Johannes Buxtorf wurde vor 450 Jahren geboren

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Johannes Buxtorf (Foto: Sammlung Delkus)
 
Horst Delkus (Foto: privat)
Kamen: Buxtorfstraße |

450 Jahre wäre er am 25. Dezember geworden: Johannes Buxtorf, auf wissenschaftlichem Gebiet der „mit Abstand der bedeutendste Sohn der Sesekestadt“, findet der Historiker Horst Delkus. Er hat passend zum Jubiläum einen Aufsatz über Buxtorf verfasst.

Johannes Buxtorf lebte von 1564 bis 1629. In der Kamener Innenstadt ist die Buxtorfstraße, eine kleine Gasse, nach ihm benannt. Zudem gibt es in Südkamen das Johannes-Buxtorf-Haus. „Buxtorf galt schon zu Lebzeiten als der größte christliche Kenner des jüdischen Schrifttums und der hebräischen Sprache seiner Zeit. Einige seiner Bücher waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf ihrem Fachgebiet die Standardwerke“, beschreibt Delkus, dessen Aufsatz im aktuellen Jahrbuch für den Kreis Unna erschienen ist.
Von jüdischen Gelehrten um Rat gefragt

Buxtorfs Wohnhaus stand in der Kamener Weststraße. Seit 1588 lebte er in Basel und wurde dort Professor für hebräische Sprache. Zudem war er Lektor und Zensor für Bücher in hebräischer Sprache. Als Professor für Hebräische Sprache veröffentlichte er eine Reihe von hebräisch-lateinischen Lexika, hebräische Grammatiken und Lehrbücher der hebräischen Sprache. Dafür unterhielt er zahlreiche Kontakte zu jüdischen Mitmenschen. Er wurde sogar von jüdischen Gelehrten in Fragen zum Hebräischen wie auch zum jüdischen Glauben um Rat gefragt, so Klaus Holzer auf der Homepage der Gästeführer-Gilde Kamen. Seine Synagoga Judaica, die Juden Schul, ist allerdings über weite Strecken eine Schmähschrift, so Delkus. „Die Schrift hat die Vorstellungen vom jüdischen Leben und von jüdischer Religion maßgeblich beeinflusst“, so Delkus.

Dass Buxtorf ohne Frage der größte Kenner des rabbinischen Schrifttums unter den Protestanten gewesen sei, schildert die Allgemeine Deutsche Biographie von 1876. Zusammengefasst heißt es: „Man wird nicht zu viel sagen, wenn man B. als den eigentlichen Lehrer der älteren protestantischen Theologie auf dem Gebiet der alttestamentlichen Wissenschaft bezeichnet.“

„Der so genannte ‚Beschneidungsskandal‘ wird von verschiedenen Autoren gerne als Beleg für das von Sympathie geprägte Interesse Buxtorfs am Judentum gewertet“, schreibt Delkus. Buxtorf musste eine hohe Strafe zahlen, weil er einer Beschneidung innerhalb Basels beigewohnt hatte. Seine Beweggründe waren wissenschaftlich und theologisch motiviert. Es ging ihm vermutlich um die Widerlegung des jüdischen Glaubens und die Bekehrung der Juden zum Christentum. „Buxtorf war kein Freund der Juden“, zitiert Delkus die Jewish Virtual Library.

Buxtorf starb, noch mit der Vollendung seiner Werke beschäftigt, am 13. September 1629 in Basel an der Pest. Delkus, der auch im Vorstand des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark ist, wird im Januar einen Vortrag über Buxtorf halten. Dann werden auch zwei Nachfahren aus Basel zu Besuch sein. In Kamen gibt es seit dem 17. Jarhundert keine Buxtorfs mehr.

Horst Delkus wird 2015 einen Vortrag über Johannes Buxtorf halten. Der erste Termin ist am 8. Januar im Philipp-Nicolai-Haus, Zum Osterfeld 5 in Unna, der zweite am 13. Januar um 19.30 Uhr im Haus der Stadtgeschichte, Bahnhofstraße 21 in Kamen. Der Eintritt ist frei.
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