"Herbst" und "Frühling" gerettet?

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Beim Mendener Frühling ...
 
Volle Straßen beim Mendener Herbst ...

Ein Radiointerview mit der Facebook-Überschrift "Mendener Stadtfeste vor dem Aus" hat Menden verschreckt und zwei Tage lang für Aufregung gesorgt - vor allem online. Doch inzwischen hat sich (offenbar) alles wieder beruhigt.

Das gibt dem ehemaligen - bekanntermaßen sehr Facebook orientierten - Bürgermeister Volker Fleige recht, der dort kommentiert hatte: "Die ganze Aufregung scheint unnötig. Die Nachricht entspringt einer Empfehlung des Rechnungsprüfungsamtes. Das ist also weder ein Vorschlag der Verwaltung noch eine Entscheidung des Stadtrats. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt - gar nichts."
Was war geschehen?
Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Menden hatte die Verwaltung in einem Bericht darum gebeten, zu überprüfen, ob die Verwaltung weiterhin die Innenstadtveranstaltungen "Mendener Frühling" und "Mendener Herbst" organisieren möchte und eine Beschlussfassung der politischen Gremien zu Unterstützungsleistungen der Stadt angeregt.
Daraufhin gab es zwischen den betroffenen Partnern (Werbegemeinschaft, Stadt und WSG) Gespräche, die aber offenbar nicht so verlaufen waren, wie sich die Händlerorganisation erhofft hatte.
In dem anfangs erwähnten Radiointerview kommentierte Frank Oberkampf, 1. Vorsitzender der Mendener Werbegemeinschaft: "(...) Die Stadt Menden muss sparen - das sehen wir ein - allerdings nicht auf Kosten dieser Stadtfeste. Und unsere Unterstützung, die wir bisher bekommen haben, kann uns eventuell entzogen werden. (...)"
Auf Bitte der Stadtspiegel-Redaktion konkretisierte Frank Oberkampf (auszugsweise): "Die Werbegemeinschaft Menden sieht sich nach Absage der bisherigen Unterstützung bei der Organisation des Mendener Frühlings und Herbstes durch die Stadtverwaltung nicht in der Lage, diese Stadtfeste weiter durchzuführen. Es gab in den letzten Wochen Gespräche die konstruktiv waren, jedoch bisher zu keinem Ergebnis geführt haben, was für uns tragbar wäre."
Ebenfalls auf Anfrage des Stadtspiegels hatte die Stadt Menden eine umfangreiche Stellungnahme verfasst, die die einzelnen Aspekte beleuchtete und mit dem optimistischen Satz schloss: "Grundsätzlich ist die Stadt Menden aber nach wie vor dazu bereit, ihren Beitrag in Form der Arbeitsleistung des Ordnungsamtes zu leisten. Und zwar im selben Umfang wie in den vergangenen Jahren auch."
Unterstützung für die Feste hatte es übrigens spontan auch seitens der CDU gegeben. Deren Pressesprecher Matthias Eggers betonte für die Ratsfraktion (auszugsweise): "Die CDU wird alles dafür tun, gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Menden und der Verwaltung, eine Lösung zu finden, um diese beiden wichtigen Stadtfeste auch in Zukunft in gewohnter Form stattfinden zu lassen."

"Märkte finden in 2017 definitiv statt"


Die gute Nachricht, die allen Befürchtungen die Luft herausließ, kam am Donnerstagnachmittag (kurz vor Drucklegung des Stadtspiegels) von der Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Menden (WSG). Deren Geschäftsführer Stefan Sommer verkündete: "Der Mendener Frühlings- und Mittelaltermarkt findet im kommenden Jahr definitiv statt."
Zu der gefundenen Lösung schreibt Sommer: "Veranstalterin des Frühlings- und Mittelaltermarktes 2017 wird die Werbegemeinschaft Menden sein. (...) Die Organisation wird, wie in den Vorjahren auch, wieder die Stadtverwaltung Menden in Zusammenarbeit mit einer auf Mittelaltermärkte spezialisierten Agentur übernehmen. (...) Anders ist das bei den Kosten: Finanziert wird der Frühlings- und Mittelaltermarkt 2017 durch die Standgelder der Aussteller, dieses Mal aber ohne finanzielle Beteiligung der Werbegemeinschaft Menden, die allerdings die von ihr akquirierten Sponsorengelder zur Verfügung stellt." Stefan Sommer: "Was noch fehlt, also das Defizit, tragen wir."
Diese Regelung gilt allerdings nur für den "Mendener Frühling". Stefan Sommer: "Über weitere Veranstaltungen, wie zum Beispiel den Mendener Herbst und auch den Frühlings- und Mittelaltermarkt ab 2018, wird die Politik entscheiden."
Und dafür bahnt sich auch schon eine Möglichkeit an: Wie Frank Oberkampf telefonisch mitteilte, war die Werbegemeinschaft am Donnerstag dabei, einen Bürgerantrag zu formulieren, dass ab dem "Mendener Herbst" 2017 die Stadt Menden als Veranstalter dieser beiden großen Stadtfeste auftritt. Die Händlerorganisation werde die Arbeit ehrenamtlich unterstützen, z.B. mit dem Öffnen der Geschäfte an den verkaufsoffenen Sonntagen.

Die komplette Stellungnahme der WSG finden Sie hier.

Und hier noch eine kleine Glosse.
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