Alles aus Papier: Peter Dahmen erweckt Muster zum Leben

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Peter Dahmen arbeitet von Hörde aus für die ganze Welt. Trotzdem bleibt er „seinem“ Dortmund verbunden - zum Beispiel mit dieser von ihm entworfenenen „U“-Karte.
 
„Man muss aushalten können, was der Kunde daraus macht!“: Peter Dahmen, Designer

Im Dunstkreis des Phoenix-Sees finden sich viele kreative Köpfe. Mit seinen einzigartigen Papierobjekten ist zum Beispiel der Kommunikationsdesigner Peter Dahmen in den vergangenen Monaten schon fast ein wenig berühmt geworden.

Denn dem gebürtigen Mönchengladbacher gelingt es, allein aus Papier Muster, Strukturen aber auch Objekte durch Pop-Up-Technik zum Leben zu erwecken. Dabei entfalten sich aus aufklappbaren Karten dreidimensionale Papierelemente. Das können Blüten, Tortenstücke aber auch ganze Gebäude oder grafische Formen sein.

So sprang im Rahmen der Mini-Cooper-Präsentation auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt mit Peter Dahmens Hilfe ein Tiger aus einem zehn Meter langen und fünf Meter hohen Pop-Up auf die Bühne, Andy Warhol ließ im Rahmen einer Medienkunst-Preisverleihung in zwei Metern Größe die Augen rollen und auf einer Maschinenmesse in China öffnete und schloss sich nach Peter Dahmens Entwurf eine riesige papierene Chrysantehmenblüte. Für seine Objekte wurde er nicht nur ausgezeichnet, sondern auch in der Image-Broschüre „Dortmund Überrascht.Dich“ vorgestellt und in der WDR-Sendung „Daheim und Unterwegs“ zeigte er, wie man eine Grußkarte bastelt, aus der eine Blume erblüht.

Dabei macht Peter Dahmen eigentlich nichts anderes, als seiner Leidenschaft fürs Tüfteln zu frönen. „Dass man mit so etwas Geld verdienen könnte, hätte ich auch nicht gedacht“, schmunzelt Peter Dahmen.

Während seines Grafikdesignstudiums in Dortmund suchte Peter Dahmen nach einem Projekt für eine Semesterarbeit, „die sich leicht auf einem Fahrrad transportieren ließ“, wie Dahmen erzählt. Er entschied sich für die Entwicklung abstrakter Formen auf Pappkarten, die sich durch Aufklappen in die Höhe bewegten. „Mein Professor war begeistert“, so Dahmen. Das war 1989 und es sollte 20 Jahre dauern, bis er diese Idee wieder aufnahm.

Da hatte er sich bereits als Papier-Designer unter anderem für Bastelpapiere oder Schulheft-Cover einen Namen gemacht, doch für eine private Grußkarte griff er auf die Idee aus dem Studium zurück und erschuf eine papierene Blüte als Pop-Up-Karte. „Die fanden alle toll und ein Kollege riet mir, daraus eine Geschäfts-
idee zu entwickeln“, so Peter Dahmen.

Um sich und seine Idee bekannt zu machen, stellte er auf der Internet-Videoplattform YouTube einen kurzen Film ein, der das Öffnen von sechs Pop-Up-Karten zeigt. „Dieses Video habe ich dann 50 potentiellen Kunden empfohlen, tatsächlich angeklickt wurde das Video über 3,5 Millionen mal“, ist Peter Dahmen doch erstaunt über den eigenen Erfolg.

Auch der erste Auftrag ließ nicht lange auf sich warten. „Und das war gleich eine ganz große Sache“, erinnert sich Peter Dahmen. Denn es handelte sich um das anfangs erwähnte Bühnenbild zur Mini-Cooper-Präsentation. „Der Kunde wollte, dass sich auf der Bühne eine Riesen-Pop-Up-Karte öffnet, aus der dann die Minis fahren sollten“, beschreibt Peter Dahmen die Idee. Er erstellte dazu ein 1:10-Modell, das begeistert aufgenommen wurde.

Dabei arbeitete Peter Dahmen wie bei all seinen Objekten fast nur per Hand mit Schere, Grafikskalpell und Bleistift. „Per Hand geht es einfach schneller, mal hier und da etwas abzuschneiden als dies am Computer zu berechnen“, so Dahmen. „Mit der Realisierung hatte ich dann zum Glück nichts mehr zu tun, das hätte mich wahrscheinlich wahnsinnig gemacht“, schmunzelt Dahmen. Denn die Umsetzung eines solchen Papierobjekts brachte die Bühnenbauer an ihre Grenzen. „Und es sah dann am Ende auch nicht so aus, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber das muss man aushalten können, was der Kunde daraus macht“, so der Designer pragmatisch.

Weitere Infos und Videos aufwww.peterdahmen.de
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