Unterirdischer Vortrieb des Abwasserkanals Emscher fertiggestellt: Zielgrube erreicht

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Theoretisch könnte man von Bottrop-Süd aus komplett durch den Abwasserkanal Emscher bis nach Oberhausen-Biefang durchlaufen. Foto: privat (Foto: privat)

Die Emschergenossenschaft hat in Oberhausen den Abschnitt des Abwasserkanals Emscher (AKE) fertig gestellt, dessen unterirdische Verlegung im September 2014 in Bottrop begann. Die zwei in Bottrop-Süd gestarteten Tunnelbohrmaschinen sind nun im zehn Kilometer entfernten Oberhausen-Biefang in ihre Zielgrube eingefahren.

Theoretisch könnte man nun von Bottrop-Süd aus komplett durch den Abwasserkanal Emscher bis nach Oberhausen-Biefang hindurchlaufen, denn auf dem Weg dorthin gibt es kaum Hindernisse, da das Abwasser erst vor Ort wieder in die Höhe gepumpt werden wird.
Anders als in den anderen AKE-Bauabschnitten wurde der Abwasserkanal Emscher in Bottrop und Oberhausen nicht im reinen Rohrvortrieb verlegt, sondern im sogenannten Tübbingausbau. Generell unterscheidet sich der Vortrieb mit Tübbingausbau vom Rohrvortrieb dadurch, dass keine kompletten Rohrelemente durch den Boden geschoben werden, sondern das Rohr aus einzelnen Segmenten direkt in der Vortriebsmaschine hergestellt wird. Während beim Vortrieb ganzer Rohrelemente und somit des gesamten Kanalstranges Reibung im Boden erzeugt wird, begrenzt das Tübbingverfahren die entstehende Reibung auf den Bereich der Vortriebsmaschine, da sie sich als einziges Element bewegt. Folglich bot das Tübbingverfahren den Vorteil, aufgrund der begrenzten Reibung längere Vortriebsstrecken fahren zu können.
Beeindruckend sind die Zahlen für den Bauabschnitt zwischen Bottrop und Oberhausen. Hier wurden insgesamt zirka 18.126 (!) Tübbingringe mit einer Länge von rund 1,18 Meter verbaut. Jeder Ring wiegt 6,6 Tonnen! Ein Tübbingring besteht jeweils aus 6 Elementen. Insgesamt wurden 108.756, also rd. 108.000 Tübbingsteine verbaut.
Die Inbetriebnahme des Kanals ist für Ende 2020 geplant, da zunächst noch das Pumpwerk Oberhausen gebaut werden muss. Dieses entsteht nun in der Baugrube, die den beiden Tunnelbohrmaschinen am Montag als Zielschacht diente. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei. Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden. x Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden.
x Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.
x Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden. Generationenprojekt
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