Besonderes Engagement

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Justizstaatssekretär Dirk Wedel (l.) hat Ingo Marien aus Recklinghausen für sein ehrenamtliches Engagement im Justizvollzug ausgezeichnet. Foto: Justiz NRW

Justizstaatssekretär Dirk Wedel hat in Düsseldorf anlässlich des Tages des Ehrenamtes 21 ehrenamtlich in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen tätige Bürgerinnen und Bürger für ihr Engagement ausgezeichnet. Unter ihnen: Ingo Marien aus Recklinghausen.

"Aufgrund des besonderen Arbeitseinsatzes im Justizvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen kommt Ingo Marien aus Recklinghausen für eine Ehrung in Betracht", heißt es in der Begründung.


Gründer der "Knastgruppe"

Seit 1995 ist der Recklinghäuser als Ehrenamtlicher im Justizvollzug tätig. Maßgebend baute er die sogenannte "Knastgruppe" an der Gastkirche mit auf. Hauptsächlich in der damaligen JVA Recklinghausen, aber auch in der JVA Bochum-Langendreer waren er und sein Team in Einzelbetreuungen von Strafgefangenen und Haftentlassenen tätig. Durch seine Hilfe konnten eine Malgruppe, eine Schachgruppe, eine Gymnastikgruppe und eine schulische Gruppe (zum Beispiel Rechtschreibung) als Freizeitgruppen durchgeführt werden.
Die Einzelbetreuungen führten, in Verbindung mit dem Sozialdienst, an der Gastkirche oft zu Begleitungen bei der Haftentlassung. Haftentlassene wurden unter anderem auch in eigenen Zimmern des Gasthauses aufgenommen. Über viele Jahre stellte die Gruppe auch Weihnachtspakete für Bedürftige zusammen, meist finanziert durch einen Bücherflohmarkt.
Nach Schließung der JVA Recklinghausen führte Ingo Marien diese ehrenamtliche Tätigkeit über einen Zeitraum von sechs Jahren in der JVA Bochum weiter. Zweimal pro Woche findet eine Freizeitgruppe statt, mit dem Namen "Die Recklinghäuser". Es nehmen 15 Gefangene aus Recklinghausen und aus dem Landkreis teil. Die Warteliste ist lang. Ingo Marien und seine Gruppe bieten eine offene Gesprächsrunde an und helfen manchen Inhaftierten im Übergang nach draußen.
Auch bei größeren Jahrestagungen, etwa bei der Fachtagung für hauptamtliche und ehrenamtliche Tätige im Vollzug, ist er mit seiner langjährigen Erfahrung im Vorbereitungsteam aktiv, ebenso in der Anleitung für neue Ehrenamtliche im Team der Recklinghäuser Gastkirche.
Justizstaatssekretär Dirk Wedel erklärte anlässlich der Feierstunde in Düsseldorf: "Wenn Menschen in ihrer Freizeit als Schöffen bei der Rechtsprechung mitwirken, als Schiedsleute Streitigkeiten rund um den Gartenzaun schlichten oder bei unseren Basiskursen für junge Flüchtlinge helfen, zeigt das, wie groß das gesellschaftliche Engagement in Nordrhein-Westfalen ist. Für selbstverständlich dürfen wir dieses Engagement allerdings nie halten. Denn ohne dieses Ehrenamt würde vieles nicht funktionieren."

"Das Bindeglied der Gesellschaft"

Und weiter: "Menschen, die sich für andere Menschen engagieren, sind das Bindeglied einer Gesellschaft, der viele vorwerfen, dass jeder nur an sich denke. Für die gelebte Hilfsbereitschaft der vielen tausend Menschen, die in der Justiz ehrenamtlich helfen, habe ich mich daher heute stellvertretend bei einundzwanzig ganz besonderen Men-schen bedankt. Ihr Beispiel sollte uns Vorbild sein."
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