Gastkirche und Gasthaus bekommen Johannes-XXIII.-Preis verliehen

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Erfreute Preisträger in Münster. Foto: privat
Zum zweiten Mal hat jetzt die katholische Friedensbewegung Pax Christi im Bistum Münster den Johannes-XXIII.-Preis vergeben. Preisträger in diesem Jahr ist das „Geistliche Zentrum Gastkirche und Gasthaus Recklinghausen“.

Bei der Preisverleihung im Franz-Hitze-Haus in Münster betonte Dr. Ferdinand Kerstiens, Mitglied im Beirat von Pax Christi, dass das Geistliche Zentrum Recklinghausen den Preis verdient habe.

Besondere Leistung

Es werde für sein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung in großer Menschlichkeit und somit für seine besondere Leistung im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils und von Papst Johannes XXIII. ausgezeichnet.

Menschen immer willkommen

„Die Menschen sind hier willkommen, wie sie sind. Hier können sie sich mit ihrer Freude und Hoffnung, aber auch ihrer Trauer und Angst öffnen“, erläuterte Kerstiens das Wirken des Zentrums, das in der City der Recklinghausens angesiedelt ist. Gasthaus und Gastkirche seien sozialdiakonische Anlaufstellen für Arme und Bedürftige.


Hier werden Arbeits- und Wohnungslose betreut, eine Gefängnisgruppe hält Kontakt zu Straffälligen und ihren Angehörigen, es gibt eine Aids-Gruppe und einen Flüchtlingskreis, Glaubens- und Trauergespräche oder den Kindergottesdienst „Lilliputlob“ für Kinder mit Handicap. „Ihr ersetzt mit Eurer Hilfe, was eigentlich Staat und Gesellschaft leisten müssten“, hob Dr. Ferdinand Kerstiens hervor. „Die Reichen werden immer reicher auf Kosten der Armen, das hören wir nicht gerne“, meinte er. Mit dem Preis werde das ganze Team ausgezeichnet. „Wir beziehen aber auch die mit ein, die ins Gasthaus kommen. Der Preis gilt ihnen allen.“

Menschen auf Augenhöhe begegnen

Viele Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils seien steckengeblieben oder bewusst blockiert worden, bemängelte Dr. Ferdinand Kerstiens. Die Texte bedürften nach 50 Jahren der „Verheutigung“. Kirche müsse den Menschen auf Augenhöhe begegnen, nah an ihrer Ohnmacht und ihrer Sehnsucht nach Anerkennung.

„Wir freuen uns, weil dies eine Auszeichnung für alle ist, die das Leben am Ort prägen und lebendig machen“, sagte Ludger Ernsting, Pfarrer der Gastkirche. Sein Dank richtete sich auch an seinen Vorgänger Bernhard Lübbering, der vor 30 Jahren dem Zentrum eine neue Ausrichtung gegeben habe.

Stärkere Wahrnehmung von sozialen Ungleichheiten

Mit zwei Bussen waren die Mitarbeiter und Gäste des Zentrums angereist, viele trügen das Projekt mit und identifizierten sich mit ihm, meinte Ludger Ernsting. „Nötig ist aber eine noch stärke Wahrnehmung der Kluft zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft“, forderte der Geistliche. Voller Freude nahm er die bronzene Büste von Papst Johannes XXIII. und eine Urkunde entgegen.
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