Achtung, Wild!

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Auch im Kreis Recklinghausen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Foto: Andres Schneider
Meist passiert es in der Dämmerung: Unfälle zwischen Wild und Autofahrern führen jährlich zu etwa 20 Verkehrstoten, viel Tierleid und etwa 680 Millionen Euro Sachschäden. Zur Zeitumstellung ist besondere Vorsicht geboten, denn die Tiere kennen keine Uhrzeit und werden vom starken Verkehr überrascht.

Auch im Kreis Recklinghausen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, warnt die Kreisjägerschaft Hubertus Recklinghausen. "Die Morgen- und Abendstunden, zur Zeit des Berufsverkehrs, sind besonders gefährlich", erklärt Petra Bauernfeind-Beckmann, Vorsitzende der Kreisjägerschaft Recklinghausen.
Ein Zusammenstoß bei hoher Geschwindigkeit kann verheerende Folgen haben. "Ein Reh von nur 20 kg, hat bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne", erläutert Petra Bauernfeind-Beckmann weiter. "So kann ein Unfall schnell tödliche Folgen für die Insassen haben."
An besonders gefährdeten Bereichen sind Warnschilder aufgestellt. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zusammenstoß, muss die Polizei vom Fahrer benachrichtigt werden. Dies gilt auch dann, wenn das Wild geflüchtet ist. Die Polizei wird dann den örtlichen Jäger informieren. Die Tiere erleiden nach einem Crash oft schwere innere Verletzungen. Um unnötige Qualen zu verhindern, veranlasst der zustände Jäger dann eine sogenannte Nachsuche. "Dafür haben wir speziell ausgebildete Hunde, mit ihnen können wir auch ohne Spuren von Blut das verletzte Stück Wild finden", erklärt Petra Bauernfeind-Beckmann. Fahrzeugführer sind rechtlich verpflichtet, die Polizei zu verständigen. Wer dies bei einem Verkehrsunfall mit Paarhufern (hierzu gehören Reh, Wildschwein, Mufflon und Hirsch) nicht tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Die Kreisjägerschaft Recklinghausen rät zu folgenden Punkten, um Wildunfälle zu verhindern: Fahrbahnränder genau beobachten; Wildwechselschilder beachten; Sicherheitsabstand einhalten; bei Anblick eines Rehes mit weiterem Wild rechnen.
Wenn Wild auf die Straße wechselt, ist zu folgendem Vorgehen zu raten: Geschwindigkeit reduzieren, hupen, abblenden, nachfolgenden Verkehr beachten, an den eigenen Schutz denken. Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß ungefährlicher, als ein Seitenaufprall gegen einen Baum oder ähnliches.
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