Der Recklinghäuser Museumsdirektor Prof. Dr. Ferdinand Ullrich geht in den Ruhestand

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Ein volles Haus zur Verabschiedung von Museumsdirektor Ferdinand Ullrich.
Seit 1981 war er an der Kunsthalle Recklinghausen tätig, seit 1988 als Direktor der Städtischen Museen. Damit übertrifft er die Amtszeit von Vorgänger und Vorbild Thomas Grochowiak, Initiator der Künstlergruppe „junger westen“, der von 1952 bis 1979 die Museen leitete. Diese Traditionslinie ist auch deshalb von Bedeutung, weil Ullrich sich intensiv mit der Gründungszeit beschäftigt hat. 1999 wurde er mit einer Arbeit über die 1947 in Recklinghausen gegründeten Künstlergruppe an der Ruhr Universität Bochum promoviert. Gerade schließt er seine Arbeit an der Kunsthalle Recklinghausen mit einer umfangreichen Ausstellung zu eben jener Künstlergruppe ab: „junger westen – Auf dem Weg zur Avantgarde“.

1951 geboren studierte er von 1972 an der neugegründeten Kunstakademie in Münster bei dem Konzeptkünstler Timm Ulrichs und schloss 1978 mit dem Staatsexamen und dem Meisterschülerzeugnis ab. 1978 bis zum Beginn seiner Tätigkeit an der Kunsthalle Recklinghausen studierte er Kunstgeschichte, Philosophie und Pädagogik an der RuhrUniversität Bochum unter anderem bei dem legendären ersten Lehrstuhlinhaber Max Imdahl.
Ullrich selbst ist seit 1998 akademischer Lehrer und Honorarprofessor an der Kunstakademie Münster und hat dort unter anderem studentische Projekte im Rahmen der Emscherkunst 2010, 2013 und 2016 kuratiert.

Die Ausstellungstätigkeit in Recklinghausen war geprägt von wichtigen monographischen Ausstellungen, zumeist im Rahmen der Ruhrfestspiele, die Künstlern gewidmet waren, die sich mit dem charakteristischen Ausstellungsgebäude, dem alten Hochbunker am Hauptbahnhof, auseinandersetzten: Jannis Kounellis, Per Kirkeby, Tadashi Kawamata. Von den beiden letzteren holte er imposante Werke in den öffentlichen Stadtraum von Recklinghausen.
Zum Abschied gibt Ullrich noch ein Buch heraus, das sich mit der Geschichte des Ausstellungsgebäudes und seiner Interpretation durch die Künstler widmet. Wie nahezu alle Kataloge seiner Zeit hat er auch diesen Band selbst gestaltet und hier auch die Fotografien in einem Zeitraum von über 30 Jahren gemacht. -KH-
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