Tecklenburg Dinslaken: "Schatzkammer" oder "Altstadt-Koloss" ?

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Offener Ess- und Wohnbereich. Investor Christian Tecklenburg präsentiert sein "Schatzkammer"-Bauprojekt in der Sparkasse Dinslaken. Foto: cd
 
Relaxen im offenen Wohnbereich. Foto: cd
 
Schlafbereich. Foto: cd.
Der Koloss von Rhodos gehörte zu den acht Weltwundern. Die Ex-Krupp-Fabrik Colosseum in Essen wurde eine der schönsten Theater- und Musical-Spielstätten. In Dinslaken erhitzt das Bauvorhaben der Fa. Tecklenburg auf dem ehemaligen Hackfort-Gelände nun unter dem Kampf-Begriff „Altstadt-Koloss“ Gemüter in der Altstadt. Ich frage den, der´s wissen muss.

Letzte Woche stellte Junior Philipp Tecklenburg sein Bauprojekt „Schatzkammer“ in der Sparkasse vor. Also: gleich ein persönlicher NA-Talk über das Engagement in Dinslakens Innenstadt mit dem Immobilenkaufmann aus Straelen - direkt in einer eigens aufgebauten Musterwohnungs-Ecke, die man dort an der Friedrich-Ebert-Straße besichtigen kann.

Die Firma Tecklenburg mit Sitz im heimischen Straelen und der Landeshauptstadt Düsseldorf existiert schon seit 1878. Und mit Philipp Tecklenburg (32) ist nun die 7. Generation in Folge in das Familienunternehmen eingetreten. Erfahrungen mit großen Immobilien- und Bauträger-Projekten hat er vorher in Frankfurt am Main und in Hamburg sammeln können.

Mittelstadt mit Lebensqualität

Als sein Vater ihn vor zwei Jahren fragte, ob er sich nun vorstellen könnte, in die Firma zu kommen, hat er „Ja“ gesagt. Seitdem arbeitet er, hauptsächlich von Düsseldorf aus, an den unterschiedlichsten Projekten. Für unsere Leserinnen und Leser interessiert mich natürlich besonders, wie die Tecklenburgs auf die Ecke in Dinslakens Altstadt aufmerksam geworden sind?

Philipp Tecklenburg: „Ein Makler aus Bottrop hat uns die Stadt vorgeschlagen, weil wir uns auch mal ein Projekt für eine Mittelstadt überlegt hatten. Aus dem einfachen Grund, weil man da in der Regel noch keine „Mondpreise“ für Grundstücke bezahlen muss. Unsere Firma stammt ja auch aus einer Mittelstadt mit viel Lebensqualität. Da sind auch Verwaltungswege oft kürzer als z.B. in Düsseldorf. Wo Bauanträge auch schon mal ein ganzes Jahr Bearbeitungszeit brauchen können!“.

Und Dinslaken? „Hier sind wir von Wirtschaftsförderung, Verwaltung, Baudezernent und auch dem Bürgermeister freundlich empfangen worden. Und man steckte uns einen klaren konstruktiven Rahmen an Anforderungen und Möglichkeiten. Uns fiel die Aufbruchs-Stimmung auf, als wir uns Dinslaken genauer anschauten. An vielen Ecken wird gebaut und modernisiert, die Stadt war uns gleich sympathisch. Es war auch tatsächlich mein erster Besuch hier. Gerade das Altstadt-Ensemble, auch zusammen mit seiner Gastronomie und der Kneipen-Szene sind wirklich ansprechend. Wir haben in der „Alten Apotheke“ gegessen und waren auch schon mehrfach im „Ulcus“. Super Kneipe! Auch der Biergarten.“

Und das Konzept Altstadt?

„Da können Sie sich vielleicht vorstellen, dass uns teils heftige Reaktionen auf unser Projekt schon ein bisschen kalt erwischt haben. Auch in der Tagespresse. Besonders, weil wir ja eigentlich eben auch viel positive Resonanz, z.B. aus der Geschäftswelt am Altmarkt, erhalten hatten. Die sich über neue, nette Anwohner schon freuen. Hier ist die Sorge ja eher, dass mit Eröffnung der Neutor-Galerie „noch weniger los sein“ wird am Altmarkt.

Wir können und wollten aber auch gar kein „Gegen“-Pol zur Neutor-Galerie sein. Aber es ist uns bewusst, dass dies eigentlich erwartet wird. Wir haben zwar auch Möglichkeiten für Läden und Café-Gastronomie im Objekt eingeplant, aber in einem verträglichen Maß.

Wir können nur ein weiterer Baustein im großen Konzept der Stadt sein, den Altmarkt in ein kreatives, kulturelles und gastronomisches Zentrum zu verwandeln.
Das Potenzial ist ja da: Ich war zufällig in der Gegend, als das Altstadtsommer-Abschlussfest mit Artisten und Feuerzauber hier gefeiert wurde. Das war ein toller Sommerabend. So sollte es weiter gehen. So was belebt ein Viertel und schafft die Lebensqualität, die wir uns wohl alle hier wünschen.

Denn: Wer sich für eine von unseren ja qualitativ sehr hochwertigen Wohnungen entscheidet, weiß ja, dass er in ein lebendiges Viertel zieht, mit viel Kultur direkt um die Ecke. Im Sommer das Burgtheater und im ganzen Jahr das Angebot der Kathrin-Türks-Stadthalle mit anschließendem Ausklang in der Altstadt- Gastronomie.
Viele wünschen sich das ja auch: Ohne Auto Einkaufen gehen zu können. Oder gemütlich Frühstücken im Café. Und mittags oder abends in ein nettes Restaurant. Eben ein Viertel mit hoher innerstädtischer Lebensqualität. Mit dem Museum Voswinckelshof samt neuem Stadtarchiv, wo sich ja ebenfalls Alt und Neu architektonisch bestens verbinden, in unmittelbarer Nachbarschaft.“.

Nun konkret zum Objekt:

„Wie man hier in unserem Modell gut sehen kann, bauen wir ja eigentlich fünf unterschiedliche Häuser. Von unseren 23 Wohnungen werden 22 barrierfrei sein. Es gibt auch kleine Gärten in ruhigeren Innenhöfen mit viel Grün haben. Die einzelnen Wohngebäude sind farblich unterschieden.

Wir kommen ja selbst hier vom Niederrhein und bevorzugen daher eher traditionelle Ziegeltöne. Wir finden, das passt auch besonders gut zum frühgotischen Ziegelbau der St. Vincentius Kirche gegenüber. Wir bauen mit unseren eigenen Mitarbeitern, mit einem eingespielten Bau-Team von rund 90 Leuten. Die anderen Gewerke finden sich hier: Wir haben immer gute Erfahrungen mit Firmen vor Ort gemacht, da hat man dann auch direkt Ansprechpartner zur Hand, wenn später mal „was sein sollte“...

Und der berühmte „Underground“? Tecklenburg weiß auch um den problematischen Bau- Untergrund. Und von dem eingesunkenen Haus unter dem Wiesen-Grundstück neben dem Ulcus.

A propos Ulcus, da will er mir gegenüber im auflagenstarken Niederrhein-Anzeiger allen eventuellen Gerüchten vorbeugen: „Wir wollen die urige Kneipe, so wie sie ist und auch den Biergarten! Durch die Wiese und ein weiteres Gebäude, das hier entstehen wird, bleibt auch genug Abstand zum Biergarten.

Ein häufiger Kritikpunkt ist ja auch die neue Tiefgaragen-Einfahrt an der Ecke Brück- / Kolpingstraße, geplant in der Nähe eines Kindergartens.

Tecklenburg: „Da nehmen wir die Sorgen der Eltern natürlich sehr ernst. Aber die Straßen-Situation ist ja auch jetzt schon verkehrsberuhigt. Gerast wird dort eben gar nicht. Und auch in unsere Einfahrt wird man nicht „reinrasen“ können, um zu parken, im Gegenteil. Aber natürlich werden wir die Details noch mit der Stadtverwaltung und den zuständigen Stellen besprechen.

Aber bevor wir weiterreden: Und jetzt sollten Sie sich doch einfach mal von mir persönlich durch die Wohnung hier führen lassen!“. So beendete Philipp Tecklenburg aus Straelen, der sich grade als eine Art Fan unserer Altstadt geoutet hat, seine Dinslakener Aufklärungsrede.

Zu Recht: Tja, was soll man da sagen?. Hier im Bühnenbild der Musterwohnung könnte glatt die kommende Eigen-Premiere der Burghofbühne stattfinden: „Schmetterlinge sind frei“. Die Liebeskomödie, einst als Welterfolg mit Goldie Hawn verfilmt, spielt in einem New Yorker Apartment wie hier, die Schau-Wohnung lässt die umgebende Sparkasse vergessen und manchen fast ins Schwärmen geraten:

Der offene, großzügige Wohn-Küchen-Essbereich mit angrenzendem Schlafzimmer und anschließender intelligenter Bad-Lösung, wären als Theaterkulisse sofort weiter verwendbar, sollte sie hier einmal „abgespielt“ sein - und nicht woanders für das nächste Tecklenburg-Projekt benötigt werden. Im Bad sind durch eine geschickte Trennwand in T-Form Toilette, ebenerdiger Duschbereich und Waschbecken mit Spiegelwand zwar in einem Raum verbunden. Dennoch könnten sogar drei Leute gleichzeitig alle Funktionen voneinander abgeschirmt nutzen! Und auch sonst sind die hochwertigen Materialien wie Parkett und eleganter Wandputz sehr ansprechend.

Anschauen, dann mitreden

In jedem der vier Eingangsbereiche des Gesamtobjekts ist ein Aufzug vorgesehen. Unterschiedliche Wohnflächen-Varianten von 50 über 90 bis 137 Quadratmetern mit diversen Balkonen, Terrassen und Innenhöfen sind zu erwerben.
Eigener Augenschein lohnt sich also, selbst wenn man schon bestens mit Wohnraum versorgt ist. Denn: ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Und ein gutes Modell sagt noch mehr! Auch in Sachen angeblicher „Koloss“, der hier tatsächlich eher als „Schatzkammer mit einigen Schmuckstücken“ rüber kommt: Anschauen, dann mitreden. Der Preis? Das ist eine andere Story, natürlich zu erfahren vor Ort in der vermarktenden Sparkasse.

Danke, Philipp Tecklenburg für ein zumindest objektivierendes Gespräch, das helfen kann, zumindest Fehlinfos zu beseitigen. Ach, und über das alte Edeka-Haus am Friedrich-Ebert-Platz zu reden sind wir schon verabredet. Wenn die Verträge dort unter Dach und Fach sind. Doch, es tut sich was in dieser Stadt... (Interview: Caro Dai).
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