Prälat Läufer beim KKV: „Begegnung mit Menschen anderen Glaubens“

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Prälat Erich Läufer bei seinem Vortrag. Im Hintergrund KKV-Vorsitzender Herbert Süß.
Prälat Erich Läufer machte den zahlreich erschienenen Zuhörern beim KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die Auswirkung der Globalisierung auf die Beziehungen der Menschen anderer Religionen deutlich. Im Zusammenhang mit der Frage „Wie kommen wir miteinander aus?" käme das Gemeinwohl ins Spiel. Dabei sei das miteinander reden und das zuhören können eine wichtige Voraussetzung für diese Begegnung. Der Vorsitzende, Herbert Süß, wies auf den seit knapp 12 Jahren bestehenden KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ hin, dessen Sprecher, Bernd-M. Wehner, er besonders begrüßte.

Lange Zeit habe es in der Kirche im heutigen Sinn keine Begegnungen mit Menschen anderer Religion gegeben. Es galt die Vorstellung, wer nicht getauft sei, sei verloren. Die Weitergabe des Glaubens habe heute andere Formen angenommen als etwa zur Zeit der großen Missionsorden und der Missionierung Afrikas oder des fernen Ostens. Im II. Vatikanischen Konzil habe man um die Religionsfreiheit gerungen, die heute für christliches Denken selbstverständlich sei. Wer sich auf Karl Rahner beziehe, kenne den Ausdruck der „anonymen“ Christen. Wer Gott mit reinem Herzens suche, werde gerettet. In Kolonialzeiten seien oft die Religionen der anderen Völker als minderwertig betrachtet worden. Auffallend sei, dass es nach dem 2. Weltkrieg zu einer Renaissance des Islam gekommen sei. Seit dem Weltgebetstreffen unter Papst Johannes Paul II. in Assisi reiße die Diskussion nicht ab, ob es beispielsweise gemeinsames Beten zwischen Muslimen und Christen geben könne. "Sensibilität und Respekt vor dem Anderen ist nötig, um hier gemeinsame Schritte zu unternehmen", so Prälat Läufer.

„Die Begegnung mit Buddhisten oder Muslimen hat nicht zum Ziel, eine Einheitsreligion herzustellen, sondern erwartet die Offenheit und Bereitschaft, Menschen anderen Glaubens zu verstehen und anzunehmen“, stellte der Referent gleichzeitig klar. Es gebe unterschiedliche Stufen der Begegnung im interreligiösen Dialog. Bei der anschließenden Diskussion gab es die Möglichkeit, viele der offenen Fragen anzusprechen. In seinem Schlusswort dankte der KKV-Vorsitzende, Herbert Süß, dem Referenten für seinen umfassenden Vortrag, der die Besonderheiten dieses anspruchsvollen Themas deutlich gemacht habe.
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