OB Bernd Tischler zum Urteilsspruch im Apotheker-Prozess / Tischler: "Anstrengungen unternehmen für neues Vertrauen"

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Oberbürgermeister Bernd Tischler (Foto: Stadt Bottrop)
Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler gibt folgenden Kommentar zum heutigen Urteilsspruch in Sachen Strafsache Peter S. ab:

"Für mich persönlich setzt das Urteil einen vorläufigen Schlusspunkt einer großen Enttäuschung, die mich immer noch fassungslos macht.

Es ist ein Urteil, das sich aus unserer Sicht zu Recht an der Höchstforderung der Staatsanwaltschaft orientiert. Das Gericht hat sich für den Prozess sehr viel Zeit genommen. Ich weiß, dass die Betroffenen und Angehörigen unfassbares Leid erfahren haben. Für sie ist es kaum erträglich, dass Peter S. während des ganzen Prozesses geschwiegen hat. Sie haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, welche Motive ihn geleitet haben und wie er jetzt, gut anderthalb Jahre nach seiner Verhaftung, zu seinen Taten steht. Ich hätte mir gewünscht, dass er Zeichen der Reue zeigt. Es ist sein formales Recht, sich während des ganzen Prozesses nicht dazu zu äußern. Angesichts der Dimension des Leids, der Wut und der Verunsicherung, die vor allem bei den Betroffenen, aber auch in der ganze Stadtgesellschaft verursacht hat, hätte ich mir eine Reaktion gewünscht, in der sich Peter S. zu seiner Verantwortung bekennt.

Es braucht Zeit bis neues Vertrauen gegenüber den beteiligten Institutionen wieder geschaffen ist. Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird. Seitens der Stadt kann ich sagen, dass wir alles dazu beitragen werden. Dazu gehört, dass wir dafür eintreten, dass Kontrollabläufe bei Apotheken, die Krebsmedikamente herstellen, verbessert werden.

Der Apotheker-Skandal hat angesichts seiner Größe bundesweit Schlagzeilen gemacht. Wir haben hier vor Ort so gut wie es uns auch rechtlich möglich war, auf die berechtigten Forderungen und Wünsche nach Aufklärung durch die Medien und Betroffenen reagiert. Daher es war richtig, eine Telefon-Hotline einzurichten, Selbsthilfegruppen zu unterstützen und meine Solidarität mit den Betroffenen bei Demonstrationen zu bekunden."
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Uwe Schönberger aus Gelsenkirchen | 09.07.2018 | 11:24  
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