KKV-Gesprächskreis "Christen treffen Muslime": Nicht politischen Rattenfängern nachlaufen

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Dialog mit Muslimen verstärken – Ängste vorurteilsfrei aufgreifen


„Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute, die ihr Christentum kaum noch praktizieren, auf einmal das christliche Abendland in Gefahr sehen.“ Mit diesen Worten warnt Bernd-M. Wehner, Sprecher des KKV-Gesprächskreises "Christen treffen Muslime" und Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, vor einer Dramatisierung einer angeblichen Gefahr durch den Islamismus in Deutschland. Wenn man bedenke, dass in Sachsen nur 0,1 Prozent der Bürger Muslime seien, und ausgerechnet in Dresden die Pegida-Bewegung den größten Zulauf habe, dann sei das schwer nachvollziehbar. „Dass es radikale islamistische Bewegungen gibt, ist unbestritten. Die von der IS oder den Taliban durchgeführten Brutalitäten zeigen dies überdeutlich. Genauso unstrittig ist es aber auch, dass die überwiegende Zahl der Muslime in Deutschland solche Gruppierungen ablehnen und an einem friedlichen Zusammenleben interessiert sind“, unterstreicht Wehner. Von daher begrüße man auch die Entscheidung von Domkapitular Norbert Feldhoff, während der geplanten Pegida-Demonstration am Abend die Beleuchtung des Kölner Domes auszuschalten.

Erdogan Akpolat und Mohamed Adib, langjährige Mitglieder des Gesprächskreises und Dialogbeauftragte der DITIB Moscheegemeinde Monheim unterstreichen dies mit den Worten: „Auch wir distanzieren uns in aller Form von diesen Gewaltexzessen, wie sie von der Isis oder den Taliban durchgeführt werden. Sie sind mit dem Islam nicht zu vereinbaren und dürfen auch nicht toleriert werden.“ Hier werde die Religion für politische Zwecke missbraucht.

Der Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ appelliert gleichzeitig an die Christen in Deutschland, nicht politischen Rattenfängern nachzulaufen und deren Parolen zu übernehmen. Gerade Christen müssten deshalb deutlich machen, dass Nächstenliebe keine Feindbilder zulasse. Gleichzeitig ruft der Gesprächskreis aber auch die Politiker auf, Ängste von Menschen in dieser Frage ernst zu nehmen. Da Ängste immer mit persönlichem Empfinden zu tun hätten, gelte es mit den Betroffenen darüber zu reden und zwar vorurteilsfrei und mit aller Gelassenheit. Auch dürfe man sie nicht gleich in eine bestimmte politische Ecke stellen. Wenn man schon Toleranz predige, dann müsse sie für alle gelten. Probleme dürfe man nicht ignorieren, sondern sie müssten benannt, analysiert und wenn möglich beseitigt werden.

Im Übrigen ruft der Gesprächskreis alle Monheimer dazu auf, noch stärker den Dialog mit der Mehrheit der hier lebenden friedliebenden Muslime zu pflegen. Nur so lerne man den Anderen besser kennen und respektieren und nur so könne ein friedliches Zusammenleben gelingen. Zu Recht habe Papst Benedikt XVI. bei der Begegnung mit Vertretern muslimischer Gemeinschaften am 20.08.05 gesagt: "Wenn es uns gemeinsam gelingt, das Hassgefühl aus den Herzen auszurotten, uns gegen jede Form von Intoleranz zu verwahren und uns jeder Manifestation von Gewalt zu widersetzen, dann werden wir gemeinsam die Welle des grausamen Fanatismus aufhalten. ... Das Leben jedes Menschen ist heilig, für die Christen wie für die Muslime."

Der KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ trifft sich bereits seit rund zehn Jahren mit den türkischsprachigen Muslimen in Monheim. Seit fünf Jahren nehmen auch evangelische Christen an den vierteljährlich stattfindenden Gesprächen teil. Ziel des Gesprächskreises ist es, im gemeinsamen Dialog zwischen Christen und Muslimen einander besser kennenzulernen, gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse zu beseitigen, um so im gegenseitigen Respekt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Glauben des Anderen festzustellen.

Weitere Infos über den KKV unter: www.kkv-monheim.de bzw. www.kkv-bund.de.
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