"Hinter dem Vorhang" - Ausstellung über Verhüllung und Enthüllung im Museum Kunstpalast

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"Hinter dem Vorhang", Blick in die Ausstellung mit "Wrapped Beetle" (1963) und "Package on Luggage Pack" (1962) von Christo
 
"Hinter dem Vorhang", Blick in die Ausstellung mit Tizians Porträt des Kardinals Filippo Archinto (1558)
Düsseldorf: Museum Kunstpalast |

"Hinter dem Vorhang. Verhüllung und Enthüllung seit der Renaissance. Von Tizian bis Christo", die neue Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunstpalast widmet sich dem vielfältigen Themenbereich der Verhüllung und Enthüllung in den verschiedenen Epochen der Kunst. Es ist eine üppige Ausstellung geworden, die raffiniert präsentiert wird. Also, Vorhang auf! - für diese großartige Ausstellung.

Die Idee zu dieser Themenausstellung hatte Beat Wismer, Generaldirektor des Museum Kunstpalast, als er Tizians "Bildnis des Kardinals Filippo Archinto“ im Philadelphia Museum of Art sah. Tizian hatte den Kardinal halbverdeckt hinter einem zarten Vorhang gemalt. Sofort war klar, dass dieses Bild Ausgangspunkt für das Ausstellungskonzept "Vorhang und Schleier" sein musste. Zusammen mit Claudia Blümle, Professorin am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität Berlin, entstand die umfangreiche Präsentation.

"Who is Who" der Kunstgeschichte

Die Liste der Künstler und der leihgebenden Museen aus aller Welt ist beeindruckend. Das New Yorker Metropolitan Museum, das Pariser Musée d´Orsay, der Prado in Madrid sowie viele andere international renommierte Museen und Sammlungen ließen sich nicht lumpen und schickten ihre wertvollen Schätze zu diesem Thema nach Düsseldorf. Es sind über 200 Leihgaben, Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Fotografien und Installationen zu sehen. Das Spektrum reicht von der klassischen, figurativen bis zur ungegenständlichen Malerei, von der Objekt- zur Installationskunst, von der Fotografie bis hin zu Video- und Projektionsarbeiten. Die zeitliche Spanne der ausgestellten Werke reicht von der Malerei der Renaissance und des Barock, über die Moderne bis hin zur Kunst der Gegenwart- darunter sind Arbeiten u.a. von Francis Bacon, Max Beckmann, Arnold Böcklin, Christo, Eugène Delacroix, Lucian Freud, El Greco, Jean-Ètienne Liotard, René Magritte, Neo Rauch, Rembrandt, Gerhard Richter, Cindy Sherman, Jaocopo Tintoretto, William Turner.

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Räume. Im ersten Raum beginnt der Rundgang mit den alten Meistern, der zweite Raum widmet sich der zeitgenössischen, modernen Kunst. Im ersten Teil durchschreitet der Besucher aufeinanderfolgende Kabinetträumen, in denen das Thema Vorhang unter verschiedenen Aspekten beleuchtet wird. Der zweite Teil der Ausstellung wird in der 12 Meter hohen Ausstellungshalle gezeigt. Hier ist Platz für großformatige Bilder und für Raum hohe Installationen.

Der Vorhang als Thema in der Kunst

Interessant zu verfolgen, wie der Vorhang in den Kunstepochen behandelt wurde. Der Vorhang diente einst zum Schutze des Gemäldes, verhalf ihm auch zur dramatischen Präsentation, wenn er dann beiseite gezogen wurde. Im Laufe der Zeit wurde der Vorhang immer mehr zum Teil des Bildmotives. Die Künstler bedienten sich seiner als Mittel, um den Betrachter tiefer in das Bildmotiv einzuführen. Es wurde und wird mit der Neugierde des Betrachters gespielt. Was ist verborgen, was ist zu sehen? Ist der Vorhang dicht und lässt keinen Blick hindurch oder ist er ein zarter Schleier, der verrät, was hinter ihm geschieht? Mal dient der Vorhang als Hintergrund, dann wieder ist er das zentrales Bildmotiv. Täuschend echt gemalt, so dass man ihn greifen möchte wie bei Raphaelle Peale oder in wilder Maltechnik auf großer Leinwand als zerrissenen Vorhang "hingeworfen" wie im Bild von Dieter Krieg. Der Vorhang kann feste Bandage oder zarter Schleier sein oder wie bei Christo ein Mittel zur Verhüllung. Der in der Ausstellung gezeigte "verpackte Käfer", der "Wrapped Beetle" von 1963 wurde von Christo übrigens in Düsseldorf verhüllt. Das Wort "verpacken" hört Christo nicht so gern. Ganz poetisch wirkt der Vorhang in Form eines Regenschleiers in den Fotografien von Thomas Florschütz. Und man staunt, wie zart einst Antonio Corradini den Schleier aus Marmor um das Frauenantlitz legte.

So birgt die Ausstellung viele wunderbare Entdeckungen. Ganz nach persönlichem Geschmack und Vorliebe kann man zwischen den beiden Räumen wechseln, auf der Suche nach dem Geheimnis der Ver- und Enthüllung.

Die Ausstellung läuft bis zum 22. Januar 2017
Mehr Infos zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm hier


Freier Eintritt am 13. November 2016 mit kostenlosen Führungen und Workshops (HSBC-Tag)

Stiftung Museum Kunstpalast
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
www.smkp.de

Hier einige Ausschnitte, die Fotos enstanden bei der Ausstellungs-Vorstellung. Viel Spaß beim virtuellen Rundgang:
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4 Kommentare
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Karl-Heinz Hohmann aus Unna | 10.11.2016 | 15:02  
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