44. Hattinger Altstadtfest: Tag eins

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So voll war es beim Auftritt von Banda Senderos auf dem Kirchplatz. Foto: Groß
 
Auch das kann Altstadtfest in Hattingen: Eine Oase der Besinnung und Erholung am Obermarkt während des Auftritts von Daniel Gardenier. Foto: Groß
Hattingen: Hattingen |

Schon der Auftakt des ersten Tages vom 44. Hattinger Altstadtfest verlief symptomatisch für den Rest dieses Freitags, schleppend nämlich. Da die traditionelle Altstadtfest-Eröffnung durch den Bürgermeister bereits auf 17.30 Uhr vorverlegt war, fanden sich dazu pünktlich entsprechend viele Menschen auf dem Kirchplatz ein: Vertreter von Vereinen und Verbänden, aus der Verwaltung und verschiedene Politiker – die „üblichen Verdächtigen“ halt.

Doch sie alle kamen statt wohlgesetzter Worte von Dirk Glaser und Georg Hartmann, Geschäftsführer von Ausrichter Hattingen Marketing, zunächst in den zweifelhaften „Genuss“ eines Soundchecks mit Rückkopplungen, verzerrten Gitarren und eintönigen Trommelschlägen. Der Grund: Ausgerechnet der (Tour-)Bus von „Gleis 38“, der Band der Bogestra, hatte sich verspätet. Er war in einen Stau geraten.
Anschließend geriet die Eröffnung ein wenig zu einem Werbeblock wie aus dem Fernsehen. Georg Hartmann pries die Vorzüge seiner Sponsoren Sparkasse Hattingen, AVU, Stadtwerke Hattingen, Auto Smolczyk, Volksbank Sprockhövel, Olympia, Gelsenwasser, Bogestra, Hasenkamp, Willecke Hebe- und Fördergeräte sowie vor allem von Stauder. Dabei verwickelte er den ebenfalls auf die Bühne gebetenen Dr. Stauder in ein Gespräch über das neueste Produkte aus dessen Hause, wofür dieser sich mit lobenden Worten über Hattingen und der Tatsache, dass er oft mit seiner Familie in eben dieser schönen Stadt zu Gast sei, artig bedankte.
Anschließend stießen er, Georg Hartmann und Bürgermeister Dirk Glaser mit riesigen und sehr gut gefüllten Gläsern mit selbstverständlich Stauder-Pils an. Nach dieser offiziellen Eröffnung zeigte „Gleis 38“, dass sich die Band nicht nur verspäten kann, sondern auch ausgezeichnet zu unterhalten weiß.
Jetzt erwachte auch das Leben auf und vor den übrigen Bühnen. Im Krämersdorf lockte nach zögerlichem Beginn „Fragile Matt“ mit fröhlichem Irish Folk das Publikum aus der Reserve. Nur auf dem Untermarkt tat sich zunächst wenig bis nichts: Das „ElectrOrchestrA“ hatte mit der Tücke der Technik zu kämpfen. Die Lücke übrigens, welche dort die fehlende Bühne hinterlassen hat, füllen stattdessen die dort ansässigen Gastronome mit ihren üppig aufgestellten Bierzelt-Garnituren.
Die „Goldenen Reiter“ lieferten im Krämersdorf einen ersten Höhepunkt des Altstadtfestes ab mit ihren originell arrangierten Hits der Neuen Deutschen Welle. Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ auf der Ukulele gespielt zu hören – das hatte schon etwas!
„Banda Senderos“ sorgten mit Bläsersatz zu Reggae-Klängen für zwei Stunden Karibik-Feeling auf dem proppevollen Kirchplatz. Sie wurden dort dafür begeistert gefeiert.
Am Bunker entwickelte sich der Konzertabend der Musiker-Initiative Hattingen (MIHA) für die jungen und jung gebliebenen Freunde der etwas härteren Musik wie in der gesamten Stadt ebenfalls eher schleppend. Während „Josh and the Blackbirds“ aus Hagen gerade einmal vor einer Handvoll Fans rockten, war daraus bei „FS Ninety8“, die auf der Bunker-Bühne ihr 20jähriges Band-Jubiläum feierten, bereits eine sehr stattliche Zahl geworden. Richtig voll wurde es allerdings erst, als die Frankfurter Band „Red Flag“ Billiy Talent huldigten. Da sangen die Fans ganze Songs mit - Festival-Feeling pur!
Am heutigen Samstag, wenn der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga vorbei sein wird, dürfte es wieder sehr voll werden, wenn um 21 Uhr die „Robbie-Williams Coverband“ die Bühne Kirchplatz betritt. Aber auch Salsa mit „Macondito“ ab 20 Uhr im Krämersdorf wird viele Fans finden – zumal mit Saxofonist Peter Brand der Leiter der städtischen Musikschule Hattingen dabei mitspielt. Apropos Peter Brand: Seit zwölf Uhr stand und steht der Mann moderierend und dirigierend bereits auf der Bühne Krämersdorf und leistet damit ein unglaubliches musikalisches Pensum im Dienste eines am Ende gelungenen Altstadtfestes.
Am Bunker treffen sich heute Abend alle die Fans, denen der Eurovision Song Contest im Fernsehen einerlei war und ist. Sie werden sich ab 21.30 Uhr mit „My’tallica“ an der wohl besten Metallica-Tribute-Band buchstäblich abarbeiten – zumal auch die anderen Bands am Bunker an diesem Tag vor allem hart und laut sein werden.
Weitere Fotos und Eindrücke vom ersten Tag des 44. Hattinger Altstadtfestes gibt es hier!
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3 Kommentare
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 13.05.2018 | 09:35  
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Uwe Schönberger aus Gelsenkirchen | 13.05.2018 | 10:43  
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Ahmed-Hassan Byrkelin aus Hattingen | 13.05.2018 | 18:54  
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