„Nicht zu lange warten – die Zeit läuft!“

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Berufsberater Alexander Müller begleitet Schüler/innen in Rees bei der Berufswahl.
Rees: Rees |

Berufsberater Alexander Müller von der Agentur für Arbeit Emmerich begleitet die Schülerinnen und Schüler der Rheinschule und der Städt. Realschule in Rees ab der 8. Klasse. Welche Tipps hat er für Zehntklässler, die im Sommer die Schule verlassen und noch keine Ausbildungsstelle haben?

Wie beliebt ist eine betriebliche Ausbildung bei den Schülerinnen und Schülern?
Alexander Müller: Erfahrungsgemäß entscheiden sich viele für einen weiteren Schulbesuch. In den letzten zwei Jahren bemerke ich aber einen leichten Umschwung. Eine Ausbildung kommt für einige Jugendliche wieder stärker als Alternative zur Schule in Frage.

Wie bewerten Sie diese Entwicklung?
Auf jeden Fall positiv. Wer jetzt schon nicht die besten Noten hat, schafft vielleicht eine höhere Schule nicht oder nur mit schwachen Noten und hat dann eventuell wichtige Zeit vertan. Wenn man jetzt schon einen Berufswunsch hat, sollte man nicht warten, sondern sich jetzt schon für eine Ausbildung bewerben. Auch nach der Ausbildung kann man höhere Schulabschlüsse machen und dann noch studieren, wenn man das möchte.

Wie wichtig ist die Unterstützung der Eltern?
Ich finde es gut, wenn Eltern mit zur individuellen Beratung in die Arbeitsagentur kommen. Dann sind alle auf dem gleichen Wissensstand. Außerdem brauchen die Jugendlichen in dem Alter noch Unterstützung. Ich biete zwar auch in meinen Schulen jeden Monat eine Sprechstunde an, aber dort kann man nicht alles klären.

Was kann man tun, wenn man im Sommer mit der Ausbildung beginnen möchte, aber noch keine Lehrstelle hat?
Auf jeden Fall einen Termin mit der Berufsberatung machen und damit nicht zu lange warten, die Zeit läuft. In der Beratung wird gemeinsam überlegt, woran es liegt, dass man noch keine Ausbildungsstelle hat, und es wird nach Alternativen gesucht. In der Jobbörse unter arbeitsagentur.de sieht man, bei welchen Firmen noch Ausbildungsstellen frei sind. Dort kann man gezielt nach einem Praktikum fragen. Manchmal geht da noch etwas und führt, wenn es bei beiden Seiten passt, zum Erfolg. Während der Ausbildung können wir mit kostenloser Nachhilfe oder einer Begleitung im Rahmen des Programms „Assistierte Ausbildung“ weiterhelfen.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich dennoch keine Lehrstelle bekomme?
Ich lasse die Schüler nicht allein. Wenn die Schule beendet ist, nehme ich telefonisch Kontakt auf und frage nach, was los ist. Wer noch keine Perspektive hat, den lade ich zur Beratung ein. Bei Wissenslücken, fehlendem Schulabschluss oder Orientierungsbedarf bei der Berufswahl kann eine Berufsvorbereitung sehr sinnvoll sein. Diese Bildungsmaßnahmen bieten wir in Wesel und Kleve an. Aktuell nehmen 15 Jugendliche aus Rees daran teil. Dort kann man den einfachen Hauptschulabschluss nachmachen, erhält berufliche Orientierung und kann bis zu sechs verschiedene Berufsfelder erproben. Im Anschluss klappt es dann erfahrungsgemäß besser mit dem Ausbildungsplatz.

Welche Alternativen zur Ausbildung gibt es noch?
Wer einen stabilen Berufswunsch hat, aber kein Glück bei der Stellensuche hatte, sollte über eine Einstiegsqualifizierung nachdenken. Das ist ein betriebliches Langzeitpraktikum zwischen sechs und zwölf Monaten, in dem man einen Betrieb gut kennenlernt und auch schon die Berufsschule besuchen kann. Die Einstiegsqualifizierung wird vergütet und lässt sich auf die Ausbildungszeit anrechnen. Häufig ist das eine Brücke in die Ausbildung.

Termine bei der Berufsberatung kann man unter der kostenlosen Hotline 0800 45555 00, persönlich in der Schulsprechstunde oder in der Agentur für Arbeit vor Ort sowie online unter www.arbeitsagentur.de/Beratungswunsch

vereinbaren.
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