breite und Baucis, ehemals ein einfacher Einbaum von ca. 7 m Länge, der aufgrund seiner Einfachheit allerdings später nicht mehr als Boot zu gebrauchen war, deswegen mit Deckeln und Luken versehen wurde und, nachdem sein Rumpf durchlöchert worden war, mit immer noch 5,4 m als Lebendfischbehälter genutzt wurde, um den gefangenen Fisch möglichst lange frisch zu halten.
Um die beiden im Original im holländischen Zwammerdam gefundenen Einbäume überhaupt nachbauen zu können, musste man natürlich das notwendige Holz, nämlich Eiche, mit den entsprechenden Maßen und Beschaffenheit finden. Dies geschah nach langer Suche in einem dänischen Eichenwald, wo man für Philemon einen 235 Jahre alten Baum fand, der sich zu diesem Zweck eignete.
Philemon und Baucis sind Teil eines im Jahr 2013 mit dem Nachbau der römischen Rheinfähre Nehalennia begonnenen, in Europa einzigartigen Vorhabens mit Signalwirkung, bei dem junge Erwachsene mit unterschiedlichen Behinderungen im Rahmen eines Langzeitpraktikums durch den Nachbau der römischen Rheinflotte im Originalmaßstab an das Handwerk der Holzbearbeitung herangeführt werden.
Aufgrund des großen Erfolges plant der LVR nun mit dem Archäologischen Park Xanten (APX), diese Projekte als feste Einrichtungen zu etablieren und so feste Arbeitsplätze für Jugendliche mit Handicap einzurichten. Wie die Projektleiterin Dr. Gabriele Schmidhuber- Aspöck nicht ohne berechtigten Stolz betont und der niederländische Schiffsbaumeister, Kees Sars begeistert bekräftigt, sind die Jugendlichen mit Herzblut bei der Sache und meistern die schwierigen Herausforderungen mit Bravour. „Als Werkzeuge“, so Sars, „gab es lediglich Motorsäge, Stechbeitel, Axt und Hobel, mit denen man sehr bewusst umgehen musste, um den wertvollen Eichenstamm nicht zu zerstören“.
So sah man allen Beteiligten den Stolz über den gelungenen Stapellauf, der mit Hilfe des FZX Teams stattfand, an.
Natürlich waren mit dem Ereignis auch Erkenntnisse verbunden, die man in Zukunft bei weiteren Baumaßnahmen verwenden kann. Bis heute war man sich z. B. nicht sicher, ob Baucis, der Fischbehälter, aufgrund seiner „durchlöcherten Beschaffenheit“ mit dem Boot Philemon gezogen werden konnte oder lediglich am Ufer vertäut wurde. Ersteres war der Fall, innerhalb weniger Minuten füllte er sich mit Wasser, sank aber nicht unter die Oberfläche, sondern blieb mit den Luken über Wasser.
Die Arbeiten an den nächsten Projekten sind übrigens, wie auch schon bei den vorherigen, live im Werftzelt des Archäologischen Parks neben dem Römermuseum zu bewundern.

Randolf Vastmans
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