Conny meets Lili Prent und Tommy Krappweis

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Tommy Krappweis gehört zu den beliebsten Gästen der regelmäßig stattfindenden RingCon, Europas größter Fanatsy Convention.

In diesem Jahr brachte er Verstärkung mit nach Bonn: Lili Prent, Hauptdarstellerin seines Kinofilms "Mara und der Feuerbringer", welcher im Herbst 2014 in unseren Lichtspielhäusern Einzug halten wird, war (genauso wie Christoph Maria Herbst) mit von der Partie und eroberte die Herzen der RingConner im Sturm.

Wir von Geschichte für alle haben Tommy und Lili am Sonntag zum Interview getroffen und in diesem Zusammenhang u. a. herausgefunden, was Tommy von Schauspielschulen hält, wie es ist, mit Filmgrößen wie Jan Josef Liefers und Christoph Maria Herbst zu drehen und was es mit der Verfilmung der beiden anderen "Mara"-Teile auf sich hat.

Wir sehen uns 2014 im Kino!

Liebst,
Conny

Conny: „Musste „Mara und der Feuerbringer“ für das Kino bzw. den Film umgeschrieben werden?“
T. Krappweis: „Ja, das musste es. Hätte unsere Lili die ganze Zeit innere Monologe geführt, wie Mara im Buch, hätte man sehr oft einfach nur ihr Gesicht in Großaufnahme gesehen und wir hätten nachträglich ihre Gedanken darüber synchronisieren müssen. Das wäre dann mehr in Richtung „Bridget Jones“ gegangen. Die Mara im Film ist daher nicht ganz so introvertiert. Sie redet mehr als die Mara im Buch. Dieses „in-sich-reingefressene“ ist in einem Film sehr schwer umsetzbar. Für einen Film ist die Figur immer noch verhältnismäßig still und zurückhaltend. Die Dinge, die sie sagt, entsprechen aber den Dingen, die sie –sinngemäß- im Buch eben denkt. Auf den ersten Blick mag sich das für die Zuschauer anders anfühlen. Als wir aber gestern den Trailer hier auf der RingCon gezeigt haben, habe ich bemerkt, dass nur ich das so zu sehen scheine. Das Ganze hat wunderbar funktioniert. Im Buch taucht der Lindwurm ausserdem auf der Ludwigsbrücke auf. Da mussten wir ihn aber wieder runter holen und in die Münchner Residenz packen, da uns die Kollegen in München vom KVR eröffnet haben, dass sie zwar die Ludwigsbrücke sperren lassen würden, aber nicht die Fahrradwege. Das bedeutet, dass wir die ganze Zeit Menschen vor der Kamera gehabt hätten, die in Panik wegrennen, zwischen denen aber gemütlich Fahrräder hindurchfahren. Das hätte aller Wahrscheinlichkeit nach recht albern ausgesehen. Es wäre auch unmöglich, die Fahrräder im Nachhinein raus zu retuschieren. Dadurch, dass wir dann in der Residenz, im Brunnenhof gedreht haben, fanden wir aber einen inhaltlichen Twist, der sich einfach anbot. Dieser ist so witzig, dass ich jetzt in lauen Nächten daran gedacht habe, den Roman noch mal umzuschreiben, weil die Idee so schön ist. Das Ergebnis ist aber geheim (lacht).“

Conny: „Ich bin gespannt.“

T. Krappweis: „Ich auch (lacht).“

Conny: „Lili, du hast ja schon einen Film („Jeder Tag zählt“) gedreht. Jetzt hast du mit großen Schauspielern wie Jan Josef Liefers und Christoph Maria Herbst gearbeitet. Wie war das für dich?“
L. Prent: „Das Ganze war sehr, sehr spannend. Ich war total aufgeregt. Man setzt sich auch selbst ein wenig unter Druck, wenn man sich vor Augen führt, was für Filmgrößen das eigentlich sind. Immerhin sind die beiden „alte Hasen“ im Geschäft und ich als Jungspund… . Als ich die beiden das erste Mal getroffen habe, hatte ich richtig Herzklopfen. Sie haben sich aber gleich mit Vornamen vorgestellt und waren wahnsinnig nett. Ich habe mich mit ihnen unglaublich toll verstanden. Wir haben uns auch im Spiel gut ergänzt. Die beiden sind zwei sehr nette Menschen, die ich wirklich in mein Herz geschlossen habe.“
T. Krappweis: „Das Tolle ist, dass Lili sich auch auf die verschiedenen Spielweisen eingestellt hat. Christoph Maria Herbst ist jemand, der die Rolle des Loki perfekt ausgefüllt hat. Er musste seinem Part auch durch die Art des Spiels und des Sprechens dieses historische und archaische verleihen und den Text meistens wortwörtlich aus dem Drehbuch umsetzen. Lili hat entsprechend wiederholbar und akkurat gespielt. Bei Jan Josef Liefers allerdings ist jeder Take anders. Da er so spielt, wie er die Rolle, die Situation, gerade spürt. Beides hat seine absolute Berechtigung, da die beiden Schauspieler genau deswegen so gut sind. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie Lili jedem das zurück gegeben hat, was er braucht. (zu Lilly) Du solltest wirklich nicht auf eine Schauspielschule gehen. Die machen alles kaputt!“

Conny: „Das wäre meine nächste Frage gewesen. Würdest du nicht gerne auf eine Schauspielschule gehen?“
L. Prent: „Ich habe dieses Jahr noch zwei Vorsprechen an einer Schauspielschule in Berlin und an einer in München.“
T. Krappweis: „Mein Herz wird gerade zu Stein.“
L. Prent: „Seit ich zwölf bin, habe ich gesagt, dass ich auf eine Schauspielschule gehen und eine richtige Ausbildung machen möchte. Inzwischen hat Tommy mir das ein wenig ausgeredet…“
T. Krappweis: (ironisch) „Nein, mach das ruhig!“
L. Prent: „Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich angenommen werden würde, aber wenn sie mich nicht nehmen würden…“
T. Krappweis: „Hurra!“
L. Prent:“ (lacht)… dann würde ich versuchen, anders meinen Weg zu gehen. Ich finde aber, dass man an einer Schauspielschule einen guten Überblick über Theatergeschichte und Literatur bekommt.“
T. Krappweis: „Da kann man auch ein Buch lesen.“
L. Prent: „Ich warte einfach mal ab, wie sich die Dinge entwickeln.“
T. Krappweis: „Grmpf.“

Conny: „Nochmal zurück zum Film: Du hast zusammen mit Herrn John Nugent, der auch Visual Effects für „Matrix“ und „Der Herr der Ringe“ gemacht hat, zusammengearbeitet. Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit?“
T. Krappweis: „Wir wollten nicht die „üblichen Verdächtigen“ haben, auf die man in Deutschland im Normalfall zurück greift. Im Allgemeinen gibt es aber hier auch nicht soooo wahnsinnig viele alte Hasen wie John Nugent, … zumindest nicht in der Qualität, die wir gebraucht haben. Vielleicht kannten wir aber auch nicht so viele (lacht). Dann haben wir eine Ausschreibung über die Grenzen Deutschlands hinaus gemacht. Natürlich haben wir dabei auch nach Menschen Ausschau gehalten, die eben Filme gemacht haben, die wir gut finden. Irgendwann hatten wir dann Kontakt zu John. Wir haben mit ihm geskyped und festgestellt, dass er die für uns richtigen Dinge sagt. Beispielsweise zunächst einmal alles zu drehen, was man vor die Kamera bekommt und nicht von vornherein unser Feuerwesen oder ähnliches rein digital herzustellen. Das kam mir sehr entgegen. Im Zweifelsfall sieht es immer besser aus, die Dinge zunächst „in echt“ zu drehen. John hat uns auch viele Beispiele aus „Der Herr der Ringe“ gezeigt. Hier sind sie oft genauso vorgegangen. Die kleinen Wassertröpfchen, das Plätschern, wenn Gollum den Fisch fängt, die Bewegung der Blätter auf dem Boden, wenn er darüber läuft… das alles haben sie gedreht. Gott sei Dank war John auch überzeugt von der Story aus „Mara und der Feuerbringer“, weil es für ihn etwas Neues war. Es gibt keine vergleichbare Figur, die sich so verhält, so unwillig ist und auch noch Witze dabei reißt. Auf einmal war er dann da und stellte sich als wahnsinnig witziger Typ heraus, der auch sehr gut Leute nachmachen kann. Er kann unseren Kameramann nachmachen, wie er englisch spricht. Bei „Der Herr der Ringe“ haben die Leute gesagt, sie hätten Geld gesammelt, um ihm seine Stimmbänder entfernen zu lassen.“

Conny: „Lilly, über dich habe ich verhältnismäßig wenig im Internet gefunden. Du hast keinen facebook-Account usw. . Gibt es dafür einen Grund?“

L. Prent: „Nein, ich habe noch keinen öffentlichen Account auf facebook. Vielleicht werde ich mir in den nächsten Wochen einen anlegen, aber bisher war das noch nicht nötig. Vielleicht wird das im Zuge der Promotion für den Film anders… .“ T. Krappweis: „Eine Fanpage wäre schon ganz gut. Man muss ja nicht jeden Tag schreiben, so wie ich das mache. Aber wenn die Leute auf einer Con waren und dich markieren möchten, wäre das schon gut. Aber: Genieß die Ruhe noch!“ (A. d. R.: Inzwischen hat Lilian Prent einen öffentlichen Facebook Account unter ihrem Namen)

Conny: „Was ist eigentlich mit Teil 2 und 3? Kommen die auch ins Kino?“
T. Krappweis: „Wenn wir mit dem ersten Teil 1 Mio. Zuschauer haben, drehen wir die anderen beiden.“

Conny: „Und käme denn so was wie Crowdfounding, beispielsweise wie beim „Stromberg“-Film in Frage?“
T. Krappweis: „Nein, ich glaube das wäre für diese Art Film und das benötigte Budget nicht realistisch. Es müssen einfach nur eine Million Menschen ins Kino gehen. Dann würden sich Teil 2 und 3 lohnen. Ich persönlich glaube zwar, dass wir 1,5 Mio. brauchen, damit es sich wirklich lohnt. Ab einer Million können wir aber sagen, dass das Ganze funktioniert hat. Letztendlich ist der Film für alle anderen –außer uns- eine geschäftliche Unternehmung… also auch eine Risikoinvestition. Ich möchte alles tun, damit alle ihr Geld zurück bekommen, um uns dann auch hoffentlich zu ermöglichen, die anderen Teile zu machen.“

Conny: „Sind eine Million Zuschauer realistisch? Die Bücher gehen ja weg wie warme Semmeln…“

T. Krappweis: „Ja, das stimmt. Das ist aber deswegen so, weil ich den Menschen sozusagen persönlich sage, dass es die Bücher gibt. In der Buchhandlung würde sie niemand anschauen, weil die potentiellen Leser sie entweder nicht vorfinden oder dann gar nicht wissen, worum es geht. Durch die RingCon ändert sich das Ganze erfahrungsgemäß wieder ein Stück. Nach dieser Veranstaltung bemerken wir immer einen starken Effekt. Mit steigenden Verkaufszahlen ist aber auch dann zu rechnen, wenn die große Promowelle der „Constantin“ anrollt und der Film im Herbst 2014 kommt. Darauf hoffen wir natürlich alle. Aber alles, was ich jetzt tun kann, um den Leuten klarzumachen, dass „Mara und der Feuerbringer“ ein unterhaltsames Buch ist, tue ich.“

Bilder der Ringcon 2013 (I)

Bilder der Ringcon2013 (II)
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