Kuchen im Tee - Tipps der Verbraucherberatung: Künstliches Geschmackserlebnis durch Aromen

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In der STADTSPIEGEL-Reihe "Tipps der Verbraucherberatung" dreht sich heute alles um künstliche Aronen.

Iserlohn. Den Geschmack von Apfelstrudel, Strawberry Cheesecake, Himbeertörtchen, Schoko-Kirsch Brownie oder Blueberry Muffin finden Kunden seit einiger Zeit im Teeregal. Allerdings befindet sich kein echter Kuchen im Tee. Die Basis des Gebäcks in der Tasse ist meist ein Früchtetee, der hauptsächlich aus den Zutaten Apfel, Hagebutte, Hibiskus oder Rooibos besteht.
„Für den Kniff mit dem Kuchen werden die handelsüblichen Tees mit viel Aroma in trendige Heißgetränke umgewandelt“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Für das süße, aber dennoch kalorienfreie Geschmackserlebnis von Kuchen auf der Zunge sorgen dann zum Beispiel Aromen mit Orangen-, Himbeer-, Käsekuchen- oder Muffingeschmack. Allerdings gibt es nur ganz wenige Kuchentees, die natürliche Aromastoffe enthalten. Wer wissen will, welche echten Back-Zutaten in Kuchentees enthalten sind und welche Aromastoffe das Tee-und-Kuchen-Erlebnis künstlich nachbilden, sollte einen Blick auf die Zutatenliste der Verpackung riskieren. Zum Verständnis der Inhaltsstoffe steuert die Verbraucherzentrale NRW eine hilfreiche Aromakunde bei:
Verwendung von Aromen: Etwa 10.000 verschiedene Aromen wurden bisher in der Natur aufgefunden. Mit mehr als 2.000 Aromastoffen arbeitet die Lebensmittelindustrie, um Produkten Geschmack oder einen besonderen Geruch zu verpassen, eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten oder Rohstoffe einzusparen. Durch die Verwendung von Aromastoffen werden Produkte wie Tees mit völlig neuen Geschmacksrichtungen versehen. Auf diese Weise können herkömmliche Früchtetees auch in Tees mit Kuchengeschmack verwandelt werden. Der Gebrauch von Aromen unterliegt jedoch europaweit gültigen gesetzlichen Regelungen und Zulassungsverfahren. Das bedeutet: Die Verwendung von Aromastoffen, die diese rechtlichen Hürden nicht genommen haben, sind verboten.
Natürliches Aroma: Stoßen Verbraucher im Zutatenverzeichnis auf die Kennzeichnung „natürliches Blaubeeraroma“ oder „natürliches Erdbeeraroma“, muss das verwendete Aroma zu 95 Prozent aus der angegebenen Quelle – bei den Beispielen aus Blaubeeren beziehungsweise Erdbeeren – stammen. Doch aufgepasst: Fehlen die Hinweise „Blaubeere“ oder „Erdbeere“ in dieser Wortverbindung bei der Aromaangabe und weist die Kennzeichnung lediglich auf die Verwendung eines „natürlichen Aromas“ hin, muss der Aromastoff des Produkts nicht zwingend aus der genannten Frucht stammen. Das verwendete Aroma kann auch aus anderen natürlichen Ausgangsstoffen hergestellt worden sein. Es muss einzig aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen stammen, die in der Natur nachgewiesen wurden.
Synthetisches Aroma: Tauchen in der Zutatenliste Bezeichnungen wie „Aroma“, „Blaubeeraroma" oder "Aroma (Erdbeere)" auf, müssen Kunden damit rechnen, dass es sich hierbei möglicherweise um chemisch-synthetisch hergestellte Aromastoffe handelt, die den Produkten beigemengt wurden. Selbst bei der Beigabe von einem geringen Anteil echter Blau- oder Himbeeren werden die Tees zusätzlich und zum Teil sogar erheblich aromatisiert.
Blick in die Zutatenliste: Bei verpackten Lebensmittelprodukten listet das Zutatenverzeichnis alle Zutaten auf. Am Anfang sind die Hauptzutaten mit dem höchsten Gewichtsanteil aufgeführt. Immer weiter abnehmend kommen die Zutaten, die in immer geringer werdenden Mengen im jeweiligen Produkt enthalten sind. Da Kuchentees bisweilen stark aromatisiert sind, können verwendete Zutaten wie „Aroma (Schoko-Kirsch-Brownie)“ oder „Aroma (Himbeertörtchen)“ an zweiter Stelle genannt sein und echte Himbeeren im Tee an letzter Stelle im Zutatenverzeichnis erscheinen.

Quelle: Verbraucherberatung NRW
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