Ab Klasse 8 mit "Kein Abschluss ohne Anschluss" Wege in den Beruf finden

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Wolfgang Wuwer möchte, dass durch das Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“ jeder Jugendliche seinen Weg aufgezeigt bekommt. (Foto: Thomas Eickholt)

Seit Schuljahresbeginn nimmt die Stadt Bottrop an dem Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) teil. Ziel dieser Initiative der NRW-Landesregierung ist es, den Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreicher zu gestalten.

„Bislang war alles rund um das Thema Beruf und Studium in den Schulen unverbindlich und nicht systematisch“, sagt Wolfgang Wuwer, von der kommunalen Koordinierung Übergang Schule/Beruf und führt aus: „Mit dem Landesprogramm ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ wird die Koordinierung des Übergangs von der Schule in den Beruf verbindlich an allen Schulen in NRW eingeführt.“

Ab Klasse 8 ein Muss


Schüler ab Klasse 8 müssen mitmachen. „Bislang war es so, dass zwar in die Berufsorientierung ziemlich viel Geld geflossen ist, sich aber nicht jede Schule beteiligt hat.“ Mit dem neuen Programm wird jede weiterführende Schule dabei sein. Zur Zeit sind es sieben von elf Bottroper Schulen, nächstes Jahr kommen zwei weitere dazu, 2017 sind dann mit dem Josef-Albers-Gymnasium alle weiterführenden Schulen mit von der Partie.
Das Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ beginnt mit dem 8. Schuljahr. In den Schulen ist ein Berufsorientierungsbüro eingerichtet. Neben Internet und Info-Broschüren sollen die offenen Ohren von Lehrern und Berufsberatung vom Arbeitsamt Orientierung bieten.

Eintägige Potentialanalyse


Alle Schüler machen zunächst eine eintägige Potentialanalyse, die nach Schulformen (Hauptschule, Gesamtschule, Realschule, Gymnasium) differenziert ist. „Diese Potentialanalyse umfasst zwar auch IQ-Fragen, sie hat aber zudem einen handlungsorientierten Bereich. „Dabei geht es nicht darum, die Schwächen des Schülers auszumachen. Beim anschließenden Gespräch gucken wir viel mehr, wo seine Stärken liegen und zeigen Wege auf, diese weiter auszubauen“, so Wuwer und ergänzt: „Wünschenswert ist es, diese noch mit einem Praktikum zu unterstützen.“

Drei Tage unterschiedliche Berufsfelder ausprobieren


Die Berufsfelderkundung wird in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen und der Handwerkskammer Münster unternommen. Drei Tage lang können sich die Schüler in drei unterschiedlichen Berufsfeldern als teilnehmender Beobachter ausprobieren. In Bottrop werden sich die achten Klassen der teilnehmenden Schulen bis Mitte April um die Potentialerkundung ihrer Schüler kümmern, ab Anfang Mai beginnen die Berufsfelderkundungen. Im neunten Schuljahr geht es – das ist bereits jetzt Standart – mit einem zwei- bis dreiwöchigen Praktikum weiter. „Zusätzlich gibt es für solche Schüler, denen der Abschluss misslingen könnte, Ergänzungsangebote, denn es geht darum, kein Kind zurückzulassen“, sagt Wuwer.

Zielvereinbarungen fürs 10. Schuljahr


Ende des neunten Schuljahrs wird zusammen mit dem Lehrer und der Berufsagentur eine Zielvereinbarung fürs zehnte Schuljahr getroffen. „Dort wird geprüft, welche Fähigkeiten noch ausgebaut werden sollten. Wir müssen Jugendliche dort abholen, wo sie stehen und ihnen Perspektiven öffnen.“
Im 10. Schuljahr wird geguckt, was nach dem Abschluss kommt, ob ein Studium und damit der Besuch der Oberstufe das Ziel oder ob eine Ausbildung der Wunsch ist. „Spätestens im ersten Halbjahr der 10. Klasse prüfen wir, wie realistisch solche Ziele sind. Wir kümmern uns aber auch um solche Schüler, die weder eine Ausbildung machen noch weiter zur Schule gehen“, verspricht Wuwer und führt aus: „Es ist unser ungeschriebenes Gesetz: Alle Maßnahmen führen - wenn auch über Umweg - zum Abschluss.“
Den Besuch der Ausbildungsmesse kann Wolfgang Wuwer nur empfehlen: „Das ist ein bisschen mein Kind. Vor drei Jahren habe ich angeregt, so etwas auch in Bottrop zu ermöglichen. Früher mussten die Jugendlichen zum Beispiel nach Essen fahren, wenn sie mit Betrieben in Kontakt kommen wollten. Es ist schön, so viele heimische Aussteller am Samstag hier vor Ort zu haben. Das sollten die Jugendlichen nutzen.“
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