Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel: Einsparungen sind ein Muss

Anzeige
Das Foto zeigt (v.l.). Pfarrgemeinderatsvorsitzender Heinz Willing, Pfarrer Gereon Alter und Kirchenvorstandsmitglied Berthold Scheele Foto: privat

Erst vor kurzem titelte das Bistum Essen, der Pfarreientwicklungsprozess (PEP) sei im Endspurt und auch auf der Ruhrhalbinsel lässt sich dies feststellen. Die vier pastoralen Arbeitsgruppen haben ihre Arbeit beendet und ihre Vorschläge abgegeben.

Die Arbeitsgruppe 5, die sich mit der wirtschaftlichen Situation der Pfarrei auseinandergesetzt und Zahlen, Daten, Fakten rund um das Leben in der Pfarrei zusammengetragen hat, hat im Pfarrzentrum St. Georg ihre Arbeitsergebnisse der interessierten Pfarreiöffentlichkeit präsentiert.

Kosten steigen an

Rund 250 Personen waren zusammengekommen, um sich über die Situation zu informieren. Dabei wurde bei der Präsentation der Zahlen durch den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Heinz Willing und Kirchenvorstandsmitglied Berthold Scheele recht schnell klar: Ohne Einsparungen an Gebäuden wird sich die finanzielle Situation der Pfarrei bis ins Jahr 2030 unhaltbar verschlechtern.
Dies liegt im Wesentlichen daran, dass die Einnahmen der Pfarrei auf dem aktuellen Niveau bleiben werden – steigenden Steuereinnahmen durch steigende Löhne stehen weniger Kirchenmitglieder gegenüber – während die Kosten für Unterhaltung der Gebäude und Gehälter der Beschäftigten ansteigen.

Zudem sind die Pfarreien im Bistum Essen zukünftig verpflichtet, Rücklagen für die Instandhaltung ihrer Gebäude zu bilden.
Die Höhe der Rücklage für jede Kirche liegt zwischen 23.000 und 51.000 Euro pro Jahr und ist abhängig von der Größe und dem Alter des Gotteshauses.

Vorsorge muss getroffen werden

Aus den Rücklagen werden auch regelmäßig anfallende Reparaturen bezahlt. Und so sinnvoll es ist, Vorsorge zu treffen, so groß ist das Loch, das die Rücklage, die für alle Gebäude zu bilden ist, die langfristig genutzt werden sollen, in den Pfarreihaushalt reißt.
Unter welchen Bedingungen Gebäude erhalten werden können und vor allem welche Gebäude es sind, die bis ins Jahr 2030 genutzt werden sollen, steht aktuell noch nicht fest.
Klar ist, dass sich die Pfarrei von drei bis vier Immobilien trennen muss, unter denen auch Kirchengebäude sein werden, um die notwendigen Einsparungen zu erreichen.
Um möglichst viel Infrastruktur zu erhalten, wird auf die verstärkte Kooperation mit Fördervereinen gesetzt und auch die Ökumene ist ein wichtiges Thema, wenn es darum geht, dass Kirche vor Ort präsent bleibt.
Hier wird bereits heute über die gemeinsame Nutzung von Gebäuden diskutiert. Diesbezüglich kreativ hat sich auch die Pfarrei-Jugend gezeigt, die auf ihrem PEP-Treffen am im Gemeindeheim St. Josef die Ökumene fest im Blick hatte – und in Teilen radikal den Erhalt von Jugend- und Versammlungsräumen dem von Kirchen vorzog.
Mögliche Szenarien zu einem Pfarrei-Votum werden nach den Sommerferien mit den Pfarreigremien beraten.

Gemeinderatswahlen am 11. November

Die Entscheidung dazu soll noch vor den Gemeinderatswahlen am 11. November gefällt und verkündet werden.
Bedenken aus der Zuhörerschaft, dass das Bistum am Ende das Votum der Pfarrei nicht akzeptiert und anders entscheidet, teilt Pfarrer Gereon Alter nicht: „Wenn das Votum die wirtschaftlichen Vorgaben erfüllt, wird es von Seiten des Bistums keine Änderungen geben.“
Die Präsentation zur Informationsveranstaltung ist unter www.kirchturm-denken.de zu finden. 
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.