"Vom Geist der Weihnacht" in Düsseldorf: Wie schön!

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Die Menschen in London feiern fröhlich Weihnachten. Alles wäre vielleicht gut, gäbe es nicht Scrooge... Foto: BB Promotion

Irgendwie liegt etwas Feierliches in der Luft. Es ist Donnerstagabend. Das Musical „Vom Geist der Weihnacht“ feiert Premiere im Capitol Theater in Düsseldorf.

Viele der Besucher haben sich, wie auf den Einladungen ausdrücklich gewünscht, schick gemacht. Dabei gibt es an diesem Abend eigentlich nichts Neues, denn wer kennt sie nicht: die Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ von Charles Dickens auf der das Musical basiert. So lässt sich, bevor sich der durchscheinende Vorhang zur Seite zieht, Autor und Komponist Dirk Michael Steffan auch nur kurz auf der Bühne blicken. 500.000 Zuschauer hat er seit 2001 schon mit seiner Musicalfassung in Deutschland begeistert, dieses Jahr ist nun Düsseldorf dran.
Es geht los. Schnell ist der Zuschauer in der Geschichte. Menschen feiern auf dem Marktplatz. Die Kulisse ist einfach, aber effektiv: Häuser, in deren Fenstern stimmungsvoll die Lichter brennen. Ein spielfreudiges Ensemble samt den aus Düsseldorf stammenden und vorher gecasteten Kindern präsentiert sich fröhlich. Noch während sie „Fröhliche Weihnachten“ rufen, braut sich ein Gewitter zusammen und der Geist des verstorbenen Marley (sehr überzeugend: Peter Trautwein) erscheint. Die Bühne dreht sich. Ortswechsel. Scrooge taucht auf der Bildfläche auf. Er lacht nicht, er singt nicht, er rotzt „Weihnachten ist Rattendreck“ raus. Kristian Vetter ist großartig in seiner Rolle als geiziger und verbitterter Geizhals. Und er wird es auch sein, der am Ende von "Vom Geist der Weihnacht" am meisten Applaus erhält. Seine Wandlung zum Gönner vollzieht er hervorragend, ob rotzig, ängstlich, verzweifelt, unsicher oder später auch geläutert: seine Rolle sitzt. Die Figur des Scrooges wie auch Marley nehmen die Besucher in der ersten Hälfte mit durch die Geschichte. Später kommt der Engel hinzu. Stefanie Hertel ist in Düsseldorf die Starbesetzung. Mit glockenklarer Stimme taucht sie auf. Die Bühne ist leer. Nur sie und Lichstrahlen. Sie singt, die Zuschauer sind begeistert. Dass klitzekleine Fünkchen, was am Schauspiel fehlt, macht sie mit ihrer Stimme und Sympathie wieder wett.
Dann dreht sich die Bühne wieder, wie noch oft an diesem Abend. Lebhafte Szenen mit vielen Ensemblemitgliedern wechseln sich mit ruhigeren Minuten und nur wenigen Menschen auf der Bühne ab.
Am Ende ist dann alles gut. Und weil es so schön war, singen alle Darsteller mit Kindern, die auf die Bühne strömen, noch ein Stück, es heißt „Wunderwerk der Liebe“. Eine schöne Premiere, ein tolles Stück...
„Vom Geist der Weihnacht“ läuft noch bis zum 29. Dezember im Capitol. Karten gibt es unter anderem unter der Tickethotline 0201/8046060 oder direkt im Capitol, Erkrather Straße 33, Tel.: 0211/73440.
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