Dortmunder Elvis-Double Oliver Steinhoff zeigt viele Seiten des King

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Oliver Steinhoff ist der bisher einzige deutschsprachige Elvis-Darsteller, der Europameister ist. (Foto: Pitther)
 
Oliver Steinhoff imitiert Elvis in Aussehen und Stimme. (Foto: Steinhoff)

„Es hat mich immer gestört, wenn ich Elvis in den Medien als Karikatur erlebt habe“, sagt Oliver Steinhoff. Seit 2002 zeigt er, dass es auch anders geht: Der Dortmunder ist bisher der einzige deutschsprachige Elvis-Imitator, der lizenzierter Europameister wurde.

Seit frühester Kindheit ist Steinhoff großer Elvisfan. Der einzige deutschsprachige Europameister lebt seit etwa 15 Jahren in Dortmund. Zwar gab es in den Achtzigern und Neunzigern bereits Europameisterschaften, deren Qualität aber fragwürdig waren und nicht von Elvis Presley Enterprises lizenziert waren. „Mir war vorher nicht klar, dass ich als Elvis-Darsteller so bekannt werden würde“, sagt er.

Hauptsächlich widmet sich Steinhoff der Phase von 1967 bis 1973. „Zu der Zeit sagte man über Elvis, dass er reines Dynamit auf der Bühne sei.“ Generell spielt er nicht nur die Nummer-Eins-Hits, sondern auch eher unbekannte Lieder. Seine Auftritte studiert Steinhoff anhand von Videos ein. Maßgefertigtete Kleidung vom selben Schneider Presleys hilft ihm dabei, das richtige Elvis-Feeling aufkommen zu lassen und authentisch zu wirken. „Ich möchte das musikalische Erbe Elvis Presleys auf meine Art weiterleben lassen.“

Treffen mit Wegbegleitern des King

Steinhoff hat schon Bestätigung von Wegbegleitern Presleys erfahren. So haben unter anderem schon der Frauenchor „The Sweet Inspirations“ und die Männerchöre „The Elvis Imperials“ und „The Stamps Quartet“ mit ihm gespielt, ebenso Rhythmusgitarrist John Wilkinson. Auch Nancy Sinatra zählt dazu, die sagte, er sei besser als viele andere Elvis-Darsteller. Auf die Qualität seiner Auftritte legt Steinhoff großen Wert. „Ich will den Zuschauern schließlich etwas bieten können.“ Der Dortmunder Elvis-Darsteller macht auch nicht vor Experimenten halt.

Zu den Auftritten mit „Der Familie Popolski“ kam er „wie die Jungfrau zum Kinde“. Von Popolski-Initiator Achim Hagemann wurde er gefragt, ob er sich gemeinsame Auftritte vorstellen könne. So entstand Elvek Popolski: Nach einer kurzen Liaison mit der entfernten Cousine „Elvira“ der Familie Popolski wurde der wohl einzige Sohn Elvis Presleys gezeugt. In Polen geboren und durch widrigste Umstände in den schlimmsten Ghettos der USA aufgewachsen galt er lange als verschollen. Elvek wurde nach einer großen Suchaktion wiedergefunden und ist nun nach Deutschland zurückgekehrt, um mit der Familie Popolski live „on Tour“ zu gehen. Eine besondere Herausforderung ist für Steinhoff der polnische Akzent. „Ich singe etwa ‚Suspicious Minds‘ als Polka. Ich interpretiere aber auch Songs anderer Künstler wie etwa ‚Poker Face‘ von Lady Gaga. Bei mir heißt es dann aber ‚Polka Face‘ “, so das hauptberufliche Elvis-Double augenzwinkernd.

Bei Steinhoff trifft Elvis auf Jazz

Bei „Elvis Meets Jazz“ interpretiert Oliver Steinhoff Elvis-Songs unplugged und jazzig. Der Kontakt zu Gitarrist Jochen Schrumpf entstand eher zufällig. „Wir hatten uns vor einigen Jahren kennengelernt. Irgendwann rief er spät abends bei mir an, nachdem er zufällig eine Elvis-unplugged-Show im Fernsehen sah, und schlug vor, so etwas Ähnliches zu machen.“ Mit dem Programm sprechen sie sowohl Elvis- als auch Jazz-Fans an. „Eine völlig neue Herausforderung, denn alle Songs klingen komplett neu“, so Steinhoff.

Neben Deutschland tritt der gebürtige Hesse auch in den USA, in Kanada und ganz Europa auf. Seine Eltern konnten es erst nicht glauben, dass er als Elvis-Double so viel Erfolg haben würde. „Sie sind sehr stolz auf mich, auch wenn es für sie manchmal noch etwas surreal ist, wenn sie Leute wie Dick Brave alias Sasha oder die Baseballs treffen - genau wie für mich“, so Steinhoff.
Das Elvis-Double kann auch auf eine eigene Fanbase verweisen. Manche Anhänger reisen sogar mit ins Ausland. Kuriose Erlebnisse hatte er schon mit seinen Fans. „Einmal hat ein Mann seine Frau an die Bühne begleitet. Die Frau zog dann ihren BH aus und gab ihn mir, während ihr Mann das Ganze filmte“, erinnert er sich.

Von Castingshows wie DSDS hält Steinhoff nicht viel. „Die Teilnehmer kommen mit völlig falschen Illusionen dahin. Sie glauben, dass sie in kürzester Zeit Megastars werden können. Der freie Fall ist leider meist vorprogrammiert. Man muss sehr hart für seinen Erfolg arbeiten, um über Jahre in diesem Buisness bestehen zu können“, so Steinhoff.

Einmal im Gefängnis ein Konzert geben

Am Grab von Elvis zu stehen, war für ihn ein besonderer Moment, ebenso, als er in Las Vegas in dem gleichen Hotel wohnte wie der King vor ihm. Steinhoff wurde auf der Bühne, auf der Presley über Jahre seine größten Erfolge feierte, zum Besten Elvis in Las Vegas gekürt, einzigartig für einen europäischen Darsteller. Auf die Frage, ob der King of Rock‘n‘Roll tot sei, antwortet er: „Elvis lebt - in den Herzen seiner Fans.“ Steinhoff engagiert sich auch für soziale Projekte. So unterstützt er das Dortmunder „Kinderlachen“ und die Hagener Initiative „Sport statt Gewalt“. Einen Traum hat er noch für seine Karriere. „Ich möchte einmal im Gefängnis spielen wie Johnny Cash“, sagt er.

Das nächste Konzert findet am 14. Juli ab 11 Uhr auf dem Nollendorfplatz in Eving bei freiem Eintritt statt.
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Christa Haber aus Lünen | 09.01.2017 | 02:00  
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