Mini-Jobber im Kreis Unna besserstellen

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Raus aus der Minijob-Falle - das fordert zumindest die IG Bau. Foto: IG Bau

Im Kreis Unna gibt es insgesamt rund 34.300 geringfügig Beschäftigte Diese sollen endlich bessergestellt werden - Das fordert zumindest die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

Die Gwerekschaft schlägt dazu eine Reform der geringfügigen Beschäftigung
vor. Demnach sollen Minijobs schon ab dem ersten Euro in die Sozialversicherung
einbezogen werden. „Minijobs waren als flexible und vorübergehende Lösung
gedacht. Aber für viele Beschäftigte – etwa in der Reinigung – sind sie langsam zum Dauerzustand geworden, aus dem sie nicht mehr herauskommen“, sagt Friedhelm Kreft von der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Eine Reform sei deshalb „mehr als überfällig“.
Nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur arbeiten im Kreis Unna allein in der
Gebäudereinigung rund 1.870 Minijobber. Damit sind 57 Prozent aller Mitarbeiter der Branche geringfügig beschäftigt. „Viele von ihnen haben seit Jahren keine Chance auf eine reguläre Stelle. Wegen fehlender Sozial- und Rentenbeiträge sind sie stark von Altersarmut bedroht“, betont der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Betroffen seien insbesondere Frauen:


61 Prozent aller geringfügig Beschäftigten im Kreis sind laut Arbeitsagentur weiblich.

Die IG BAU will gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erreichen, dass der Chef künftig auch für einen Verdienst unter 450 Euro Sozialabgaben zahlen muss. Die Gewerkschaft fordert eine neue „Gleitzone“ bereits vom ersten Euro an: Demnach sollen Arbeitgeber bei geringen Verdiensten zunächst den Großteil der Sozialabgaben tragen. Erst bei einem Monatsverdienst ab 850 Euro soll gelten: Chef und Arbeitnehmer zahlen zu gleichen Teilen.
Friedhelm Kreft nennt ein Beispiel: „Wer genau 450 Euro verdient, der müsste nach
dem Modell 13 Prozent Sozialabgaben bezahlen – der Chef trägt dagegen 29 Prozent.“ Für die Minijobber bringe das eine bessere soziale Absicherung. Für die
Unternehmen steige der Anreiz, prekäre Jobs durch vollwertige Stellen zu ersetzen,
so der Gewerkschafter.
Und auch für Rentner oder Studenten, die sich etwas hinzuverdienen wollen, bleibe das Modell attraktiv. „Durch den geringen Beschäftigten-Anteil bei den Sozialabgaben lohnt sich der Zuverdienst gerade unterhalb von 450 Euro weiterhin. Zusätzlich erwerben sie höhere Ansprüche für eine Rente oder Arbeitslosigkeit“, sagt Kreft.
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