Gesprächskreis "Christen treffen Muslime" unterstützt Erklärung des ZdK: „Keine Gewalt im Namen Gottes“

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Der Monheimer KKV-Gesprächskreis "Christen treffen Muslime" begrüßt die Erklärung des Gesprächskreises „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken „Keine Gewalt im Namen Gottes – Christen und Muslime als Anwälte des Friedens“.

Gerade in einer Zeit in der weltweit Hass und Gewalt gegen Andersgläubige oder politische Gegner ausgeübt und mit religiösen Motiven begründet werden, ist es dringend geboten, die Ursachen solcher Taten klar zu benennen. „Es sind nicht die Religionen, die dazu aufrufen, sondern es sind Fanatiker und Verblendete, die für ihr verbrecherisches Tun religiöse Gründe vorgeben und damit Religionen für ihr Tun missbrauchen“, so Bernd-M. Wehner, Sprecher des Monheimer Gesprächskreises "Christen treffen Muslime".

In der Erklärung des ZdK, der sich die Mitglieder des Gesprächskreises "Christen treffen Muslime" anschließen, heißt es u.a.: „Als Christen und Muslime glauben wir an Gottes Gerech­tigkeit, Güte und Barmherzigkeit. Wir sehen und erleben weltweit gewalttätige Ereignisse und Strukturen. Wir glau­ben an die Zusage und die Wegleitung Gottes. Deshalb treten wir für ein friedliches und barmherziges Miteinander aller Menschen ein. Wir sehen uns aufgerufen, jeder Form von Gewalt, Unterdrückung, Unrecht, Unfrieden, Not und Angst entgegenzuwirken.

Uns verbindet die Hoffnung, dass der Friede Gottes unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmt und wir so an einer friedlichen Welt und gelingenden menschlichen Beziehun­gen mitwirken können. Als Gesprächskreis erteilen wir jed­weder vermeintlich religiös motivierten Gewalt und dem Missbrauch unserer Religionen eine klare Absage: Unsere Gemeinschaften dürfen nicht müde werden zu widerspre­chen. Gemeinsam erklären wir:
· Gott zur Rechtfertigung von Tötungen und Gewalt­taten in Anspruch zu nehmen, ist Gotteslästerung.
· Heilige Kriege gibt es nicht. Ziel Gottes ist der gerechte Friede. Daran muss sich menschliches Handeln ausrichten.
· Als Christen und Muslime verurteilen wir jedwe­den Fundamentalismus, Radikalismus, Fanatismus und Terrorismus.
· Bibel und Koran wollen die Menschen zu Gerechtig­keit und Frieden führen. Dem Missbrauch der Heiligen Schriften muss immer wieder entgegengetreten werden. Alle Möglichkeiten der Kommunikation und Aufklärung sind zu nutzen. Schule und Studium, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung sowie die neuen sozialen Medien bieten Chancen dazu.
· Die Ausbreitung des Glaubens darf niemals mit Zwang und Gewalt geschehen: Das Geschenk des Glaubens kann nur in Mitmenschlichkeit, Freundschaft, Nähe, friedvollem Umgang und im Einsatz für gerechte gesellschaftliche Strukturen bezeugt werden.
· Wir sprechen uns gemeinsam für die Achtung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit aus. Wir sehen uns verpflichtet, nicht nur die je eigene Religi­onsfreiheit und die je eigenen Rechte auf freie Ausübung der Religion einzufordern, wo Christen oder Muslime in der Minderheit sind, sondern die Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften zu achten und innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft füreinander Partei zu ergreifen. Dies schließt ein, gegen die Verfolgung und Benachteiligung von Christen, die derzeit vor allem in zahlreichen mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern geschieht, genauso wie gegen Diskriminierung und Aus­grenzung von Muslimen in Europa zu protestieren. Für die Religionsfreiheit einzutreten bedeutet, dass jeder seinen Glauben offen leben kann und schließt das Recht ein, die Religion zu wechseln oder keiner Religion anzugehören.
· Feindbilder sind zu erkennen und zu überwinden. Der wachsenden Islamfeindlichkeit in Deutschland und Europa muss durch Aufklärung und Begegnung entge­gengewirkt werden. Gläubige sollten sich um interreligi­öse wie interkulturelle Kompetenz bemühen. Christinnen und Christen brauchen Basiswissen über den Islam, Mus­liminnen und Muslime brauchen Basiswissen über das Christentum. Notwendig sind jedoch vor allem Begeg­nung, Kennenlernen und Freundschaften.
· Gewaltprävention ist eine Aufgabe für alle religiö­sen Menschen und deswegen auch eine interreligiöse Aufgabe: Überwindung von Gewalt, Verzicht auf Gegen­gewalt kann und muss erlernt und eingeübt werden. Im Vertrauen auf Gott sich selbst zurückzunehmen ist ein Schritt, um eine friedliebende Haltung und menschen­freundliche Verhaltensweise zu finden. Das gilt für den Lebensalltag wie für internationale Zusammenhänge.

Die komplette Erklärung findet man unter www.zdk.de, Rubrik „Veröffentlichungen“.

Deshalb ruft der Monheimer Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ erneut alle Bürger dazu auf, noch stärker den Dialog mit der Mehrheit der hier lebenden friedliebenden Muslime zu pflegen. Nur so lerne man den Anderen besser kennen und respektieren und nur so könne ein friedliches Zusammenleben gelingen.

Der KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ trifft sich bereits seit rund zehn Jahren mit den türkischsprachigen Muslimen in Monheim. Seit fünf Jahren nehmen auch evangelische Christen an den vierteljährlich stattfindenden Gesprächen teil. Ziel des Gesprächskreises ist es, im gemeinsamen Dialog zwischen Christen und Muslimen einander besser kennenzulernen, gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse zu beseitigen, um so im gegenseitigen Respekt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Glauben des Anderen festzustellen.

Weitere Infos über den KKV unter: www.kkv-monheim.de bzw. www.kkv-bund.de.
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