NABU trauert um Ulrich Wille: Ein Leben für den Natur- und Vogelschutz

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Ulrich Wille

Am 30. August 2016 verstarb nach langer schwerer Krankheit Ulrich Wille. Mit seinem beharrlichen Einsatz im Vogel- und Naturschutz legte Ulrich Wille wesentliche Grundlagen für den Erhalt unserer wertvollen Natur- und Kulturlandschaft am Unteren Niederrhein.

Als in den 1950er Jahren das ornithologische Leben am Niederrhein wiedererwachte, bildete sich eine kleine Gruppe aktiver Vogelbeobachter. Dazu gehörte auch Ulrich Wille. Als sehr aktiver Vogelkundler wirkte er an der internationalen Wasservogelzählung und zahlreichen
Brut- und Rastvogelerfassungen in den Gebieten zwischen Wesel und der deutsch-niederländischen Landesgrenze mit. Er war es, der die ersten Rundbriefe derOrnithologischen Arbeitsgemeinschaft Unterer Niederrhein (OAG) in der Regel verfasste und versandte. Das war damals zu Zeiten von Schreibmaschine und Matrizen noch eine recht mühsame Arbeit, die er mit Zuverlässigkeit und viel Arbeitseinsatz erfüllte. Die Beobachtungsdaten der niederrheinischen Vogelbeobachter wurden damals in einer Zentraldatei gesammelt, welche etliche Jahre von Ulrich Wille betreut und zu ornithologischen (Halb-) Jahresberichten ausgewertet wurden. Heute ist kaum noch zu ermessen, welch mühsame Arbeit die Pflege der Karteikarten war. Ab 1965 war die Herausgabe der vogelkundlichen Zeitschrift „Charadrius“ möglich. Ulrich Wille übernahm die Redaktion, die er 15 Jahre lang von 1965 bis 1979 (seit 1971 gemeinsam mit H. E. Wolters) innehatte. Dadurch, dass er dieses Wissen nicht nur sammelte, sondern der Öffentlichkeit zugänglich machte und gesellschaftspolitisch einsetzte, legte er den Grundstein für spätere erfolgreiche Naturschutzbemühungen, in dem er zum Beispiel an der Gründung der Gesellschaft Rheinischer Ornithologen (GRO – heute NWO) mitwirkte.
Mitte der 1970er Jahre engagierte sich Ulrich Wille auch einige Jahre in der Kommunalpolitik und wurde Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat Kranenburg. Auch hier bestimmten Naturschutzthemen seine Arbeit: Allen voran der Kampf gegen den Bau der B9n durch die Düffel. Von 1981 bis 1997 war er Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Kleve. Durch zahlreiche Stellungnahmen und seine langjährige Mitgliedschaft im Landschaftsbeirat sowohl bei der Unteren als auch bei der Höheren Landschaftsbehörde brachte er sein umfangreiches Natur- und Vogelschutzwissen erfolgreich ein. In diese Zeit fielen die Ausweisungen des Unteren Niederrheins als Ramsar- und EU-Vogelschutzgebiet sowie die Festsetzung großer Naturschutzgebiete im Nordkreis Kleve wie Düffel - Kellener Altrhein und Flußmarschen, Salmorth, Hetter - Millinger Bruch und Emmericher Ward.
Schon früh musste er jedoch aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten. So rückten seine feldornithologischen Arbeiten wieder mehr in den Vordergrund. Zahlreiche Brutbestandserfassungen in den Betreuungsgebieten der NABU-Naturschutzstation Niederrhein waren ohne ihn nicht denkbar ‑ besonders im Naturschutzgebiet Geldenberg im Reichswald und in der Hetter. Bis 2011 wirkte er an den monatlichen Gänsezählungen im Winterhalbjahr sowie im Vorstand der NABU-Naturschutzstation Niederrhein e.V. mit – danach musste er auch diese Arbeiten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Ulrich Wille hat all dies rein ehrenamtlich gemacht ‑ neben seinem Beruf als Lehrer. Der NABU sagt „Danke“ für seinen langjährigen Einsatz für Natur und Vogelwelt des Niederrheins.
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