„Die Flucht nach vorn“ des VS in Eller war ein Publikumserfolg

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Der kurdische Flüchtling und Künstler Yahia Alselo hat für die Veranstaltungsreihe zwei Kunstwerke gestiftet. Der VS bedankt sich bei ihm für diese großzügige Spende. Gemälde: Yahia Alselo.
Düsseldorf: Stadtbücherei Eller |

Der VS Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist Stammgast in der Stadtteilbücherei Düsseldorf-Eller. Diesmal unter dem Jahresmotto: „Die Flucht nach vorn“ und am 08.06.2016 auf ausverkaufter Terrasse. Diese Terrassenlesung war wieder ein Publikumsmagnet.

ELLER: Bei schönem Wetter waren alle Plätze reserviert und auch besetzt. Der Vorsitzende der Gruppe Region Düsseldorf des VS Jan Michaelis hatte versprochen: „Das wird keine staubige Lesung mit Tischchen, Lämpchen und Wasserglas.“

Und das Publikum war begeistert.

Hans-Martin Große-Oetringhaus (geb. 1948) aus Krefeld erinnerte an Eritrea. Der Schriftsteller, Kinder-und Jugendbuchautor und Medienpädagoge engagiert sich für die Rechte der Kinder. Er war vor 34 Jahren persönlich in Eritrea und sah die damaligen Flüchtlingslager im Sudan. Seine Erinnerung führte den Zuhörern eindringlich die Fluchtursachen vor die Augen und da aus dem Bürgerkrieg von vor über 30 Jahren nun eine Diktatur in Eritrea hervorging, werden die Flüchtlingsströme von dort wohl nicht abreissen.
Horst Landau, geb. 1937 in Düsseldorf, veröffentlichte zuletzt den Roman „Wenn Dornröschen erwacht“. Landau brachte einen gekürzten Erzähltext aus dem Band „Die Invasion“ zu Gehör, der durch seine satirische Zuspitzung die Phrasen der Politik entlarvte und von einer Zuwanderung durch Schutzengel erzählte. Damit wurde das Thema völlig überraschend angepackt. Bärbel Klässner geboren 1960 in Magdeburg lebt sie in Essen und widmet sich der Lyrik, und der Prosa. Sie präsentierte Sprachmagische Lyrik in einem wunderbaren Spannungsbogen zusammengestellt und mit Ironie beschlossen. Die poetische Sprachkraft mit wortschürfungen wie „Ich hier bin fremd – gegangen…“ zeigte Klässner als von ungeheurer Sprachkraft und die Rhythmik ihrer Sprache traf das Publikum ins Mark. Aygen-Sibel Çelik (* 1969 in Istanbul) ist Kinder- und Jugendbuchautorin, lebt und arbeitet in Düsseldorf und sie zeigte einerseits das Fallbeispiel afghanischer Flüchtlingskinder, andererseits die witzig zugespitze Integration der älteren Einwanderergeneration, die sich des Deutschen leidenschaftlich annehmen und zu unfreiwilliger Komik geraten lassen. Jan Michaelis moderierte den Abend und erklärte: „Auf die Frage, ob das Glas halb leer oder halb voll sei, müsse man in Eller antworten: Das Glas ist in Eller immer halb voll und auch die Teller.“
Das Land NRW, das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Gesellschaft für Literatur NRW, das Literaturbüro NRW, Verdi und der VS-NRW bezuschussten die Lesung. Das Team der Stadtbücherei Eller sorgte für den reibungslosen Ablauf am Gertrudisplatz 16-18, 40229 Düsseldorf. Die nächste Veranstaltung ist in der Bibliothek Monheim, die Einladung dazu erfolgt noch, die vierte Veranstaltung dann im Literaturbüro NRW im Gerhart-Hauptmann-Haus, Infos dazu: www.literwww.literaturstadtduesseldorf.de

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