Ewald-Anwohner vom Lärm gebeutelt - Stadt verspricht Abhilfe

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Anwohner sind genervt von Kickstarts und illegalen Autorennen rund um Ewald.Foto: ST
 

Die Gemüter kochen derzeit hoch rund um das Ewald-Gelände. Beim Stadtspiegel gehen immer mehr Beschwerden über den Lärm, den die dortigen Veranstaltungen (vor allem Auto-Events) machen, ein. Nun beschäftigte sich die Ausschusssitzung mit dem Thema.

Das Ewald-Gelände in Herten-Süd ist ein beliebter Veranstaltungsort. Doch einige Besucherinnen und Besucher des Geländes nehmen es mit der Straßenverkehrsordnung nicht so genau – Ruhestörungen, Müll und illegale Autorennen sind die Folge. In der Ausschusssitzung für Ordnungswesen und Feuerschutz konnten Verwaltung und Polizei über bereits ergriffene und geplante Maßnahmen berichten. Auch Anlieger nutzten die Sitzung, um sich über die aktuelle Sachlage zu informieren und Fragen zu stellen.
Besonders die illegalen Autorennen, die teilweise auf dem ehemaligen Zechenstandort, aber in erster Linie auf der Ewaldstraße zwischen Herne und Herten stattfinden, sind Polizei und Stadt ein Dorn im Auge. Bis Mai 2016 gab es auf dieser Strecke kein Tempolimit, mittlerweile hat die Stadt die Strecke auf Tempo 100 begrenzt und so die Grundlage für Kontrollen geschaffen.
Doch das war nicht die einzige Maßnahme, die die Stadtverwaltung ergriffen hat. An sechs Messstellen rund um das Gelände kontrollierte das Ordnungsamt regelmäßig Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Nur 4 Prozent sind zu schnell


Von März 2015 bis Juni 2016 fanden insgesamt 63 Messungen statt. Von mehr als 17.000 erfassten Fahrzeugen fuhren allerdings nur 4,2 Prozent zu schnell – gravierende Überschreitungen gab es kaum. Das zeige, so Bernhard Bösing, Leiter des Ordnungsamtes, dass man durch die Blitzaktion nicht die wirklichen „Raser“ träfe, die sich zu den illegalen Autorennen verabredeten. „Die Szene ist extrem gut vernetzt“, weiß Bösing. „Sobald wir auftauchen, wissen die Späher Bescheid und informieren über die Sozialen Netzwerke.“ Diese Erfahrung hat auch die Polizei gemacht. Über Buß- und Verwarngelder würden die Fahrer nur lachen, beschreibt Karl-Heinz Henn, Leiter der Direktion Verkehr im Polizeipräsidium Recklinghausen.Neben den mobilen Geschwindigkeitsmessungen laufen im Rathaus aktuell die Vorbereitungen für ein festes Blitzgerät. Nach dem politischen Beschluss kann die Ausschreibung dafür erfolgen. Damit möchte man die Rennen auf der Ewaldstraße zwischen dem Abschnitt Max-Planck-Straße und Emscherbruch verhindern. Eine weitere bauliche Maßnahme, die die Verwaltung auf Ewald umsetzen möchte, sind die so genannten Berliner Kissen. „Die Bezirksregierung hatte polizeiliche Maßnahmen gefordert, um den Rasern Einhalt zu gebieten. Jetzt können wir noch einmal deutlich machen, dass die Vielzahl an Kontrollen nicht den erhofften Erfolg gebracht hat.“
Da das Ewald-Gelände ein Industrie- und Gewerbegebiet ist, sei ein grundsätzliches Verbot von Motorrädern und Fahrzeugen nicht möglich, so Lindner. Eine Regelung in dieser Art hatten sich einige Anlieger gewünscht.
Eine Zusage machte die Stadtverwaltung zum Thema Veranstaltungsanzahl. In diesem Jahr finden insgesamt 27 Veranstaltungen auf dem Gelände statt. Die meisten seien überwiegend kleine Veranstaltungen wie der Kolping-Familientag, aber auch große Events mit viel Publikum wie die ExtraSchicht oder Autofestivals finden auf Ewald statt. Besonders der An- und Abreiseverkehr zu bestimmten Veranstaltungen würden manchen Anliegern zu schaffen machen, machten einige von ihnen deutlich. Hier versprach Annegret Sickers, Fachbereichsleiterin für Sicherheit und Ordnung, werde man sich mit den einzelnen Veranstaltungen noch mal genau beschäftigen und einige eventuell auch nicht mehr genehmigen.
Durch die Motorworld, die 2018 eröffnet, soll es keine zusätzlichen Veranstaltungen geben. Vielmehr gehe man davon aus, dass durch die gewerbliche Nutzung der meisten Zechenbereiche die Tuner- und Raserszene verdrängt wird.
Auch weiterhin werden Polizei und Stadtverwaltung die Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen rund um das Thema informieren. Weiterhin kündigte Volker Lindner an, dass die Investoren der Motorworld in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss oder in der nächsten Ratssitzung das Projekt Motorworld Ewald vorstellen werden. 27 Veranstaltungen in 2016 sind für viele Anwohner deutlich zu viel.Foto: TS Ein Dorn im Auge sind vielen Bürgern die Autoveranstaltungen auf Ewald.Foto: ST Es ist verständlich, dass PS-protzige, lautstarke Dauerbeschallung auf Ewald die Anwohner ziemlich nervt. Kommerz gegen Schrauber
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