Glasfaser in Kettwig

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Uwe Breder (EWG), Dr. Dietmar Düdden, Geschäftsführer EWG, Alois Pichler, Nano-Trench Geschäftsführer, Dirk Brameier, Versatel, und Bürgermeister Franz-Josef Britz bei der Verlegung der letzten Meter Kabel des Projektes Auf der Rötsch (von links). Fotos: Heuer
 
Der Einschnitt in die Straße erfolgt schnell und problemlos...
Stadt, Wirtschaftsförderung und Versatel starten Pilotprojekt im Gewerbegebiet Auf der Rötsch

Die Zukunft der schnellen Breitbandtechnologie über Glasfaser hat nun auch das Gebiet Auf der Rötsch erreicht. In rekordverdächtiger Zeit von nur drei Tagen verlegte ein österreichisches Unternehmen rund 1,2 Kilometer Glasfaser in der Straße.

Von Dirk-R. Heuer

Das eingesetzte Verfahren wird in NRW zum ersten Mal eingesetzt - bundesweit gibt es nur in Bayern ein weiteres Projekt dieser Art. Und natürlich in Österreich, wo das Verfahren entwickelt und durch das bereits 82 Kommunen an die Breitbandkommunikation angeschlossen wurden. Die Idee dahinter klingt einfach: Mit einer Diamantscheibe fräst eine Maschine einen schmalen Schlitz mit einer Tiefe von 11,5 bis 12 Zentimetern in die Teerschicht einer Straße. Anschließend wird das Glasfaserkabel verlegt und der Schlitz mit einem Epoxidharz sicher und sauber verschlossen. "Die Baukosten unseres Verfahrens liegen im Vergleich zu normalen Verlegung um 30 bis 40 Prozent niedriger", erklärt Alois Pichler, Geschäftsführer des durchführenden Unternehmens Nano-Trench, beim Ortstermin. Die Bauzeit verkürze sich um rund elf Wochen. Der Vorteil der Glasfaser liege in seiner Kapazität, die um das 80.000-fache größer sei als das normale Kupferkoaxialkabel. Bundesweit gebe es davon noch rund 2,2 Millionen Kilometer. Lediglich 1,5 Prozent der deutschen Leitungen bestünden derzeit aus Glasfaserkabeln. Der Essener Bürgermeister Franz-Josef Britz nannte die neue Baumethode ein gutes Beispiel, wie Kabel ohne große Belastungen für Anwohner und Unternehmen verlegt werden können.
"Wir haben das neue Verlegeverfahren erstmals eingesetzt", sagt Dirk Brameier. Der Versatelmanager ist zuständig für den Ausbau von Netzen. "Die schnelle Verlegeart und damit auch Einbindung der Kabel ins bestehende Netz bei Minimierung von Kosten macht das Projekt hier Auf der Rötsch erst möglich", erklärt Brameier. "Unsere weiteren Planungen vor Ort sehen vor, zunächst einen Mobilfunkmast in direkter Nähe der MediClin Fachklinik an die Leitung anzubinden. Im nächsten Schritt besteht für Unternehmen an der Charlottenhofstraße und Auf der Rötsch die Möglichkeit, sich direkt ans Glasfasernetz anzuschließen." Auch Gespräche mit Privatkunden führe das Unternehmen. Für die Kunden stehe nun eine sehr schnelle Datenleitung für sehr große Datenmengen zur Verfügung. Die neue Leitung werde an eine bestehende Versatel-Glasfaserleitung angebunden.
Insgesamt verfüge Versatel bundesweit über das zweitgrößte Glasfasernetz. In Essen könne das Unternehmen auf ein Netz von rund 300 Kilometern zugreifen. Ziel sei der weitere Ausbau, insbesondere in Gewerbegebieten.
"Wir begrüßen die Weitsicht des Essener Stadtrates, den Ausbau der Breitbandkommunikation und damit schnelle Datenübertragungen zu fördern", erklärt Dr. Dietmar Düdden, Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderung (EWG). "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den flächendeckenden und zukunftsträchtigen Breitband-Ausbau in Essen zu beschleunigen. Das Projekt in Kettwig ist dabei ein wichtiger Schritt", betont Düdden.
Ziel sei, allen Essener Unternehmen und Privathaushalten den Zugang zum Hochgeschwindigkeits-Internet mit 100Mbit/s zu ermöglichen. Essen sei mit dem Ruhr-Hub bereits entsprechend gut aufgestellt, so Düdden.
"Wann ganz Kettwig in den Genuss des schnellen Internets kommt, kann ich noch nicht sagen. Nicht nur Versatel verlegt in Essen Glasfaserkabel", erklärte Uwe Breder, Breitband Koordinator der EWG. Nach dem Teelbruch sei nun aber ein weiteres Gewerbegebiet in Kettwig an das schnelle Netz angebunden.
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