Für krankes Kind erfüllt sich ein Herzenswunsch

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Kein Pony und auch keine Barbie-Puppe mochte Amira Obeid zu ihrem zehnten Geburtstag haben, stattdessen wünschte sich das Mädchen, das nur noch zwei bis drei Jahre zu leben hat, einen kleinen Rundflug über ihre Heimat Oer-Erkenschwick.

Ein erfüllbarer Traum, dachte sich das in Herten ansässige Team des DeWa Beatmungs- und Intensivpflegedienstes, welches Amira als Ergänzung zur familiären Betreuung Tag und Nacht begleitet. Das Mädchen aus Oer-Erkenschwick leidet unheilbar an einer genetischen Muskelatrophie, die sie körperlich stark einschränkt. Sie muss beatmet werden und, weil sie das Hüftgelenk nicht beugen kann, stets flach liegen. Dennoch lebt sie bei ihrer Familie, besucht die Schule, ist geistig vollkommen fit. Und möchte noch möglichst viel erleben, so eben auch das Fliegen.

Um ihr dies zu ermöglichen, hat Yusuf Demir von der DeWa diverse Anlaufstellen kontaktiert und schließlich „Flying Hope“, das Pilotennetzwerk für kranke Kinder gefunden. Mit Dr. Axel Endriss, einem der Piloten der Organisation, war schnell ein Termin für den gewünschten Rundflug gefunden. So fuhr die Familie zwei Tage nach Amiras zehntem Geburtstag am Flughafen Essen/Mülheim vor - und musste sich leider doch noch etwas gedulden. „Heute lässt die Wetterlage einen Start nicht zu“, überbrachte Endriss schlechte Nachrichten, tröstete aber sogleich mit einem Ausweichtermin. Immerhin: So war die Gelegenheit für eine kleine Vorpremiere günstig, gemeinsam konnte man schon einmal ausprobieren, wie die Unterbringung des Passagiers samt Beatmungsgerät überhaupt funktioniert. „Natürlich haben wir auch das Okay der Ärzte und der Gerätefirma“, räumt Demir alle Sicherheitsbedenken aus.

Nächster Flug: Australien

Und Amira? Die strahlt nach ein paar Aufregungs-Tränen übers ganze Gesicht. Auch noch, als es dann, ein paar Tage später, tatsächlich so weit ist und die Cirrus SE 22 Turbo in die Luft geht. „Höher, noch höher“, will die Kleine, an deren Seite neben dem Piloten Mutter Rana und Zehra Kutlu von der DeWa sitzen. Amira weiß, dass ihr vermutlich nicht mehr viel Zeit bleibt, und doch soll es nicht ihr letzter Flug geblieben sein. Sogar das nächste Ziel hat sie bereits ausgewählt: „Nach Australien“ soll es gehen. Bescheidenheit ist nicht eine ihrer vielen Stärken.
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