Jürgen Mette über seine Erfahrungen mit seiner Parkinson-Erkrankung

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Jürgen Mette

„Heil sein ist wichtiger als geheilt sein“ war das Credo, mit dem Jürgen Mette kürzlich vor rund 110 gebannten Zuhörern im Großen Saal der Lungenklinik Hemer seine Lesung schloss.

Bei Jürgen Mette wurde vor mehr als vier Jahren Parkinson diagnostiziert. Diese Diagnose war für den 60-jährigen Theologen und ehemaligen geschäftsführenden Vorsitzenden der Stiftung Marburger Medien wie für jeden Betroffenen ein herber Rückschlag. Die Auseinandersetzung mit der Diagnose, seine Alltagserfahrungen mit der Erkrankung und die Auswirkungen auf seinen Beruf hat Jürgen Mette in einem Buch niedergeschrieben. Seine
Familie und Freunde hatten ihm Mut gemacht, seine Gedanken, Zweifel und Hoffnungen in Worten zusammenzufassen. Aus diesem Buch liest Jürgen Mette auf seinen Lesungen und ermutigt durch lebensfrohe Erzählungen zu einem positiven Umgang mit der Krankheit Parkinson.
Mit einer gehörigen Portion Humor und Selbstironie steht der Autor vor dem Auditorium und berichtet, wie sich Dinge im Leben verändern, wenn auf einmal der Körper nicht mehr wie gewohnt reagiert und eigene Wege zu gehen scheint. Aber durch das allgegenwärtige Aufbegehren gegen „Herrn P.“ - wie Mette seinen chronischen Wegbegleiter nennt - war und ist ihm nicht immer zum Lachen zumute, denn die Erkrankung bedeutet in vielen Bereichen auch Verzicht und Einschränkung. Die Anzeichen der Krankheit bleiben nicht verborgen, als Jürgen Mette im Nachgang zur Lesung seine Bücher signiert. So manche Träne verirrt sich, wenn die Symptome ihre Eigendynamik entwickeln und ein großes Zittern die Gewalt über den eigenen Körper einnimmt, weiß der Autor zu erzählen. Und trotzdem verliert Jürgen Mette seinen Lebensmut nicht. Dabei hilft ihm sein starker Glaube. Auch die Liebe zur Musik, von Bach bis Grönemeyer, wie Mette über sich selbst sagt, ist ihm stets kraftgebender Begleiter.
Dass Jürgen Mette krankheitsbedingt als Stiftungsvorsitzender zurücktrat und nun seiner ursprünglichen Profession als Theologe nachgeht, eröffnet ihm Möglichkeiten, sich dem Leben in anderen Dimensionen zu öffnen. „Ich weiß nicht, ob es die beste Zeit meines Lebens ist, die ich noch vor mir habe, aber trotz allem erwartet mich noch eine richtig gute Zeit“, so Mette. Jürgen Mette will sich Zeit nehmen für Dinge, die er als Tausendsassa im Berufsleben schon lange vor sich her geschoben hat. Zeit mit der Familie verbringen oder einfach mal Verrücktes tun. Das Leben ist so einmalig und wertvoll; die Erkrankung macht Jürgen Mette auch dankbar für die schönen Seiten des Lebens. Neben allen medizinischen Behandlungen, die Mette als Patient erlebt, ist dieses Seelenheilsein ein großes Gut. Mit der großen Stütze seiner Familie und seinem festen Glauben blickt Jürgen Mette mit Zuversicht, Mut und Lebensfreude hoffnungsfroh in die Zukunft.

Text und Fotos: Lungenklinik Hemer/Haak
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Heinz Grieger aus Wanne-Eickel | 04.01.2014 | 18:24  
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