Generalplaner beginnt mit der Arbeit

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So könnte das künftige Reeser Hallenbad von innen aussehen. Auf der linken Seite befindet sich die groß angelegte Fensterfront. Auf der erchten Seite wären die Umkleidekabinen. (Foto: Planer)
 
Nach den Vorstellungen des Generalplaners dürfte das neu gebaute Hallenbad in Rees in etwa so aussehen. Es wird angebuden an den jetzigen Parkplatz. (Foto: Planer)

Man hätte sie beinahe wirklich knallen hören können, die Sektkorken in der Stadtverwaltung Rees. Nachdem das Oberlandesgericht die Beschwerde eines Bewerbers zurückgewiesen hatte, konnten nun die Projektplaner Jakko Koenis und Matthias Povel ihre Ideen für den Neubau des Hallenbades vorstellen.

Bürgermeister Christoph Gerwers stand die Freude über die gerichtliche Entscheidung noch im Gesicht geschrieben. „Es gibt jetzt auch kein Rechtsmittel mehr dagegen und daher wollen wir jetzt einsteigen.“ Nachdem sich der „Betriebsausschuss Bauhof und Bäderbetrieb“ Mitte November auf Empfehlung der Bewertungskommission für einen Generalplaner entschieden hatte, wandte sich einer der Mitbewerber zur Prüfung des Vergabeverfahrens an die zuständige Vergabekammer bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Dieser Antrag war von der Vergabekammer zurückgewiesen worden, woraufhin der Beschwerdeführer gegen diesen Beschluss sofortige Beschwerde beim OLG Düsseldorf einlegte. Dadurch hat sich die Beauftragung des Generalplaners und damit die Realisierung des Projektes um mehr als ein halbes Jahr verzögert. Die Kosten des Verfahrens hat übrigens der Beschwerdeführer zu tragen.
Nun kann der Generalplaner die Leistungsphasen eins bis drei (Grundlagenermittlung, Vorplanung und Entwurfsplanung) durchführen, ehe sich der Rat im Oktober dann noch einmal mit dem Projekt befasst. Dabei geht es um den Richtwert von 3,25 Millionen Euro als Oberlimit für den Bau.
Jakko Koenis von der Firma Slangen & koenis aus den Niederlanden stellte das Projekt vor. Bei der Firma handelt es sich um ein Unternehmen, das auf den Bau von Sporthallen und vor allem auf Schwimmbäder spezialisiert ist. Es gibt ein Basiskonzept, das bereits vergabefertig durchgeplant ist. „Einiges davon können wir sicherlich auch für Rees nutzen“, so Koenis. Das neue Hallenbad wird keinen Keller haben, der Bau beginnt ebenerdig. Es wird dabei vorgefertigte Teile geben, was die Bauzeit auf alle Fälle verkürzt. „Wir rechnen ungefähr mit zwölf bis 13 Monaten“, bemerkte Jakko Koenis.
Angebunden wird das neue Hallenbad an die jetzigen Parkplätze. Die Technik des Bades wird sich im Beckenumlauf befinden. Kasse, Umkleidekabinen und das Schwimmbecken (fünf Bahnen mit einer Länge von 25 Metern) werden sich im Obergeschoss befinden. Das ist über eine Treppe oder einen Aufzug zu erreichen. Nur die Kasse für das Freibad wird sich im Erdgeschoss des Hallenbades befinden. Im oberen Bereich angesiedelt wird auch ein kleines Café mit einer großen Terrasse. Sie ist auf einem kleinen Hügel angelegt. Ein paar Stufen führen dann von der Terrasse hinab auf die Wiese des Freibades.
Durch eine große Fensterfront entlang der Terrasse können die Hallenbadbesucher auf das Freibadgelände schauen. Das Café wird das ganze Jahr über geöffnet haben, also auch im Sommer, wenn das Hallenbad geschlossen ist. Einen Doppelbetrieb wird es nicht geben. Koenis stellte auch sein Energiekonzept vor, das ein Blockhieizkraftwerk beinhaltet. „Wir wollen den Energieverbrauch so weit wie möglich begrenzen durch den Gebrauch von nachhaltigen Energien und den Einsatz fossiler Energien.“
Bürgermeister Christoph Gerwers zeigte sich sehr angetan von dem Konzept. Mit der Grundsteinlegung ist sicherlich nicht vor 2014 zu rechnen, die Fertigstellung könnte dann, je nach Wetterlage, im Frühjahr 2015 erfolgen. Damit ginge dann eine lange Geschichte endlich zu Ende. Immerhin wurde ja schon am 15. Dezember 2009 der Grundsatzbeschluss gefasst, ein neues Bad zu bauen. Am 19. Juli 2011 wurde der entsprechende Rahmen vergeben.
Nun kann der Generalplaner also mit seiner Arbeit beginnen. Sollte es allerdings bei der genannten Vorplanung schon der Fall sein, dass mit dem Oberlimit von 3,25 Millionen Euro sich das Bad nicht finanzieren lässt, muss die Verwaltung sofort darüber informiert werden. Der Generalplaner hat übrigens schon ein Projektteam zusammengestellt. Nach dem juristischen Hin und Her kann das Team von Jakko Koenis nun endlich loslegen.
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1 Kommentar
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 18.06.2013 | 10:38  
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