Möglichkeit der Ausbildung in Teilzeit für junge Eltern

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(Foto: Kreis RE)

Im Schnitt bewerben sich zwei Jugendliche im Kreis Recklinghausen auf einen Ausbildungsplatz. Der Wettbewerb um einen gelungenen Einstieg in die Berufswelt ist in unserer Region für junge Erwachsene schwierig - für junge Väter und junge Mütter noch schwieriger.

„Wer früh Verantwortung für Kinder trägt, ist besonders auf familienfreundliche Ausbildungsbedingungen angewiesen“, sagt Landrat Cay Süberkrüb. Die Lösung lautet: Teilzeitberufsausbildung, und in diesem Wort steckt alles drin, was junge Eltern brauchen.

Eine Berufsausbildung in Teilzeit ermöglicht, Familie und einen qualifizierten Einstieg in die Berufswelt unter einen Hut zu bringen. „Und damit langfristig Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu haben“, sagt Claudia Stermer, Gleichstellungsbeauftragte beim Kreis Recklinghausen. Ein nicht ganz alltägliches Modell, das die Gleichstellungsstelle des Kreises angestoßen hat und jetzt in Kooperation mit den zehn Kommunen umsetzt. Seit knapp einem Jahr durchlaufen 15 Teilnehmer im Kreisgebiet die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, die auf die besondere Situation von Müttern und Vätern zugeschnitten ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Wochenarbeitszeit 30 Stunden umfasst. Durch diese Teilzeitregelung verlängert sich aber nicht die Ausbildungszeit.

Der Clou: Diese  Berufsausbildung wird als überbetriebliche Ausbildung durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine vom Jobcenter Kreis Recklinghausen geförderte Maßnahme. „Ein Angebot für unsere Kunden, das nur aufgrund der guten interkommunalen Zusammenarbeit zustande kam“, sagt Manuela Seifert, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beim Jobcenter Kreis Recklinghausen.

Stadtverwaltungen, Kreisverwaltung, Jobcenter Kreis Recklinghausen, Studieninstitut Emscher-Lippe, Bildungszentrum des Handels und RE/init zogen an einem Strang und stellten das komplexe Konzept rund um die zusätzlichen Ausbildungsplätze auf die Beine. Um nur einige Besonderheiten zu nennen: Die 15 Teilnehmer besuchen eine speziell für sie eingerichtete Berufsschulklasse. Der Bildungsträger RE/init bietet zusätzlichen Unterricht an und die Teilnehmer werden
sozialpädagogisch betreut.

Mit dieser überbetrieblichen Ausbildung können Kommunen und Kreisverwaltung zusätzliches Personal ausbilden, auch wenn es natürlich keine Übernahmegarantie gibt. „Aufgrund der eng gerechneten Azubi-Zahlen und der demografischen Entwicklung in den Verwaltungen ist diese Maßnahme für die Kommunen und den Kreis ein echter Zugewinn“, sagt Landrat Cay Süberkrüb, der sich mit den Bürgermeistern des Kreises für die Maßnahme eingesetzt hat.
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