Triumph ohne Sieg

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Auf Rosenblättern schritten die Gäste vom Festzelt auf der Wiese zum Eingang des Museumgebäudes.
 
Hunderte Gäste verfolgten die spannenden Vorträge der Redner im Festzelt vor dem Museum.
Eröffnung der Ausstellung über Roms Ende in Germanien war ein voller Erfolg.


"Triumph ohne Sieg" ist die Ausstellung betitelt, die vom 2. Juni bis zum 5. November rund 250 Exponate aus 40 renommierten Museen aus dem In- und Ausland zeigt. Durchaus ein großer Triumph war für die Organisatoren die Eröffnung am frühen Donnerstagabend. Rund 200 Gäste waren der Einladung bei herrlichstem Wetter gefolgt und lauschten gespannt den informativen Einführungen und Vorträgen von Dieter Gebhard, der stellvertretenden Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp und dem Leiter des LWL-Römermuseums Herrn Dr. Rudolf Aßkamp.

Acht Jahre nach den Sonderausstellungen Herculaneum und Imperium ist dem Römermuseum in Haltern am See mit “Triumph ohne Sieg“ nun wieder eine große Schau mit interessantem, geschichtlichen Hintergrund gelungen. Es war nicht die Varusschlacht, die das Ende Roms besiegelte. Der junge Feldherr Germanicus führte noch Jahre später Krieg um die verlorene Provinz. Schließlich brach Kaiser Tiberius, der Germanicus an Sohnes statt adoptiert hatte, die Schlachten ab. Die Kriegsführung wurde zu teuer und forderte zu viele Verluste. Dennoch wurde das Ende Roms in Germanien gefeiert - als "Triumph ohne Sieg".

Triumph und Fake-News

Die Sonderausstellung thematisiert das Ende der Germanenkriege durch Kaiser Tiberius in den Jahren 16 und 17 nach Christus und den Triumph des Feldherrn Germanicus. Die antike Historie zeigt, dass sich schon damals bedeutende Persönlichkeiten gern das Mittel manipulierter Berichterstattungen nutzten um die eigenen Taten in einem möglichst guten Licht dastehen zu lassen. So ließ Kaiser Tiberius das Ende Roms in Germanien als triumphalen Sieg feiern, obwohl er in Wirklichkeit verheerende Verluste hinzunehmen hatte. Heutzutage nennt man diese Form gefälschter Nachrichten Fake-News. Damit fordert die Ausstellung durch einen Blick hinter die Kulissen der Machtzentrale auch auf, Parallelen des römischen Superevents zur Gegenwart zu finden.

Auf Rosen gewandelt

Das Team um Projektleiter Kai Jansen hatte ganze Arbeit geleistet um die rund 250 Exponate aus 40 renommierten Museen und von verschiedenen Leihgebern für die Ausstellung zusammenzutragen. Gelohnt hat sich die Mühe in jeder Hinsicht: Schon am Eingang erwartet den Besucher das Bildnis eines übergroßen Germanicus in Siegerpose. Leuchtende Stoffbahnen von denen Rosenblätter herab auf das Pflaster Roms rieseln, weisen den Weg durch die Ausstellung. Auf ausgestreuten Rosenblättern schritten nach den Eröffnungsreden dann auch die Gäste vom Festzelt auf der Wiese vor dem Museum zum Eingang des Museumgebäudes. Hintergrund der duftenden Deko war die Tatsache, dass im alten Rom Sieger mit einem Konfetti-Regen aus den Blütenblättern der edlen Blume geehrt wurden.

Eine kunstvolle Beleuchtung im Innern des Museums lässt die Exponate und Artefakte in beinahe mystischem Licht erstrahlen und macht den Gang durch das völlig verändert erscheinende Museum zu einem atemberaubenden Ausflug durch Zeit und Raum. Zum besseren Verständnis der geschichtsträchtigen Ausstellungsstücke gibt es Führungen.

Die Ausstellung “Triumph ohne Sieg“ ist noch bis zum 5. November 2017 jeweils dienstags bis freitags von 9 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags Von 9 Uhr bis 19 Uhr und samstags sowie Sonntags und Feiertags von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Weitere Informationen unter: www. lwl-roemermuseum-haltern.de
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