Recklinghäuser Werkstätten gewinnen die Deutsche Fußball-Meisterschaft

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(Foto: Carsten Kobow)

Die Recklinghäuser Werkstätten haben die Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Duisburg gewonnen und damit den Vorjahressieger aus Berlin abgelöst.

In einem lange spannenden und hochklassigen Endspiel setzte sich das Team aus Nordrhein-Westfalen mit 4:0 (1:0) gegen das Behinderten-Werk Main-Kinzig aus Hessen durch und gewann somit alle Turnierspiele mit einem überragenden Torverhältnis von 23:4-Treffern. Die Hessen müssen sich wie im Vorjahr mit Platz zwei zufrieden geben.
Die begehrte Meisterplakette des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) übergab Wolfgang Watzke, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung, gemeinsam mit Martin Berg, Vorsitzender Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfBM), Lars Wiesel-Bauer, Geschäftsführer des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen und Anna-Lena Schiel, Geschäftsführerin Special Olympics NRW.
Wolfgang Watzke war beeindruckt: „Bei der Meisterschaft wird ein toller Fußball gespielt. Man sieht, dass sich die Teams in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt haben.“ Besonders die Inklusionsarbeit auf Vereinsebene hob der Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung hervor: „Ganz besonders freut mich, dass es viele Spieler gibt, die mittlerweile auch in normalen Regelklubs spielen.“ Martin Berg dankte zudem den Organisatoren des Turniers. „Ganz großer Dank gilt der Sepp-Herberger-Stiftung und den Kooperationspartnern, die das Turnier seit nunmehr 15 Jahren erfolgreich organisieren.“
Auch in diesem Jahr wurde der reibungslose Ablauf von vielen freiwilligen Helfern unterstützt: Physiotherapeuten-Schüler der Westfalen-Akademie in Dortmund kümmerten sich, angeleitet von DFB-Physiotherapeuten, um die kleineren Blessuren der Spieler. Erstmals unterstützten auch Werkstattbeschäftigte der WfbM Duisburg die Turnierleitung an den Spielfeldern.
Neben den Spielen wurde den Mannschaften ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten.
Bei einem Freundschaftsspiel am Mittwoch stand - als Vorbote der Europameisterschaft 2016 in Frankreich - ein Einlagespiel zwischen einer Turnierauswahl und der Gastmannschaft ESAT „La Ruche“ auf dem Programm. Im Anschluss schnupperten die rund 250 Sportler Bundesliga-Atmosphäre: Auf Einladung des FC Schalke 04 und DFB-Vizepräsident Peter Peters wurde das Stadion des Erstligisten besucht. In den 2.500 deutschen Werkstätten spielt Fußball eine große Rolle: Durch den Sport trainieren die Werkstattbeschäftigten soziales Zusammenspiel und soziale Kompetenzen.
Darüber hinaus ist der Fußball eine hervorragende Möglichkeit, die Inklusion behinderter Menschen voranzutreiben. Das Turnier hat deshalb auch im Kalender des Deutschen Fußball-Bundes einen festen Platz: „Die Deutsche Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen ist das Flaggschiff unserer Kooperation mit den Werkstätten. Gleichzeitig arbeiten wir im Rahmen des Projekts‚ 700 Vereine, 700 Werkstätten‘ daran, Werkstätten und Fußballvereine enger zusammenzubringen. Wir wollen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam im Verein Fußball erleben“, so DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg.
Der neue Deutsche Meister aus Recklinghausen ist auch hier Vorbild - die Werkstatt pflegt eine Kooperation mit dem TuS Haltern, dem Heimatverein von Christoph Metzelder und Benedikt Höwedes. Offensichtlich ein gutes Omen.
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