Ein dickes Minus

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Heiligenhaus: Heljensbad | „Diese Freibadsaison war gruselig“, bringt es Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Scheidtmann auf den Punkt. Es kamen 44 Prozent weniger Besucher als im Jahr 2013 ins Heiligenhauser Freibad. „Ein guter Tag heißt für uns, dass 1.500 Besucher das Freibad besuchen. Davon gab es in dieser Saison gerade einmal vier Tage!“ Insgesamt kamen 34.000 Besucher. Durch sie konnten ca. 82.000 Euro Netto-Einnahmen generiert werden. „Damit können wir das Freibad gerade einmal frühjahrsfit und nach dem Winter nutzbar machen. Allein die Rasenpflege hat in diesem Sommer 20.000 Euro gekostet“, macht Scheidtmann das dicke Minus in dieser Saison deutlich. „Bei 82.000 Euro Einnahmen haben wir noch kein Wasser in den Becken, keinen Strom, kein Personal, keine Reinigung, geschweige denn Investitionen wie die Liegestühle, die seit einiger Zeit im Bad verteilt sind.“
Dass der Betrieb von Bädern ein Zuschuss-Geschäft sei, ist weithin bekannt. „Aber Defizite in dieser Höhe können Stadt und Stadtwerke nicht ausgleichen“, sagt Bürgermeister Dr. Jan Heinisch auf Anfrage des Stadtanzeigers. „Der Aufsichtsrat der Stadtwerke wird sich nach dieser Saison Gedanken machen müssen, wie das Freibad wirtschaftlicher gestaltet werden kann.“
Als Gründe für diese schlechte Saison sieht Scheidtmann vor allem das Wetter. „Der Sommer war unbeständig und feucht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen erst kommen, wenn es einige Tage am Stück trocken und warm ist. Das gab es in diesem Sommer kaum.“ Hinzu kämen geänderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen. So würden beispielsweise immer mehr Kinder eine Ganztagsschule besuchen. Darauf habe man versucht zu reagieren, indem man beispielsweise die Öffnungszeiten in den Abendstunden ausgedehnt habe.
Seine Erfahrung aus den vergangenen Jahren: „Mehr als 70.000 bis 80.000 Besucher kommen trotzdem nicht mehr ins Freibad.“
Im Vergleich: In den 80er Jahren waren 120.000 Besucher die Regel, der absolute Rekord wurde 1976 aufgestellt, als 420.000 Besucher das Freibad besuchten.
„Ich kann nur jeden Bürger einladen, unser Bad zu frequentieren“, sagt Scheidtmann. Dadurch trägt jeder Besucher zum Erhalt des Freibades bei.
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