Andy Warhol des rheinischen Karnevals

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  Künstler Jaques Tilly stellt sein neues Buch vor



Jaques Tilly spottet, stichelt, stellt an den Pranger oder spitzt zu. Seine Rosenmontags-Mottowagen sind weltberühmt. Sein wunderbar kreatives Schaffen spricht viel Menschen aus dem Herzen. Über die Hintergründe und die Blickwinkel seiner künstlerischen Arbeiten ist nun ein Buch erschienen: „Satire, Kunst und Karneval“.

Seit nun 30 Jahren entwirft und baut Jaques Tilly die Wagen des Düsseldorfer Rosenmontagszuges. Er ist seitdem nicht nur zum besten Wagenbauer Deutschlands avanciert, sondern auch die Nummer eins dieser Sparte. Nicht umsonst werden seine zumeist satirisch-spöttischen Arbeiten weltweit als leuchtende Beispiele politischer Parodie gewürdigt. Für den Verleger und Publizist Manfred Droste ist es „eine einmalige Kunst der Satire, eine Arbeit voller Witz, absolut spektakulär und aktuell“. Nach seiner Auffassung ist Tilliys Satire bedeutsam, nicht nur für die Stadt Düsseldorf. Wenngleich Satire nicht unbedingt etwas retten kann, wie beispielsweise beim Tausendfüßler schmerzlich festzustellen war. „Satire kann Fehler verdeutlichen und anklagen, doch ändert sie nichts“, stellt Droste fest. Der neue Verlagsleiter und Geschäftsführer des Droste Verlags, Jürgen Kron, bezeichnet Jaques Tilly als Andy Warhol des rheinischen Karnevals. „Tillys Arbeiten zeugen von der Breite seines Denkens und seiner Vorstellung“, so der neue Geschäftsführer.
Das Buch ist umfangreich bebildert. Es zeigt 77 der spektakulärsten Wagen des den genialen Wagenbaukünstlers. Tilly selbst wird in abwechslungsreichen Facetten dargestellt, die in einen historischen Kontext zu seinen liebsten literarischen und philosophischen Werken von Umberto Ecco, Mark Twain oder auch Jürgen Becker stehen. Neben Jürgen Becker hat sich ein zweiter Kölner zu Wort gemeldet, der Comiczeichner Ralf König. Er schrieb das Vorwort.
König zeigt Bewunderung für den Künstler Tilly, der von seinen Düsseldorfern geliebt wird. „Auch ich stehe auf seine Werke, schon wegen seiner verknappten Treffsicherheit, gleichzeitig pompös aufgeblasen zu Pappnasen“, meint der bekannte Comiczeichner. Für ihn sind Tillys Arbeiten ein Punktsieg des Humors über die ganze nervige politische und religiöse Mischpoke da draußen. König in amüsierter Manier: „Wäre schön, wenn nach dem Zoch die Probleme geschreddert würden – und nicht die Pappnasen.“
Neben Leben, Arbeiten und Hintergründen zeigt das Buch eindrucksvolle Themenwagen, so 11 lokalpolitische, 33 zur Bundespolitik und ebenso viele zur Weltpolitik. Es bleibt kaum jemand verschont, egal ob Berlusconi, Putin, Kohl und Merkel oder die Kleriker, geschweige denn die Terroristen aller Couleur. Es werden auch Wagen gezeigt, die es aus unterschiedlichen Gründen nicht in den Rosenmontagszug geschafft haben.
Jaques Tilly bezeichnet seine Kunst als „Ex und Hopp-Arbeiten, die nur für den Moment sind“ und ergänzt, „einige sind sogar nur Eintagsfliegen.“ Da wird sonntags noch geschraubt, gespachtelt, gemalt und getackert und quasi direkt nach dem Rosenmontagszug wird schon wieder alles abgerissen. Weil von der dreidimensionalen Satire nichts als die Erinnerung übrig bleibt, ist es gut, dass diese Arbeiten in einem Buch verewigt werden. „Es ist eine wunderbare Chance, dies alles in dieser Form zu erhalten“, meint der Künstler. Und so lobt Tilly die beste Ausgangsmöglichkeit, die ihm das Comitee Düsseldorfer Carneval verschafft und natürlich sein Team. „Die kreative Arbeit liegt bei mir, doch ohne mein Team wäre das alles nicht zu schaffen“, erklärt Jaques Tilly.
Das Buch, das bereits im Buchhandel ausliegt, erscheint in einer Auflage von 3000 Stück und kostet 29,90 Euro.
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