Lernen am Limit stärkt das Selbstbewusstsein

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Die Schüler der zwölften Jahrgangsstufe hatten während des langen Unterrichts die Farbstoffe aus Pflanzen extrahiert, um anschließend damit zu malen. (Foto: Ulrich Bangert)
Heiligenhaus: Gesamtschule Heiligenhaus | „Die einen kommen gerade zur Schule, wir können jetzt ins Bett gehen“, stellte Gabriele Arnsmann zufrieden fest. Dabei blickte die Leiterin der Gesamtschule in die übernächtigten Augen von rund 200 Schülern aller Jahrgangsstufen, die gerade einen Unterrichtsmarathon hinter sich gebracht hatten.
„Lehren und lernen am Limit – 20 Stunden Unterricht“ nannte sich die Aktion, die 16. große Veranstaltung im Rahmen des 20-jährigen Bestehens der Gesamtschule Heiligenhaus. Was zuerst „als bekloppte Lehreridee“ - so Gabriele Arnsmann – abgetan wurde, stieß auf großes Interesse bei den Kindern. „Wir wollten was mit Licht machen, als Gegensatz zur Nacht, dann haben wir das Thema auf die vier Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer erweitert.“
So haben sich die Schüler der fünften Klassen mit dem Thema Vulkan beschäftigt, sie präsentierten ein ausgereiftes Modell eines Feuer spuckenden Berges. Während sich eine Gruppe im Heljensbad im Synchronschwimmen übte, bastelte eine andere Gruppe Himmelslaternen, die zusammengebunden an einer Leine aufstiegen. „Das sah besonders toll vor der Lichtinstallation aus, die Stadtplaner Siegfried Peterburs eingerichtet hatte“, schwärmt die Schulleiterin.
Richtig viel Zeit hatte der Neuner-Jahrgang für sein Theaterprojekt: In aller Ruhe konnten Rollen und ganze Szenen vom „Besuch der alten Dame“ eingeübt werden. Die Jahrgänge zehn und zwölf beschäftigten sich mit Farben. Aus Pflanzen wurden die Farbstoffe extrahiert, mit denen anschließend gemalt wurde.
Es gab zwar Rückzugsmöglichkeiten für die Schüler, die eine Mütze voll Schlaf brauchten, aber nur wenige nahmen die in Anspruch. „Man hatte immer was zu tun, da kam man nicht zum schlafen“, so Jonas aus der Zwölf, während Klassenkameradin Jessica zugab, dass sie ein „kleines Nickerchen“ eingelegt hatte.
Gabriele Arnsmann schaut sehr zufrieden auf die lange Nacht zurück: „Es war ein Riesenaufwand, aber es stärkt sehr die Identifikation mit der Schule, es erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl mit der Überzeugung ‚Wir können was‘“.
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