Agnes Wallek übergibt die Leitung des Bürgermeisterhauses an Carsten Linck

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„Man kann hier nicht einfach nur einen Job antreten, da muss man schon eine ganz besondere Leidenschaft für das Kulturleben mitbringen", sagt Carsten Linck, der künftige Leiter des Bürgermeisterhauses.Foto: Bangert
 

Carsten Linck ist ab dem 1. Juli neuer Geschäftsführer des Bürgermeisterhauses
Agnes Wallek hat einen neuen Mann an ihrer Seite. Zumindest beruflich. Die Geschäftsführerin des Bürgermeisterhauses gibt im Juli nach 31 Jahren ihr Amt offiziell an Carsten Linck ab.

In ihm hat sie einen würdigen Nachfolger gefunden. „Wir kennen uns seit 27 Jahren und als wir 2013 bei einem Konzert ins Gespräch kamen, sagte Carsten, er würde meinen Job gerne übernehmen und ergänzte, dass er hier Zuhause ist, war schon fast klar, dass er es wird.“
Zu diesem Zeitpunkt lebte der studierte Musiker noch auf den Philippinen, wohin es ihn und seine Familie durch den Job seiner Frau 2010 verschlug. Vor einem knappen Jahr haben Wallek und Link begonnen, gemeinsam Seite an Seite und Stück für Stück eine Übergabe des Bürgermeisterhauses vorzubereiten. Linck ist daher kein unbekanntes Gesicht mehr. Ohnehin dürften den gebürtigen Essener und bald auch Wahl-Werdener einige gut kennen. Immerhin hat er 1990 an der Folkwang Musikschule sein Studium der Instrumentalpädagogik abgeschlossen. Danach absolvierte er noch ein Solistenstudium in Düsseldorf. Mit dem Folkwang-Gitarrenduo war er von den 80er Jahren bis 2000 unterwegs. Sein erstes Konzert „musste“ der Gitarrist im Bürgermeisterhaus geben, vor einer Prüfungskommission, die beschloss, ob sich das Duo den Namen überhaupt geben durfte. So schließt sich der Kreis in der Vita von Carsten Linck. Er freut sich sehr darauf, sein Amt im Juli dann offiziell antreten zu dürfen. „Es gibt keinen schöneren Arbeitsplatz als hier im Bürgermeisterhaus“, schwärmt Linck. „Im Sommer kann ich mit einem Kaffee im Garten bei Sonnenschein sitzen und arbeiten“. Doch nicht nur das macht seine Aufgabe als Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins einmalig: „Man lernt hier lauter nette Menschen kennen, und es ist einfach ein ganz besonderer Ort.“
Agnes Wallek ergänzt: „Man kann hier nicht einfach nur einen Job antreten, da muss man schon eine ganz besondere Leidenschaft für das Kulturleben mitbringen.“ Die hat Carsten Linck sichtlich mit im Gepäck. „Hier gibt es keinen klassischen Acht-Stunden Tag. Die Veranstaltungen am Abend und auch am Wochenende möchten betreut und begleitet werden“, so Wallek.
So kann die Übergabe mit einem guten Gefühl stattfinden. „Ich bin seit der ersten Minute hier und habe alles erreicht, was ich mir vorstellen kann“, bestätigt Wallek ihr gutes Gefühl, zu gehen. „Daher bin ich nicht traurig. Sicher wird mir hier und da etwas fehlen, aber ich habe so viel Lob und Anerkennung erhalten, viele Freundschaften geknüpft, dass es einfach eine tolle Zeit war.“ Auf all das freut sich nun Linck. Und auch wenn Agnes Wallek, die eigentlich gelernte Erzieherin ist, es mit ihrem Organisationstalent geschafft hat, dass die Kulturveranstaltungen im Bürgermeisterhaus nicht mehr wegzudenken sind, hat Linck auch eigene Ideen, unter seiner Leitung noch einiges zu verändern: „Der persönliche Charakter des Kultur-Wohnzimmers wird hier immer Bestand haben. Das ist ja ein Grund, weshalb die Menschen so gerne zu uns kommen. Sie werden von uns persönlich begrüßt und wir kümmern uns nicht nur um das Programm, sondern kümmern uns auch darum ob auch noch ausreichend Teebeutel oder Papiertücher vorhanden sind. Wir fahren sogar unsere Künstler nach Hause, damit wir wissen, dass sie wohlbehalten in den Schlaf kommen. Aber ich möchte den Bereich der Kinderkonzerte wieder ausweiten und die Zusammenarbeit mit der Folkwang-Universität weiter ausbauen. Eine Vision ist es auch, dass hier im Sommer Meisterkurse stattfinden können.“ Doch das ist noch nicht alles: „Ich finde, genau wie moderne Kunst wunderbar in das alte Haus passt, ist es auch mit moderner Musik“. Werkstattkonzerte, also Veranstaltungen, bei denen moderne Stücke nicht nur gespielt, sondern den Zuhörern auch ein Zugang dazu verschafft wird, schweben ihm dabei vor. Und: Ab und zu wird Linck auch selbst die Bühne betreten, eben diese Besondere, bei der man so dicht am Publikum ist, dass "die Besucher den Schweiß auf der Stirn der Künstler sehen" und dadurch die ganz besondere Stimmung zu Stande kommt. „Meine Leidenschaft ist und bleibt die Kammermusik.“ So dürfen sich die Besucher auch künftig auch ein vielfältiges und hochwertiges Kulturprogramm in den ganz besonders stimmungsvollen Räumen freuen. Diese werden auch ab und an von Agnes Wallek besucht. Dann endlich, nach 31 Jahren mal als Besucherin. „Ich wollte schon immer mal auf der anderen Seite des Tresens stehen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Und was macht sie? „Erst einmal ein- und ausatmen, dafür war in all den Jahren manchmal wenig Zeit.“ Dann widmet sie sich weiter ihrer fotografischen Leidenschaft und engagiert sich für Zonta, einem internationalen Service Club berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Es dürfte also auch nach Juli nicht still um die Powerfrau werden.
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