Facebook und das "wirkliche" Leben

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Der Mendener Jörg Müller (li.), der in Fröndenberg ein Unternehmen leitet, und sein in Brasilien lebender Freund aus Kindheitstagen, Markus, haben sich über Facebook wiedergefunden und kürzlich getroffen. Foto: privat

Manche denken, Social-Media-Plattformen, wie Facebook, seien nur virtuelle Welten, die nichts mit dem „wirklichen“ Leben zu tun haben. Das mag häufig so sein. Es gibt aber auch Gegenbeispiele. So wie dieses, das vor vier Jahren begann und kürzlich ein besonderes Erlebnis brachte. Darüber berichtet der Mendener Stadtspiegel-Leser und Facebook-User Jörg Müller.


An einem Novemberabend 2011 wurde ich bei Facebook auf ein Profil aufmerksam, auf dem mir die Person auf dem Foto irgendwie bekannt vorkam. Da aber der Wohnort in Brasilien angegeben war und der Name ein deutsch-brasilianischer Doppelname war, habe ich der Angelegenheit zunächst keine weitere Beachtung geschenkt.
Aber irgendwie habe ich an den folgenden Tagen immer wieder daran gedacht und mir schließlich ein Herz gefasst und die Person angeschrieben und vorsichtig nachgefragt, ob es sich bei ihm um meinen alten Freund aus Kindheitstagen handelt, mit dem ich immer in der Waldemei zusammen mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft gespielt habe.
Es dauerte gerade mal wenige Minuten und ich bekam die Bestätigung aus Brasilien, dass es sich um meinen alten Freund Markus handelt. Er lebt seit 1995 in Brasilien, hat dort eine Familie gegründet und verdient seinen Lebensunterhalt als Musiker (Gitarre/ Gesang) und Maler. (www.arteschaf.blogspot.com)
Da mir seine Bilder sehr gefallen, fragte ich ihn, ob er Interesse daran hätte, mir ein großes Bild (160 x 80 Zentimeter) zu malen, auf dem einzelne Stationen meines Lebens dargestellt sind. Er fand das spannend, über die Entfernung und nach so vielen Jahren, die wir uns nicht gesehen haben, ein solches Projekt anzugehen. Es folgten viele Telefonate und Schriftverkehr über Facebook, um meine Gedanken ins Bild umzusetzen, ohne ihn dabei in seiner künstlerischen Freiheit einzuengen.
Im Oktober 2012, nach etwa acht Monaten, war es dann soweit und ich durfte das Bild beim Zollamt in Hagen abholen. Die anwesenden Zollbeamten waren die ersten Fremden, die das Bild zu sehen bekamen und waren direkt begeistert.
Das Bild hängt nun bei mir im Wohnzimmer und steht als Symbol für gleich zwei Geschichten: Abschnitte aus meinem Leben und die Geschichte einer Freundschaft.
Über dieses Projekt sind wir uns dann als Freunde wieder näher gekommen, halten den Kontakt und sprechen über die Dinge, die uns bewegen.
Nach über 30 Jahren gab es jetzt im Juli ein Wiedersehen in Menden. Und irgendwie war es so vertraut, als ob man den Kontakt nie verloren gehabt hätte...
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