Buch über das Gymnasium Petrinum in Recklinghausen erschienen

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Gemeinsam haben sie den neuen Band zur Geschichte des Petrinum in Recklinghausen herausgebracht (v.l.): Georg Möllers, Heribert Seifert und Ludger Linneborn. Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle

Als Ludger Linneborn, Georg Möllers und Heribert Seifert im Jahr 2001 ihr erstes Buch unter dem Titel „Das Petrinum unterm Hakenkreuz“ zur Geschichte des humanistischen Gymnasiums in Recklinghausen in der Zeit von 1933 bis 1945 veröffentlichten, hatten sie nicht damit gerechnet, dass ihr Buch schnell vergriffen war und es zahlreiche Reaktionen auf ihre Ausführungen gab.



„Wir haben in dem Buch keinen Schlussstrich gezogen. Daraufhin haben uns viele ehemalige Schüler aus der Zeit ihre Geschichten geschickt“, berichtet Seifert, der wie die beiden anderen Herausgeber früher als Lehrer am Petrinum gearbeitet hat. Zahlreiche Reaktionen seien von persönlichem Engagement getragen gewesen, die sich aber nicht immer mit den Akteninformationen deckten.
So setzten sich die drei Herausgeber abermals zusammen und entwickelten ein Konzept für ein weiteres Buch. Das ist nun unter dem Titel „Der Unterricht ging pünktlich weiter - Zur Geschichte des Gymnasium Petrinum in Recklinghausen in der Zeit von 1933 bis 1945“ erschienen. Übernommen wurde zirka die Hälfte der Informationen aus dem alten Buch. Die andere Hälfte ist neu hinzugekommen. Nicht als chronologische Geschichtsschreibung verstehen die drei ehemaligen Lehrer das knapp 300 Seiten umfassende Werk, sondern „als ein offenes Lesebuch. Wir setzen auf einen Leser, der Lust auf eine Spurensuche hat. Er kann kreuz und quer lesen und dabei auch Widersprüche entdecken“, erklärt Seifert das Konzept.

Zwar war das Petrinum nie eine Schule in katholischer Trägerschaft, aber vom Selbstverständnis sei sie immer katholisch geprägt gewesen. „95 Prozent der 200 Schüler und alle Lehrer waren katholisch“, weiß Möllers zu berichten. Deshalb sei die Geschichte der Schule auch eine Geschichte der Zerschlagung der katholischen Jugendbewegung. „Ein in der katholischen Jugendbewegung engagierter Schüler, Ludwig Grindel, wurde 1935 ins Konzentrationslager verschleppt. Die anderen wurden eingeschüchtert und gefragt, ob sie den gleichen Weg gehen wollen“, hat der Historiker in Erfahrung gebracht. Und so widmet sich eins der insgesamt neun Kapitel der Zerschlagung der katholischen Jugendbewegung.

Da es immer weniger Zeitzeugen gäbe, die von ihren Erlebnissen berichten könnten, sei ein solches Buch ein wichtiger Beitrag für die Schul- aber auch für die Regionalgeschichte, betonte Prof. Dr. Bernd Hartmann im Namen des Fördervereins des Petrinums. „Es ist wichtig, der Geschichte Gesichter zu geben und sie zu personalisieren“, erklärte er. Unterstützung erhielt das Vorhaben ebenso vom Ehemaligenverein sowie von der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Recklinghausen. Erschienen ist der Band im Klartext-Verlag.
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