Aktionskreis „Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage“: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Sonntag“

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„Vor 125 Jahren wurde in Deutschland die Sonntagsarbeit – mit Ausnahmeregelungen – verboten. Dies wurde zu Recht als sozialer Fortschritt gepriesen. Umso bedenklicher ist es, dass heute der Sonntagsschutz mehr und mehr ausgehöhlt wird.“ Mit diesen Worten kommentierte Franz Köchling, Sprecher des Aktionskreises "Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage" in Langenfeld und Monheim, insbesondere die immer häufiger gestellte Forderung des Einzelhandelsverbandes eine bundesweit einheitliche Regelung für noch mehr verkaufsoffenen Sonntage zu schaffen. Nach Vorstellung des Einzelhandels sollen künftig Geschäfte – ohne Anlass – an zehn Sonntagen pro Jahr öffnen können.

Keine Verdoppelung der verkaufsoffenen Sonntage in NRW

Von daher lehnt auch der Aktionskreis das Vorhaben der künftigen schwarz-gelben Regierungskoalition in NRW ab, eine Öffnung der Geschäfte an acht statt an bisher vier Sonntagen im Jahr zu ermöglichen. „Abgesehen davon, dass durch längere Ladenöffnungszeiten unterm Strich nicht mehr verkauft wird – jeder Euro kann schließlich nur einmal ausgegeben werden – sind es vor allem die Frauen, die an diesen Sonntagen arbeiten müssen“, so Franz Köchling. „Wir appellieren daher schon jetzt an die Städte Langenfeld und Monheim, es in jedem Fall bei den bisherigen maximal vier verkaufsoffenen Sonntagen zu belassen, auch wenn die kommende CDU/FDP-Koalition demnächst die Zahl auf acht Sonntage verdoppeln will.

Schließlich bringe der Sonntag den rastlosen Menschen zur Ruhe und Besinnung, so die Mitglieder des Aktionskreises. Er zeige ihm bei aller Bedeutung des Wirtschaftens die Grenze bloß ökonomischer Interessen und des Konsums, nicht nur im Blick auf die gesetzliche Regelung des Ladenschluss- bzw. der Öffnungszeiten der Geschäfte. Er befreie den Menschen von den Zwängen der Arbeit und eines rastlosen Tuns. Deshalb fordert der Aktionskreis insbesondere die Christen auf, sich zum vollen Sinn des Sonntags zu bekennen und ihn nicht der heutigen Erlebniskultur preiszugeben. Gleichzeitig appelliert er an die Monheimer und Langenfelder Bürger, durch eine bewusste Gestaltung des Sonntags deutlich zu zeigen, dass es bessere Möglichkeiten gebe den Sonntag zu verbringen, als ihn durch Geschäftseinkäufe zum normalen Werktag zu degradieren. „Gerade in unserer rastlosen Zeit brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Sonntag", so der Aktionskreis "Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage".

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, habe im Übrigen zu Recht darauf hingewiesen, dass der Sonntagsschutz sich nicht nur auf die Ausübung der Religionsfreiheit beziehe, sondern dass die Arbeitsruhe auch der „physischen und psychischen Regeneration und damit der körperlichen Unversehrtheit“ diene.

Im Aktionskreis "Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage" arbeiten die evangelische Kirche in Monheim, die katholischen Kirchengemeinden und Verbände KAB, kfd und KKV im Bereich Langenfeld/Monheim mit, um den Sinn des Sonntags stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.
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