"Nicht einschüchtern lassen" – So wird in Düsseldorf auf den Terror von Paris reagiert

Anzeige
Öffentliche Anteilnahme: Vor dem Französischen Generalkonsulat in Düsseldorf wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Blumen und Kerzen abgelegt. (Foto: Wappner)

Die Erschütterung der Terror-Anschläge in Paris reicht bis nach Düsseldorf. Hier zeigen sich die Verantwortlichen zwar betroffen, aber auch entschlossen, sich in der Durchführung öffentlicher Veranstaltungen nicht einschränken zu lassen.

Der islamistische Terror, der am vergangenen Freitag 132 Menschen das Leben nahm und viele weitere verletzte, hat auch in Düsseldorf tiefe Betroffenheit ausgelöst. Viele Menschen sorgen sich um ihre Sicherheit, gerade im Hinblick auf den Besuch von Großveranstaltungen. Mit dem rheinischen Fußball-Derby am Freitag, der Box-WM im Schwergewicht in der Woche darauf und dem Start diverser Weihnachtsmärkte rücken diese nun verstärkt in den Fokus.

Die Polizei überwacht schon seit seit den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 die Weihnachtsmärkte schärfer als vorher. „NRW steht schon lange im Focus und es gibt für alle Veranstaltungen mit einem erhöhten Menschenaufkommen ein Sicherheitskonzept“, erklärt eine Sprecherin des Innenministeriums auf Anfrage.

Ein klares Statement gibt es auch seitens Düsseldorf Congress Sport & Event, dem hiesigen Anbieter von Veranstaltungsstätten wie der Esprit-Arena und dem ISS Dome. „Die Veranstaltungssicherheit ist nicht beeinträchtigt“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Demnach gebe es „keine Hinweise auf konkrete Gefährdungen für Veranstaltungen in den Häusern von Düsseldorf Congress Sport & Event“.

Die Veranstaltungsgesellschaft stehe in engem Kontakt und Austausch mit den Sicherheitsbehörden. Demnach lägen keine Erkenntnisse vor, die abwehrende Maßnahmen im Veranstaltungsbetrieb erfordern.

Im ständigen Austausch mit Sicherheitsbehörden


Weiter heißt es: „Düsseldorf Congress Sport & Event hat bewährte Sicherheitskonzepte mit umfangreichen Maßnahmen in den Veranstaltungsstätten in der Landeshauptstadt. Gleichwohl sind die neuen Ereignisse Anlass, alle bestehenden Sicherheitsvorkehrungen in den Häusern mit besonderer Aufmerksamkeit zu überprüfen.“ Auch hier stehe man in ständigem Austausch mit den Sicherheitsbehörden.

Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga, äußerte sich wie folgt: „Wir stehen natürlich in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden. Wichtig ist nach den Vorfällen in Paris und Hannover, dass wir besonnen bleiben und angemessen auf eventuelle Bedrohungen reagieren." Bislang gebe es allerdings keine Anzeichen für eine veränderte Sicherheitslage bei Eishockeyspielen. "Dennoch ist sich jeder Club seiner Verantwortung gegenüber Besuchern und Spielern bewusst, so dass die Sicherheitskonzepte ständig einer möglichen Bedrohungslage angepasst werden."

Erhöhte Vorsicht aber keine Panik – so lässt sich auch die Gemengelage bei den Organisatoren der Düsseldorfer Stadtteil-Weihnachtsmärkte zusammenfassen. „Zunächst einmal stehen Betroffenheit und Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen im Vordergrund“, sagt Gunther Philipps von der Werbe- und Interessengemeinschaft Gerresheim, die mit dem Weihnachtsdorf auf dem Gerricusplatz einen der traditionsreichsten Adventsmärkte Düsseldorfs ausrichtet. Philipps weiter: „Solcher Terror führt auch bei uns zu geschärfter Wachsamkeit aber nicht zu übertriebener Angst.“

Hans Küster hat „kein mulmiges Gefühl“. Der Chef der Bürgerhilfe Gerresheim, die demnächst im Rahmen ihrer Einkleidungsaktion auch zehn Flüchtlingskinder mit neuer Kleidung ausstattet, sagt: „Angst wäre ein schlechter Ratgeber.“ Mit Blick auf die bevorstehende Weihnachtszeit und die Praxis, diese mit vielen Veranstaltungen öffentlich zu feiern, betont Küster: „Wir ziehen uns nicht zurück von unseren christlichen Traditionen.“

Auch Ralf Hansen von der Werbegemeinschaft „IndividuEller“ drückt sich unmissverständlich aus: „Wir handeln genauso, wie wir es auch sonst getan haben und gehen nach dem Motto: Jetzt erst recht! Unsere Veranstaltungen finden wie geplant statt. Wir lassen uns die Errungenschaften der freien demokratischen Grundordnung nicht vermiesen.“

"Alle Veranstaltungen finden wie geplant statt"


Renate Rönnau, Vorsitzende der AG Benrath, die das dortige Weihnachtsdörfchen organisiert: „Wir finden es alle entsetzlich, was passiert ist. Aber wenn wir uns jetzt einschränken, haben die Terroristen ihr Ziel erreicht. Und das wäre das falsche Signal. In Benrath finden alle Veranstaltungen wie geplant statt.“

Die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel von der Interessengemeinschaft „Wir in Rath“, die am 4. Dezember ihr jährliches Nikolausfest auf dem Hülsmeyerplatz veranstaltet, bekräftigt: „Auf gar keinen Fall aber sollten wir uns einschüchtern lassen. Dann hätten die Terroristen schon gewonnen.“
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.