Vorsicht: "Zeitdiebe" unterwegs!

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In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren von 2 auf 3 Uhr um eine Stunde vorgestellt. Dann gilt wieder Sommerzeit.
 

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder soweit: Die Uhren werden um 2 Uhr um eine Stunde auf Sommerzeit vorgestellt. Das geht bei ihnen schnell, häufig automatisch. Bei den Menschen nicht. Ärzte und Krankenkassen warnen wegen der "gestohlenen" Stunde vor gesundheitlichen Gefahren.

Im Sommer werden die Gartenstühle wieder rausgestellt, also VOR das Haus. Diese kleine Eselsbrücke hilft vielen Menschen, sich die Zeitumstellung zu merken, die in der Nacht vom heutigen Samstag auf Sonntag um 2 Uhr geschieht.
Daran, dass die Zeitumstellung von vielen für sinnlos und überflüssig gehalten wird, ändert aber auch die beste Eselsbrücke nichts: Dreiviertel der Bundesbürger würden diese Umstellung lieber heute als morgen abschaffen.
Manche halten die Umstellung nur für lästig, andere für gesundheitsgefährdend. Eine repräsentative forsa-Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse unter 1.000 Personen vom Herbst 2016 belegt:

Jeder Dritte
hat Probleme

Fast jeder Dritte hat Probleme durch die Zeitumstellung: Frauen deutlich häufiger (39 Prozent) als Männer (23 Prozent).
Fast jedem vierten Befragten fällt es schwerer, nach der Zeitumstellung morgens aufzustehen.
Jeder Sechste sagt, dass er in Folge der Zeitumstellung tagsüber gereizt oder müde ist. Und immerhin 13 Prozent haben abends Probleme einzuschlafen.
Für Haushalte mit Kindern stellt die Zeitumstellung eine noch größere Herausforderung dar: Hier geben 47 Prozent aller Familien mit Kindern bis 12 Jahren an, dass sich die Zeitumstellung beim Nachwuchs bemerkbar macht - sei es durch schwieriges Aufstehen am Morgen oder schlechtes Einschlafen am Abend.

900.000 nehmen
deshalb Schlafmittel

Die DAK-Gesundheit nennt Daten aus einer forsa-Umfrage, die am 3. und 6. Februar 2017 bundesweit unter 1.004 Befragten (davon 218 in NRW) gemacht wurde.
Demzufolge nehmen allein in NRW 900.000 Bürger wegen der Zeitumstellung Schlafmittel.
Jeder Zehnte nennt sogar „depressive Verstimmungen“ als Folge der neuen Zeit.
73 Prozent der Nordrhein-Westfalen würden die Zeitumstellung gern abschaffen (Bundesdurchschnitt: 74 Prozent).


Kindern helfen
Schlaf-Rituale

Der Onlinedienst für Betreuung "Betreut.de" weist darauf hin, dass in den ersten beiden Wochen nach der Zeitumstellung im Frühjahr die Auswirkungen am stärksten sind.
Die „verschwundene Stunde“ wirbele den Biorhythmus durcheinander und mache besonders Kindern zu schaffen.
Eine Umfrage von Betreut.de unter 518 Müttern hat ergeben, dass für 60 Prozent der Familien mit kleinen Kindern der Morgen die stressigste Phase des Tages ist. Das gilt um so mehr, wenn alle Familienmitglieder übermüdet sind - wie jetzt bei der Umstellung auf die Sommerzeit.
Betreut.de zitiert die Expertin Dr. med. Samia Little Elk aus Berlin: „Unseren Kindern hilft es, wenn wir für das Zu-Bett-Gehen feste und verlässliche Rituale haben, die wir einfach im Zuge der Zeitumstellung der neuen Zeit anpassen."

Nützliche
Tipps

Die KKH rät, zum Beispiel Vorhänge offenzulassen, da Helligkeit ein „natürlicher Wachmacher“ ist.
Und am Abend solle man möglichst auf helles Licht und Bildschirmarbeit verzichten.
Die DAK-Gesundheit verweist auf ihr umfangreiches Schlaf-Special im Internet. Dort gibt es viele Tipps rund um das Thema „gesunder Schlaf“ sowie ein Schlaftagebuch.
Gerade für das Verhalten mit Kindern gibt "Betreut.de" Tipps:
- Damit die Zeitverschiebung von einer Stunde nicht so stark zu Buche schlägt, sollten Eltern sie über mehrere Tage verteilen. Das heißt: die Kinder bereits ein, zwei Abende vorher jeweils eine halbe Stunde früher ins Bett bringen, um sie leichter an die neue Zeit zu gewöhnen.
- Frische Luft und ausreichend Bewegung machen Kinder nicht nur glücklich, sondern auch müde. Das ist in den Tagen der Zeitumstellung besonders wichtig.
- Eltern sollten darauf achten, dass Ihr Kind an diesen Tagen nicht übermäßig viel Mittagsschlaf hält. Auch, wenn es schwer fällt: "Wecken Sie es lieber. Sonst ist es abends nicht mehr müde, schläft zu spät ein und bekommt morgens erst recht Probleme mit dem Aufstehen."
- Eltern sollten morgens möglichst viel Licht anschalten - zumindest sofern die Sonne beim Wecken noch nicht scheint. Auch mit Musik kann man schwungvoll in den Tag starten.
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3 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 24.03.2017 | 13:24  
6.123
Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 24.03.2017 | 14:02  
30.129
Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 27.03.2017 | 00:02  
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