Moers - Rendezvous auf der Rikscha

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Geschäftsführer Karl-Heinz Theußen (Mitte) vom SCI Moers holt das bundesweite Projekt „Radeln ohne Alter“ gemeinsam mit dem Moerser Fahrradexperten Volker Vorländer (links) und Thorsten Krüger, Eichrichtungsleiter des Rudolf-Schloer-Stiftes (rechts) nach Moers. (Foto: David Weierstahl)
 
Die Elektro-Rikscha des SCI Moers wird mit Hilfe eines Akkus betrieben, der sich unter dem Gepäckträger des Gefährts befindet. (Foto: David Weierstahl)
Moers: SCI-Moers / Volksschule |

Projekt „Radeln ohne Alter“ bringt Moerser Seniorenheimbewohner an die frische Luft

Sie hat eine große knallrote Klingel am Lenker, einen gepolsterten Passagierkorb inklusive Anschnallgurte und besteht etwa zur Hälfte aus einem gewöhnlichen Fahrrad: Die neue Elektro-Rikscha vom SCI Volksschule in Moers.

von David Weierstahl

Das tolle Gefährt ist Teil des bundesweiten Projektes „Radeln ohne Alter“ und soll, gesteuert von ehrenamtlichen „Piloten“, Seniorenheimbewohner an die frische Luft bringen.

Weil viele ältere Menschen in Altenpflegeeinrichtungen zu Spazierfahrten mit dem Rad körperlich nicht mehr in der Lage sind, kommen sie seltener etwa in den Park oder an andere geliebte Orte.

Das ursprünglich aus Kopenhagen importierte Projekt soll Abhilfe schaffen und hat einen zusätzlichen Effekt, weiß Karl-Heinz Theußen, Geschäftsführer des Moerser SCI. „Die Kommunikation zwischen Pilot und Fahrgast ist besonders für die Senioren ein wichtiger sozialer Aspekt, den das Projekt mitbringt.“

So einigen sich die ehrenamtlichen Rikscha-Piloten gemeinsam mit den ihnen anvertrauten Senioren aus den Moerser Pflegeheimen auf die angestrebten Ausflugsziele. Die jeweilige Route plant der Pilot.

Zudem lassen sich auch Fahrten ohne strahlenden Sonnenschein realisieren, denn die mit einem Elektro-Akku betriebene Rikscha verfügt über ein kleines Verdeck, das zumindest die Passagiere vor Wind und Regen schützt.

Das Rudolf-Schloer-Stift konnte das Projekt bereits testweise mit einer eigenen Rikscha starten und positive Erfahrungen machen. „Es hat gut funktioniert. Wir konnten auch Bewohner mit dem Angebot erreichen, die nicht mehr so häufig spazieren gehen und dadurch seltener rausgehen“, berichtete Thorsten Krüger, Einrichtungsleiter im Rudolf-Schloer-Stift. Erste Vorbehalte einiger Senioren waren nach Fahrten schnell ausgeräumt.

Jeder kann Pilot sein

Freiwillige Fahrer melden sich beim SCI-Sekretariat in Moers als Rikscha-Piloten an und werden nach einer Einweisung im Umgang mit dem Gefährt durch den Moerser Fahrradspezialisten Volker Vorländer an die teilnehmenden Moerser Seniorenheime vermittelt. Die Fahrer stimmen die Ausflugsziele selbst mit den Senioren ab, planen die Route und buchen dann die (derzeit leider noch einzige) Rikscha.

Diese hat rund 3.600 Euro gekostet und wurde vom SCI finanziert, der sich erhofft, durch mögliche Sponsoren zukünftig auf noch weitere Fahrzeuge zurückgreifen zu können. Allerdings schließen die Organisatoren von vornherein aus, Werbung auf den auffälligen Dreirädern zu platzieren.

Keine Taxifahrten!

Die Rikscha-Fahrten werden ausdrücklich nur zu Spazierfahrten an der frischen Luft angeboten. Taxi- oder Einkaufsfahrten werden nicht durchgeführt, da der Fokus des Projekte darauf gerichtet ist, sich draußen und an der Luft aufzuhalten.

Interessierte, die gerne zugunsten älterer Menschen Rikscha-Piloten werden wollen, können sich im Sekretariat des SCI Moers telefonisch unter der Rufnummer 02841/95780 melden oder per Mail an roa@sci-moers.de.

Weitere Informationen, wie etwa Erfahrungsberichte von Rikscha-Piloten zum Projekt „Radeln ohne Alter“ auf: http://radelnohnealter.de/. 
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