Ambulanter Kinderhospizdienst ´Sternentreppe` beim Hospizkreis Menden

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Ehrenamtliche Mechthild Meier und Koordinatorin Antje Sendzik (von li nach re)
Von 22600 lebensverkürzend erkrankten Kindern sterben jedes Jahr 1500, davon 520 an Krebs. Um diesen Kindern und ihren Familien in ihrer schwierigen Situation unterstützende Hilfe anbieten zu können, sind seit den 1990 iger Jahren bis heute 106 ambulante Dienste entstanden. Einer davon ist der ambulante Kinderhospizdienst ´Sternentreppe` Hagen.
Antje Sendzik (Koordinatorin) und Mechthild Meier (Ehrenamtliche) informierten beim vergangenen Montagstreff über die Arbeit dieses wichtigen Dienstes, der 2005 ins Leben gerufen wurde. Zuständig ist er für betroffene Familien in einem Umfeld von 30 km. Träger ist der Caritasverband Hagen.
Die betroffenen Kinder leiden unter lebensverkürzenden Krankheiten wie Stoffwechselstörungen, Immun-, Organ- und Chromosomendefekte, neurologische Erkrankungen, Schwangerschafts- und Geburtsschäden, onkologische Erkrankungen sowie schwerwiegende Verletzungen durch Unfälle. Sie werden durch das Sozialpsychologische Zentrum und die Kinderklinik betreut. Über diese Einrichtungen erfahren die Eltern von der Existenz des ambulanten Kinderhospizdienstes ´Sternentreppe`. Voraussetzung für das tätig werden dieses Dienstes ist der Wille der Eltern –sie sind Auftraggeber- und ein stetig sich verschlechternder Krankheitsverlauf des betroffenen Kindes (Alter bis ca. 20 Jahre). Die Unterstützung durch die Ehrenamtlichen orientiert sich an den Bedürfnissen der Familien. Es können alltagspraktische Hilfen sein, Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen, Vermittlung von fachlicher Hilfe sowie Gesprächsbereitschaft für die Eltern, die 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr stark belastet sind. Oftmals sind sie Gesprächspartner auch für die Kinder, besonders die Geschwisterkinder, die in Familien mit einem schwerkranken Geschwisterkind sehr oft zurückstehen müssen. Ihnen tut es gut, wenn die Ehrenamtlichen nur einfach da sind, mit ihnen spielen oder vorlesen. So schaffen sie Freiräume für die Eltern und unterstützen die Lebensqualität der Familie. Zu dieser Lebensqualität zählen auch der regelmäßige Austausch mit anderen betroffenen Eltern sowie die Kontakte zu stationären Kinderhospizen, die von der Koordinatorin Antje Sendzik organisiert werden. Pro Familie werden zwei Ehrenamtliche eingesetzt, so dass bei Ausfall einer Mitarbeiterin die Betreuung kontinuierlich fortgesetzt werden kann. Jede Woche bekommt die Familie eine Unterstützung von 3 bis 4 Stunden, wobei jede der beiden Mitarbeiterinnen (es gibt auch 2 Männer) alle zwei Wochen zur Verfügung steht.
Für diese nicht leichte Aufgabe stehen z.Zt. 12 praktizierende – und 4 Ersatzmitarbeiter zur Verfügung. Eine Voraussetzung für ihren Einsatz ist eine 80-stündige Ausbildung (Einführung in diese Arbeit), die aus einem Grundkurs, einem Vertiefungsteil und einem Einblick in die stationäre Kinderhospizarbeit besteht. Dazu kommen regelmäßige Supervisionen und Seminarwochenenden während der in der ambulanten Kinderhospizarbeit aktiven Zeit.
Anders als in der ambulanten Hospizbegleitung für Erwachsene, die am Ende ihres Lebens bis zum Tod begleitet werden, kann der ambulante Kinderhospizdienst schon mit Beginn einer lebensverkürzenden Erkrankung angefordert werden. Die Begleitung erstreckt sich dann auf die gesamte Lebenszeit des Kindes. Noch ein Unterschied besteht: Die Begleitung eines Erwachsenen und seiner Familie endet mit dessen Tod. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Kinderhospizdienstes betreuen die Familien auf deren Wunsch nach dem Tod des Kindes weiter. Besonders langwierige Prozesse in der Trauerbewältigung müssen diese Familien oftmals durchstehen. Die Partnerschaft ist betroffen, die Geschwister leiden, werden jedoch oft nicht in dem Maße beachtet, wie sie es benötigen.
Der ambulante Kinderhospizdienst ´Sternentreppe` Hagen begleitet z.Zt. 6 Kinder und ihre Familien. Es besteht eine Kindertrauergruppe mit 5 Kindern, 3 Kinder machen eine Reittherapie. Außerdem gibt es Kinder, die lebensverkürzt erkrankte Eltern haben.
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