Fotofreunde :Düsseldorf im größten Kalkwerk Europas

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Ein Schwer-Lastkraftwagen kann 80 Tonnen Gestein transportieren.
 
Die Riesenlaster bringen 800 PS Leistung
Wülfrath: Rheinkalk |

Am Mittwoch haben wir unsere Reihe von Werksbesichtigungen fortgesetzt und das größte Kalkwerk Europas in Wülfrath besucht. Der Zeittunnel bietet in den Sommermonaten regelmäßig einmal monatlich diese Touren in das Werk Flandersbach und die Steinbrüche an. Diesmal konnten wir auch zwei Sprengungen sehen. Die Touren sind immer sehr schnell ausgebucht.


Mehr als 100 Jahre Kalkabbau

Die Firma Rheinkalk betreibt in Flandersbach das größte Kalkwerk Europas. 1903 gründete August Thyssen die Rheinischen Kalksteinwerke. Bereits 1899 ließ er in Schlupkothen Kalkstein brechen, den er zur Stahlerzeugung in seinen Hüttenwerken in Duisburg brauchte. Mit Kalk werden die Verunreinigungen im Rohstahl gebunden, so dass hochwertiger Stahl entstehen kann. Kalkstein ist vor Jahrmillionen in einem Urmeer, das das Bergische Land umspülte, aus urzeitlichen Korallen enstanden. In Wülfrath ist der Kalkstein grau, weil er einen hohen Anteil von Kohlenstoff enthält. Es gibt aber auch ganz weiße Naturkalke, wie die Kreidevorkommen in Norddeutschland.

Seit 1997 gehören die Rheinischen Kalksteinwerke zu 100 Prozent zur belgischen Lhoist-Gruppe. 1999 werden die Kalk- und Dolomitaktivitäten der Rheinischen Kalksteinwerke und der RWK Kalk in der neuen Gesellschaft Rheinkalk vereint. In den Steinbrüchen Rohdenhaus und Silberberg werden jährlich 10 Millionen Tonnen Kalkstein im Tagebau gebrochen. Hier ist alles etwas größer: Die Schwer-Lastkraftwagen transportieren 80 Tonnen Gestein auf ihrer riesigen Ladefläche. Die Riesenlaster sind 800 PS stark. Mittlerweile geht es in Rohdenhaus 300 Meter tief in die Erde, um weitere 100 Meter soll der Steinbruch noch nach unten wachsen. Der Kalksteinabbau ist bis zum Jahr 2048 gesichert.

Achtung Sprengung!

Wir konnten zwei Sprengungen beobachten, bei denen 20.000 und 22.000 Tonnen Gestein gesprengt wurden. So mancher macht sich von diesen Sprengungen ein falsches Bild. Statt eines großen Knalls werden die Zünder im Tausendstel-Sekundenabstand gezündet, dadurch werden Lärm und Erschütterungen zum Schutz der Anwohner minimiert. Der Sprengstoff besteht aus Ammoniumnitrat und Schweröl. Die nur in Verbindung explosiven Komponenten werden erst am Bohrloch vermischt und später elektrisch gezündet. Durch diese Vorgehensweise wird eine hohe Arbeitssicherheit gewährleistet. Auch die beiden großen Brecheranlagen sind wegen des Lärmschutzes komplett eingehaust. Hier wird der Kalkstein von Kreiselbrechern in kleine Stücke gebrochen. Durch einen Tunnel ging es in den neuen Steinbruch "Silberberg". Der Steinbruch "Silberberg" ging am 15. August 2008 in Betrieb. Mit dem Abraum wird der ehemalige Steinbruch Rohdenhaus-Süd verfüllt. Früher schüttete man an den Steinbrüchen hohe Halden auf, die heute mit Bäumen bewachsen und über Wanderwege zum Teil öffentlich zugänglich sind.

Das Werk Flandersbach ist das größte Kalkwerk Europas

Über eine Bandförderanlage gelangt der Kalkstein in die Wäsche, hier wird er von Sand getrennt, der in das Sedimentationsbecken geleitet wird. In der Klassierung fällt der Kalkstein durch mehrere Siebe und und wird nach verschiedenen Körnungen sortiert. Die größeren Kalkstein gehen zum Brennen in die Schachtöfen, die kleineren kommen in die Drehrohröfen. Nach dem Brennen sind die Kalkstein weiß, während des Brennvorgangs wurde das Kohlendioxid aus dem Kalk ausgetrieben. Die Kalksteine und Kalkprodukte werden mit der Bahn oder über die Straße weiter zu den Abnehmern transportiert. Im Werk befindet sich auch eine Anlage für Fertigbaustoffe, Schotter wird im Straßenbau verwendet.

Zuletzt fuhren wir zum Sedimentationsbecken, das sich im ehemaligen Steinbruch Prangenhaus befindet. Hierher wird das Wasser aus der Wäsche geleitet. Die Sedimente setzen sich hier ab, Tonteilchen geben dem Wasser die typische blaue Farbe. Das Wasser wird zum Teil wieder abgepumpt und erneut in der Wäsche genutzt.

Die Touren sind immer schnell ausgebucht, eine frühzeitige Anmeldung ist daher ratsam.

Weitere Infos hier

Weiter Infos zum Kalkabbau und zur Verwendung hier
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4 Kommentare
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Uwe Beckers aus Düsseldorf | 29.08.2013 | 10:01  
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Alfred Wolff aus Düsseldorf | 29.08.2013 | 20:14  
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Helmut Friedrichs aus Essen-Steele | 01.09.2013 | 18:28  
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Sabine Pentzek aus Düsseldorf | 01.09.2013 | 20:10  
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