Viele Köche verderben den Brei? Neue Kita in Werden zeigt vorbildlich, dass es auch anders geht

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Die Vertreter der vier beteiligten Kooperationspartner sind stolz auf "ihre" neue Kindertagesstätte.
 
Architekt Patrick Krämer informierte vor Ort.

Vor zwei Jahren wurden erste Gespräche geführt, in denen der neue Kindergarten an der Heckstraße thematisiert wurde. Er ist das Ergebnis aus "Zusammenlegung" der ehemaligen Kita "Pusteblume" der Ev. Gemeine und der betriebseigenen Einrichtung des Ev. Krankenhauses Werden.

Mittlerweile ist der Rohbau fertig, Richtfest wurde in den Sommerferien gefeiert. Bereits jetzt zeigt sich, dass das, was sich Architekt Patrick Krämer für die Werdener Kinder überlegt hat, neue Maßstäbe setzen wird. Das Gebäude erinnert eher an ein modernes Wohnhaus, als an einen Kindergarten. Hohe Decken, lichtdurchflutete Räume, eine Dachterrasse: was an der Heckstraße auf dem Grundstück des ehemaligen Ev. Kindergartens genau neben Haus Heck entstanden ist, ist wirklich beeindruckend.
Doch einfach war der Weg bis hierher bestimmt nicht, denn das Gelände wird von drei Seiten durch denkmalgeschützten Objekte eingerahmt. "Da gab und gibt es viel zu beachten, immer wieder müssen die Pläne mit dem Denkmalschutz abgeglichen werden", erklärt der Architekt. Dazu ist der Neubau ein Gemeinschaftsprojekt von vier Kooperationspartnern. Neben der evangelischen Kirchengemeinde Werden, und dem evangelischen Kirchenkreis, ist auch das Evangelische Krankenhaus und das Diakoniewerk Essen beteiligt. Letzteres ist Betreiber der Einrichtung, Bauherr ist das Ev. Krankenhaus.
Aber verderben nicht laut Sprichwort viele Köche den Brei? "Ich muss schon zugeben, dass ich zunächst äußerst skeptisch war. Bei so vielen Kooperationspartnern schien es mir nicht möglich, ein tolles Ergebnis zu erzielen", verrät Pfarrer Oliver Ruoß, der bei Offiziellen Besichtigungstermin gleichzeitig die Verbundenheit der Ev. Kirchengemeinde zum neuen Kindergarten unterstreicht - nicht zuletzt hat seine Gemeinde das Projekt auch finanziell unterstützt.

Ab Januar nächsten Jahres sollen hier knapp 100 Kinder in fünf Gruppen betreut werden. Diese Gruppen werden sich folgendermaßen aufteilen: Zwei Typ 1-Gruppen für Zwei- bis Sechsjährige mit 20 Kindern pro Gruppe, zwei Gruppen des Typs 1 und 2 für Kinder im Alter ab vier Monaten bis sechs Jahren mit 17 Kindern pro Gruppe, sowie eine "normale" Kindergartengruppe für Drei- bis Sechsjährige. Gesamtleiterin ist Simone Sindt, Stellvertreterin Monika Littmann. "Auch für mich als neue Leiterin ist das ganze Projekt eine große Herausforderung. Es ist spannend zu sehen, wie der Kindergarten nach und nach entsteht. Dadurch, dass hier auch sehr junge Kinder betreut werden können, wird das Gebäude eine Menge bieten. Die Gruppen haben zum Beispiel eigene Schlaf- und Ruheräume. Gearbeitet wird auf Gruppenebene, allerdings wird es auch offene Bereiche wie beispielsweise ein Atelier oder einen Musikbereich geben, der von allen Kindern genutzt werden kann. Besonders schön wird auch der Außenbereich. Hier wird den unterschiedlichen Altersgruppen Individuelles geboten. So können zum Beispiel die Größeren Fußball spielen, während die Kleinen im Sandbereich buddeln", weiß Simone Sindt.
Allen Beteiligten ist es wichtig, dass sie mit dem neuen Kindergarten ein Zeichen gegen den allgemeinen Trend zum Ab- und Rückbau setzen. Sie haben bewiesen, dass dieses Großprojekt dank des hohen Engagements vorbildlich realisiert werden konnte.
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