Brisantes Bühnenstück: Dokumentarstück "Urteil" beschäftigt sich mit den NSU-Morden

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Es musste viel geprobt werden. Foto: Norbert Kriener

Das freie Theater Gegendruck aus Recklinghausen ist bekannt für seine Beschäftigung mit brisanten politischen Stoffen. Jetzt bringt das Ensemble um den Regisseur Johannes Thorbecke als erstes Theater in NRW das Dokumentarstück "Urteile" von Christine Umpfenbach und Azar Mortazavi in einer szenischen Lesung auf die Bühne. Die Premiere ist am Freitag, 31. März, um 20 Uhr in der Altstadtschmiede, Kellerstraße 10, zu sehen.

Hintergrund des Stücks ist die Mordserie der rechtsextremistischen Terrorzelle NSU, die bis heute unser Land erschüttert. Lange Zeit wurde dabei ein ausländerfeindlicher Hintergrund von den Ermittlungsbehörden ausgeschlossen. Stattdessen gerieten die Angehörigen der Mordopfer ins Visier von Medien und Ermittlungsbehörden. Vorverurteilungen wurden durch Überschriften der Boulevardpresse, in denen von „Dönermorden“ und „Türkenmafia“ die Rede war, angeheizt. Erst 2011 wurde nach der Selbstenttarnung des NSU offenbar, wer hinter den Taten stand, die seit 2013 im Prozess vor dem Oberlandesgericht München angeklagt werden.

Die Autorin und Dramaturgin Christine Umpfenbach hat im Umfeld der zwei Münchner Mordopfer recherchiert. Sie hat mit Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen gesprochen, aber auch mit Ermittlern, Presseleuten und Politikern.Das Ergebnis ihrer Nachforschungen ist das Dokumentarstück Urteile, das 2014 im Residenztheater München uraufgeführt wurde.

Karten gibt es für 5 Euro unter Tel. 0209/1477999 und auf www.imvorverkauf.de.
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